# taz.de -- Neue Geldscheine in Simbabwe: Die unermüdliche Suche nach einer stabilen Währung
> Zwei Jahre ist Simbabwes Währung „Zimbabwe Gold“ erst alt – und schon
> tauscht die Zentralbank die Geldscheine aus. Sie will damit Vertrauen
> schaffen.
(IMG) Bild: Die neuen Geldscheine, hier bei der amtlichen Präsentation, werden ab April gültig
Simbabwe, das seit Langem keine stabile eigene Währung mehr hat, bekommt
neue Geldscheine. Zentralbankgouverneur John Mushayavanhu stellte
vergangene Woche mehrere neue Scheine der 2024 eingeführten aktuellen
Landeswährung [1][Zimbabwe Gold (ZiG)] vor, als Teil größerer Reformen, um
die Wirtschaft zu stabilisieren.
„Die Einführung der neuen ZiB-Scheine soll die Integrität unserer Währung
erhöhen und Vertrauen in das Geldsystem stärken“, sagte er. Die neue
Währung bleibe weiterhin an reale Reserven gebunden, um sie stabil zu
halten.
Die öffentliche Reaktion auf das neue Geld ist skeptisch. Kosmetische
Veränderungen an Geldscheinen seien nicht geeignet, den Währungsverfall
aufzuhalten, sagten viele Nutzer sozialer Medien. „Niemand interessiert
sich für das Design, wenn es nichts wert ist“, lautete ein Kommentar.
Einer meinte, er werde dem Geld erst vertrauen, wenn der
Zentralbankgouverneur selbst es benutze. Und eine andere Userin schrieb:
„Solange ich mit diesem Papiergeld keine Gebühren bezahlen und kein Benzin
kaufen kann, wandert es in den Müll wie seine Vorgänger. Wie einer
zusammenfasste: ‚So viel Hype um eine Währung, mit der man nicht tanken
kann.‘“
## Ausländische Währungen sind gefragter
Diese Kritik bezieht sich auf die Tatsache, dass seit der Hyperinflation
der 2000er Jahre alle wichtigen Transaktionen in Simbabwe in ausländischer
Währung getätigt werden, zumeist der US-Dollar. Dies gilt nicht nur im
Einzelhandel oder in privaten Geschäften, sondern auch für staatliche
Gebührenordnungen und Treibstoffpreise.
Dass eine Landeswährung im eigenen Land nur bedingt einsetzbar ist, nennen
Ökonomen ein „duales Währungssystem“, das in der Regel von
Preisverzerrungen gekennzeichnet ist – die ausländische Währung wird meist
als wertbeständiger wahrgenommen und bevorzugt. Wenn sogar einflussreiche
Figuren in einem Land sich weigern, die eigene Währung im Alltag
einzusetzen, setzt sie sich nicht durch.
Simbabwe hat eine Geschichte gescheiterter Währungen. Der zur
Unabhängigkeit 1980 eingeführte [2][Zimbabwe Dollar], allgemein Zim-Dollar
genannt, wurde in den 200er Jahren Opfer der Hyperinflation der Mugabe-Ära.
Als nach mehreren Abwertungen im Jahr 2009 sogar Geldscheine im Nominalwert
von 100.000.000.000.000 Zim-Dollar ausgegeben werden mussten, wurden
ausländische Währungen amtliche Zahlungsmittel, vor allem der US-Dollar und
der südafrikanische Rand.
Ein [3][neuer Zim-Dollar, genannt RTGS-Dollar (Real Time Gross Settlement)]
wurde 2019 eingeführt, konnte sich aber gegen die ausländischen Währungen
nicht durchsetzen und wurde 2024 zugunsten der [4][aktuellen Währung ZiG]
abgeschafft, die angeblich durch Goldreserven abgedeckt und damit stabil
ist.
Die Debatte über den ZiG reflektiert eine tiefergehende nationale Debatte
voller Selbstzweifel über ökonomische Souveränität, politische
Glaubwürdigkeit und die Lebenserfahrung der Menschen. Zur Debatte steht
nun, ob der ZiG ein Symbol neu gefundener Stabilität wird oder lediglich
ein weiteres kurzes Kapitel in der Geschichte simbabwischen Geldes. Das, da
sind sich die Menschen einig, ist keine ästhetische Frage.
1 Mar 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://en.wikipedia.org/wiki/Zimbabwean_ZiG
(DIR) [2] https://en.wikipedia.org/wiki/Zimbabwean_dollar
(DIR) [3] https://en.wikipedia.org/wiki/Zimbabwean_dollar_(2019%E2%80%932024)
(DIR) [4] https://en.wikipedia.org/wiki/Zimbabwean_ZiG
## AUTOREN
(DIR) Marcus Mushonga
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