# taz.de -- Angriff auf Iran: „Gewaltiger Zorn“ mit steigender Intensität
> Die USA und Israel greifen Iran an, der schlägt in der Region zurück. Der
> Tod Ali Chameneis heizt den Krieg weiter an. Hunderte sollen bereits tot
> sein.
(IMG) Bild: Feuer frei: US-Zerstörer bei der Mission Epic Fury am Samstag, 28. 2. 26
Die Militäroperation Epic Fury (Gewaltiger Zorn) beginnt in den frühen
Morgenstunden des Samstags. Das US-amerikanische und das israelische
Militär greifen zusammen in einem sogenannten „Präventivschlag“ die
Islamische Republik Iran an. Der Ablauf der ersten Stunden erinnert an den
Zwölf-Tage-Krieg im vergangenen Frühsommer: Zunächst fliegt das israelische
Militär Angriffe auf die Luftabwehrsysteme des Iran, primär im Westen des
Landes. Bis Sonntag erreichte das israelische Militär nach eigenen Angaben
Lufthoheit in Iran.
Auch die US-Luftwaffe beginnt am frühen Samstag mit ihren Angriffen,
[1][laut dem zuständigen Militärskommando Cenctom] auf Kommando- und
Kontrollzentren der Islamischen Revolutionsgarden, iranische
Luftabwehrsysteme, Raketen- und Drohnenstartplätze sowie Militärflughäfen.
US-Präsident Donald Trump: „Wir werden ihre Raketen zerstören und ihre
Raketenindustrie dem Erdboden gleichmachen. Sie wird wieder vollständig
ausgelöscht werden. Wir werden ihre Marine vernichten.“
Mit den Angriffen einher geht erneut der Verlust der Internetverbindung in
ganz Iran. Wenige können sich über Starlink mit der Außenwelt verbinden.
Bei den Angriffen wird eine Reihe hochrangiger Köpfe des iranischen Regimes
getötet. Am signifikantesten ist dabei der Tod des Obersten Führers [2][Ali
Chamenei.] Unter den weiteren Toten sind Ali Schamkhani, Berater Chameneis
und Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats; Mohammed Pakpour, Kommandeur
der Revolutionsgarden; Aziz Nasirzadeh, Verteidigungsminister; Abdolrahim
Mousavi, Stabschef des Militärs; und Mohammad Shirazi, Chef des
Militärbüros des Obersten Führers.
## Iran schießt gegen seine Nachbarn
Der Angriff, dem Chamenei zum Opfer fiel, begann laut dem Medium Türkiye
Today, als „Geheimdienstinformationen in letzter Minute auf ein seltenes
hochrangiges Treffen in Teheran hinwiesen“. Diese Geheimdienstinformationen
hätten bestätigt, dass Chamenei sich mit seinen wichtigsten Beratern in
einer gesicherten Anlage im Zentrum von Teheran traf. Der US-Geheimdienst
CIA hatte den Obersten Führer wohl monatelang verfolgt und „hochpräzise“
Informationen über seinen Aufenthaltsort geliefert.
Bis das iranische Regime den Tod Chameneis verkündete, vergingen allerdings
viele Stunden. Erst in der Nacht zum Sonntag bestätigte das iranische
Staatsfernsehen, was zuvor der israelische Premier Benjamin Netanjahu sowie
US-Präsident Donald Trump erklärt hatten.
In den Stunden zuvor, im Laufe des Samstags hatte Iran mit Gegenangriffen
begonnen, auf Israel – aber auch ganz massiv auf die arabischen Golfstaaten
und Jordanien. Ziele sollen dabei vor allem US-Militäreinrichtungen gewesen
sein. Doch auch zivile Infrastruktur wurde dabei getroffen.
Am Sonntag weiteten sich diese Gegenschläge aus, und Israel und Iran
überzogen sich gegenseitig mit Angriffen. Nach der Bestätigung des Tods von
Chamenei hatte Iran Rache angekündigt. Die israelische Armee teilte am
Nachmittag mit, sie greife „Ziele des iranischen Terrorregimes im Herzen
von Teheran an, mit steigender Intensität“. Einwohner berichteten von
lauten Explosionen.
## Auch Ahmadinedschad unter den Opfern
Auch in Israel können nicht alle iranischen Raketen abgefangen werden:
Lokale Medien berichten am Sonntagnachmittag von acht Toten und 28
Verletzten bei einem Angriff in der Stadt Beit Shemesh.
In Teheran wird am Nachmittag auch der Tod des ehemaligen iranischen
Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad bei einem Luftangriff gemeldet. Nach
Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Ilna befand sich der 69-Jährige
zum Zeitpunkt des Angriffs mit Leibwächtern in seinem Haus im Osten der
Hauptstadt.
Ahmadinedschad führte Iran als Staatspräsident von 2005 bis 2013. Zu Beginn
galt er als Favorit des herrschenden schiitischen Klerus sowie der
Hardliner und Konservativen im Parlament. Gegen Ende seiner Amtszeit wuchs
die Kritik an seinem Kurs. Seine harte Linie in der Atompolitik löste
internationale Sanktionen aus, die das Land in eine schwere
Wirtschaftskrise führten.
Was bislang zu den Getöteten in Iran bekannt ist, weist darauf hin, dass
der Fokus der US-israelischen Militärkampagne bisher auf den führenden
Köpfen des Raketenprogramms liegt, außerdem auf den Revolutionsgarden und
bekannten Hardlinern. Das passt zu der zuvor in den abgebrochenen
Verhandlungen genannten Forderungen der USA nach einem Ende des iranischen
Raketenprogramms und einem Ende der Unterstützung von „Proxies“ in der
Region, also von iranisch unterstützten Milizen wie die Huthi in Jemen und
Hisbollah in Libanon. Dafür sind die Revolutionsgarden zuständig.
## Tote in einer Mädchenschule
Der Krieg hat derweil die ersten US-Opfer gefordert: Nach Angaben von
Centcom wurden bislang drei US-Soldaten getötet, weitere teils schwer
verletzt. Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt. Das US-Militär dementierte
Angaben der iranischen Revolutionsgarden, den US-Flugzeugträger „Abraham
Lincoln“ attackiert zu haben. Französische Medien bestätigten aber den
Beschuss der französischen Militärbasis in Abu Dhabi.
Nach Angaben des iranischen Roten Halbmonds starben am Samstag in Iran 201
Menschen infolge der Angriffe, davon allein 108 bei der Bombardierung einer
Mädchenschule in Minab im Süden des Landes. Nach lokalen Behördenangaben
stieg die Zahl der Toten in Minab am Sonntag auf 115. Israel erklärte, man
sei sich keines solchen Angriffes bewusst. Ein Sprecher des US-Militärs
sagte, man wisse von den Berichten. Am Sonntag wurden nach iranischen
Angaben bis zum Nachmittag weitere 43 Menschen getötet. (mit Agenturen)
1 Mar 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://x.com/CENTCOM/status/2027808045946835050?s=20
(DIR) [2] /Nachruf-auf-Ali-Chamenei/!6158792
## AUTOREN
(DIR) Lisa Schneider
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