# taz.de -- Börsen reagieren auf Iran-Krieg: Ölpreis-Schock schickt Börsen weltweit auf Talfahrt
> Der weiter eskalierende Krieg der USA und Israels trifft auch die
> Finanzmärkte. Der Ölpreis erfährt seinen größten Tagesanstieg seit fast
> 40 Jahren.
(IMG) Bild: Asiatische Länder wie Südkorea sind am stärksten von den steigenden Ölpreisen betroffen
rtr | Ein [1][drastischer Anstieg des Ölpreises] infolge des eskalierenden
Iran-Konflikts hat die Börsen weltweit am Montag auf Talfahrt geschickt.
Die Nordseesorte Brent schoss um 23 Prozent auf 114,36 Dollar je Barrel in
die Höhe, der größte Tagesanstieg seit mindestens 1988. US-Leichtöl WTI
verteuerte sich um 27 Prozent auf 115,11 Dollar.
An den Aktienmärkten weckte dies massive Sorgen über eine steigende
Inflation und eine Abkühlung der Konjunktur. In Asien stürzte der
japanische Leitindex Nikkei um 7,5 Prozent ab. Auch die Termingeschäfte
für die US-Börsen und die europäischen Märkte deuteten auf hohe Verluste
hin.
Hintergrund ist der sich ausweitende Krieg zwischen den USA und Israel auf
der einen und Iran auf der anderen Seite. Dies weckt die Sorge vor
Lieferengpässen und längeren Unterbrechungen der Transporte durch die
strategisch wichtige Straße von Hormus. Die Spannungen verschärften sich,
nachdem Iran am Montag [2][Mojtaba Chamenei zum Nachfolger] seines Vaters,
Ajatollah Ali Chamenei, als oberstern Führer ernannte. [3][Dies
signalisiert, dass die Hardliner in Teheran die Kontrolle behalten].
US-Präsident Donald Trump hatte den Sohn zuvor als „inakzeptabel“
bezeichnet.
Die Weltwirtschaft sei weiterhin vom Öl- und Gasfluss durch die Straße von
Hormus abhängig, erklärte der Chefvolkswirt von JPMorgan, Bruce Kasman. Er
rechnet kurzfristig mit einem Preisanstieg in Richtung 120 Dollar je
Barrel. Sollte der Konflikt andauern, könnte der Ölpreis auch nachhaltig
über 120 Dollar steigen und eine globale Rezession auslösen. Ein solches
Szenario könnte das weltweite Wirtschaftswachstum im ersten Halbjahr um 0,6
Prozentpunkte drücken und die Verbraucherpreise um einen Prozentpunkt
anheben, so Kasman.
Die Anleger flüchteten aus Risikoanlagen. „Asien leidet am stärksten unter
dem starken Anstieg der Ölpreise, und es gibt kaum sichere Häfen“, sagte
Vishnu Varathan von der Bank Mizuho. Neben dem Nikkei in Japan brach auch
die Börse in Südkorea um 8,1 Prozent ein. Der chinesische Leitindex fiel um
2,3 Prozent. Die Termingeschäfte für den S&P 500 und den Nasdaq an der
Wall Street fielen um 2,1 beziehungsweise 2,5 Prozent. Die Terminkontrakte
auf den EuroStoxx50 und den Dax gaben jeweils um 3,2 Prozent nach.
## Dollar- und Goldkurs steigen, Euro sinkt
Am Devisenmarkt war der US-Dollar als sicherer Hafen gefragt. Der Euro
verbilligte sich um 0,9 Prozent auf 1,1514 Dollar. Der Goldpreis gab
dagegen um 1,8 Prozent auf 5.075 Dollar je Feinunze nach. Händler
vermuteten, dass Anleger Gewinne mitnahmen, um Verluste an anderer Stelle
auszugleichen.
An den Anleihemärkten überwogen die Inflationssorgen. Die Rendite der
zehnjährigen US-Staatsanleihen stieg um sechs Basispunkte auf 4,204
Prozent. Die Inflationsgefahr erschwert es den Notenbanken wie der
US-amerikanischen Fed und der Europäischen Zentralbank (EZB), die
Geldpolitik zu lockern.
9 Mar 2026
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