# taz.de -- Linke stellt Wahlprogramm vor: Elif Eralp will Berlin zur roten Metropole machen
       
       > Berlin soll bezahlbar werden, fordern die Berliner Linke und ihre
       > Spitzenkandidatin. Doch wie das bezahlt werden soll, kann sie nicht
       > sagen.
       
 (IMG) Bild: Maximilian Schirmer, Elif Eralp und Kerstin Wolter stellen das Wahlprogramm vor
       
       An großen Worten fehlt es der Berliner Linken nicht. „Das ist kein normales
       Wahlprogramm, weil es kein normaler Wahlkampf ist“, betont Landeschef
       Maximilian Schirmer. Seine Co-Chefin Kerstin Wolter meint: „Wir wollen
       Berlin bezahlbar machen, und wir machen ernst.“ Zuvor hatte
       Spitzenkandidatin Elif Eralp angekündigt, ein neues Kapitel für Berlin
       aufschlagen zu wollen: „Es ist Zeit für die rote Metropole Berlin.“
       
       24 Punkte hat der [1][Entwurf für das Wahlprogramm], das Eralp und die
       beiden Landesvorsitzenden am Freitag vorgestellt haben. Beim
       Landesparteitag am 25. April soll das Programm mit der Überschrift „Berlin
       bezahlbar machen“ verabschiedet werden. Die Punkte reichen von 1 wie
       „Mieten, Wohnen, Bauen“ bis 24 wie „Antifaschismus“.
       
       Dass das Thema Mieten ganz vorne steht, ist keine Überraschung. „Damit
       Berlin wieder bezahlbar wird, müssen die Mieten sinken“ betont Eralp und
       listet fünf Maßnahmen auf. Ein Mietendeckel für die landeseigenen
       Wohnungsunternehmen gehört dazu, die Gründung eines Landesamts für
       Mieterschutz, das „illegale Mieten“ bekämpfen soll und das
       Sicher-Wohnen-Gesetz, dessen erster Entwurf am Donnerstag im Berliner
       Abgeordnetenhaus debattiert wurde.
       
       Aber auch den Neubau will die Linke vorantreiben. 7.500 Sozialwohnungen
       sollen die landeseigenen Gesellschaften im Jahr bauen. Und dann ist da der
       [2][Volksentscheid Deutsche Wohnen und Co. enteignen], den die Linke
       umsetzen will. „200.000 Wohnungen sollen damit in kommunale Hand kommen“,
       verspricht die Spitzenkandidatin.
       
       ## Kein Wort zum Klimaschutz
       
       Aber auch mit dem Thema öffentlicher Nahverkehr will die Berliner Linke
       Wählerinnen und Wähler gewinnen. So will die Partei das Sozialticket für 9
       Euro wieder einführen und auch ein ermäßigtes Deutschlandticket für
       Schülerinnen und Schüler. „Wer einen Berlinpass hat, soll das
       Deutschlandticket sogar umsonst bekommen“, verspricht Landeschefin Kerstin
       Wolter.
       
       Wolter verkündet zudem einen Preisstopp für Ticketpreise und macht
       deutlich, dass ihre Partei die Berliner S-Bahn vom Bund „in Landeshand“
       holen will.
       
       Worüber Wolter nicht redet, ist das Thema Klimaschutz. Der Baumentscheid,
       den Schwarz-Rot durch ein Gesetz übernommen hat und der Radwegeausbau sind
       ebenfalls bei ihr keine Themen. Auch Elif Eralp verliert über das Thema
       Klimaschutz und Mobilitätswende kein Wort. Im Entwurf für das Wahlprogramm
       firmiert das Thema, zusammen mit dem Tierschutz, erst unter Punkt 12.
       
       Und wie will die Linke das alles bezahlen? Elif Eralp adressiert in erster
       Linie den Bund. Eine Wiedereinführung der Vermögenssteuer würde auch dem
       Land mehr Spielraum geben.
       
       Und ohne Hilfe vom Bund? „Wir brauchen andere Priorisierungen“, betont Elif
       Eralp und nennt die Abkehr von „Megaprojekten“ wie die Bewerbung für die
       Olympischen Spiele. Darüber hinaus wirbt sie für eine Erhöhung der
       Grunderwerbssteuer und der Gewerbesteuer sowie die Einführung einer
       Luxusvillasteuer. Diese könne nach ihren Angaben bis zu 200 Millionen im
       Jahr zusätzliche Einnahmen bringen.
       
       Womöglich reicht das aber nur, um einen Bruchteil der Löcher zu stopfen,
       vor denen eine neue Landesregierung ab dem 20. September stehen könnte.
       [3][In Potsdam etwa stellte sich beim jüngsten Kassensturz heraus, dass im
       nächsten Doppelhaushalt jeweils 3 Milliarden Euro pro Jahr zu decken
       seien].
       
       Weil der amtierende CDU-SPD Senat mehrere geplante Kürzungen zurückgenommen
       und fast alle Reserven aufgebraucht hat, dürfte auch die Linkspartei im
       Roten Rathaus vor einer großen Hypothek stehen. Würde auch in einer roten
       Metropole, wie in Brandenburg geplant, der Öffentliche Dienst mit einem
       Stellenabbau rechnen müssen? Diese Frage beantwortet Elif Eralp nicht.
       
       Stattdessen setzt die Linkspartei auf die Wirtschaft – und hofft auf mehr
       Steuereinnahmen. Allerdings soll kein Fördergeld für Tech-Unternehmen wie
       Amazon und Tesla fließen. Eralp will vor allem kleine und mittlere
       Unternehmen unterstützen und nennt als Beispiel einen Plattenladen, den man
       schützen müsse, damit er nicht schließt.
       
       Dass Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) die Linke zur
       größten Herausförderung ausgerufen hat, freut die Linkspartei. „Ich will
       ihn im Roten Rathaus ablösen“, gibt sich Eolif Eralp kämpferisch. „Wir sind
       die Herausforderer von Kai Wegner.“
       
       13 Mar 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://dielinke.berlin/partei/wahlen/abgeordnetenhauswahlen-2026/wahlprogramm-entwurf/
 (DIR) [2] https://dwenteignen.de/
 (DIR) [3] /Koalitionswechsel-in-Brandenburg/!6147426
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Uwe Rada
       
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