# taz.de -- Kurden im Irankrieg: Zwischen den Fronten zerrieben
       
       > Die Kurden wurden immer wieder von unterschiedlichen politischen Akteuren
       > instrumentalisiert. Das könnte jetzt wieder passieren.
       
 (IMG) Bild: Kurdische Kämpferinnen und Kämpfer im Norden von Irak
       
       Im März 1975 mussten die irakischen Kurden schmerzlich erfahren, welchen
       Wert amerikanische Versprechen in der Welt der Realpolitik haben.
       Monatelang hatten sie auf breiter Front gegen den [1][damaligen starken
       Mann in Irak, Saddam Hussein], gekämpft.
       
       Ermuntert von den USA und bewaffnet vom iranischen Schah, hatten sie sich
       in einen konventionellen Krieg gegen die damals noch von der Sowjetunion
       unterstützte irakischen Armee gestürzt. Von einem Tag auf den anderen war
       dann aber alles vorbei. Der Schah einigte sich mit Saddam Hussein auf einen
       neuen Grenzverlauf, die Kurden wurden nicht mehr gebraucht.
       
       Innerhalb weniger Tage brach die kurdische Front zusammen. Der damalige
       kurdische Führer, Mullah Mustafa Barzani, war ein Verwandter des jetzigen
       Präsidenten Nechirvan Barzani und Vater des ersten langjährigen Präsidenten
       des Autonomiegebietes, Mesut Barzani. Mustafa Barzani starb in einem
       Krankenhaus im Exil in den USA. Aber auch sein Sohn Mesut musste als sein
       Nachfolger die Erfahrung machen, dass [2][die USA ihre Versprechen
       schneller kassieren,] als ihre vermeintlichen Verbündeten sich in
       Sicherheit bringen können.
       
       Als Bush senior 1991 Saddam Hussein vertrieben hatte, ließ er seine Truppen
       kurz hinter der Grenze in Irak stoppen. Wie der US-Präsident Donald Trump
       jetzt die iranische Bevölkerung, forderte Bush damals die irakische
       Bevölkerung auf, sich gegen den Diktator zu erheben. Die Kurden folgten
       diesem Aufruf, ließen sich durch die CIA bewaffnen und erlebten ein
       Debakel. Saddams Elitetruppen waren noch intakt und metzelten die Kurden
       nieder.
       
       Jetzt steht mit Nechirvan Barzani ein Mann aus der Enkelgeneration von
       Mustafa Barsani erneut vor einer ähnlichen Frage wie schon seine Vorväter:
       Soll er einen von den USA und Israel initiierten bewaffneten kurdischen
       Aufstand in Iran unterstützen, so wie Trump das will.
       
       Zwar sollen iranische Kurden in den Kampf ziehen, [3][aber die autonome
       Region Nordirak] wäre unweigerlich als Aufmarschgebiet und Nachschubzone
       involviert. Sie würden sich nicht nur den Raketenangriffen Irans ausgesetzt
       sehen, sondern auch den Zorn der irakischen Zentralregierung zuziehen, die
       zwischen Neutralität und Unterstützung Irans schwankt. Hoffentlich hat
       Nechirvan Barzani die Lehren aus der Geschichte gelernt.
       
       5 Mar 2026
       
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