# taz.de -- Zunehmender Antifeminismus: USA scheitern daran, UN-Erklärung zu Frauenrechten zu stoppen
> Gleich zu Beginn der Tagung der UN-Frauenrechtskommission wollen die
> Mitgliedsstaaten eine gemeinsame Erklärung annehmen. Als einziges
> dagegen: die USA.
(IMG) Bild: Die USA versuchten zunächst, eine Annahme des Texts zu Frauenrechten zu verhindern oder zu verzögern, dann, ihn umzuschreiben
dpa | Bei den [1][Vereinten Nationen] sind die USA mit dem Versuch
gescheitert, eine gemeinsame Erklärung zu Frauenrechten zu stoppen.
Letztlich votierten 37 der 44 abstimmenden Staaten in der
[2][UN-Frauenrechtskommission] für einen als Kompromiss ausgehandelten Text
– nur die Vereinigten Staaten stimmten dagegen, sechs Staaten enthielten
sich.
Bundesfrauenministerin Karin Prien (CDU) unterstützte die gemeinsame
Erklärung, in der es um die Sicherung von Frauenrechten durch die Justiz
und den Abbau diskriminierender Gesetze geht. „Ich bedaure, dass nicht mehr
alle unsere kollektiven Verpflichtungen teilen, die wir 1995 in Peking
vereinbart haben“, sagte Prien. „Aber zum Glück tut dies die große Mehrheit
immer noch. Das wiederum ist ein ermutigendes Zeichen.“
Der US-Vertreter hatte zuvor Einwände erhoben, weil der Entwurf
„missverständliche Sprache zur Förderung von [3][Gender-Ideologie]“
enthalte. Zudem seien dort zu vage Verpflichtungen zu sexueller und
reproduktiver Gesundheit enthalten sowie Passagen, die aus Sicht der USA
auf Zensur hinauslaufen könnten. Gemeint waren mögliche Maßnahmen gegen
Hassrede.
## Erstmals eine erneute Abstimmung nötig
Die USA versuchten zunächst, eine Annahme des Texts zu verhindern oder zu
verzögern. Als dies keine Zustimmung fand, formulierte der US-Vertreter
Änderungsvorschläge. Die Mehrheit in der Kommission lehnte es jedoch ab,
den in wochenlangen Verhandlungen vereinbarten Text noch einmal
aufzuschnüren.
Dass überhaupt abgestimmt werden musste, war ein Novum in der 80-jährigen
Geschichte der Kommission. In der Regel werden solche Erklärungen im
Konsens per Akklamation angenommen, auch wenn einzelne Staaten nicht mit
jeder Passage zu 100 Prozent übereinstimmen. Diesmal gelang dies nicht.
10 Mar 2026
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