# taz.de -- Gesundheitsabkommen: Simbabwe will kein Geld von den USA
       
       > Simbabwe hat das Gesundheitsabkommen abgelehnt, weil es die Weitergabe
       > sensibler Daten vorsah. Ein sambischer Leak zeigt Verknüpfung zu
       > Rohstoffsicherung.
       
 (IMG) Bild: Auch mit US-Geldern finanziert: eine Spritze mit Lenacapvir, ein neues Mittel zur HIV-Prävention
       
       ap/taz | Simbabwe hat Gespräche mit den USA über ein bilaterales
       Gesundheitsabkommen abgebrochen, unter anderem wegen Bedenken zu
       Datenschutz.
       
       Die Regierung von US-Präsident Donald Trump werde Hilfen für den
       Gesundheitssektor in Simbabwe einstellen, teilte die US-Botschafterin in
       Simbabwe, Pamela Tremont, daraufhin mit.
       
       Die USA hätten Simbabwe 367 Millionen Dollar in einem Fünf-Jahres-Zeitraum
       angeboten, um wichtige Gesundheitsprogramme zu fördern, sagte sie. Dazu
       hätten die Behandlung und Prävention von Aids, Tuberkulose und Malaria
       gehört. Die Vereinbarung hätte „außergewöhnliche Vorteile“ gehabt.
       
       Ein Sprecher der simbabwischen Regierung, Nick Mangwana, erklärte am
       Mittwoch, Simbabwe habe abgelehnt – aus Sorge wegen der Weitergabe von
       Daten und wegen Bedenken, dass sich die US-Regierung zunehmend von globalen
       gesundheitlichen Einrichtungen distanziere.
       
       ## USA wollen Virusproben
       
       Laut Mangwana war das US-Angebot an einen „umfangreichen Zugang zu
       sensiblen gesundheitlichen Daten Simbabwes“ geknüpft, „darunter
       Virusproben“. Der simbabwische Präsident [1][Emmerson Mnangagwa] habe den
       Abbruch der Verhandlungen angeordnet. Die USA hätten nicht garantiert, dass
       Simbabwe „Zugang zu irgendwelchen medizinischen Innovationen – wie
       Impfstoffen, Diagnostik oder Behandlungen“ bekäme, „die aus der Weitergabe
       dieses Datenmaterials resultieren könnten“.
       
       Am Mittwoch [2][berichtete der Guardian] über die Bedingungen eines
       geleakten Gesundheitsabkommens mit Sambia, das ebenfalls gravierende
       Datenschutzverstöße aufzeigt. Demnach sollen die USA zehn Jahre lang Zugang
       zu Gesundheitsdaten erhalten. Das Abkommen Sambias knüpft die Finanzierung
       außerdem an Vereinbarungen, die US-Firmen Zugang zu Sambias Rohstoffen
       sichern sollen.
       
       Ende Januar haben die USA offiziell ihren Ausstieg aus der
       Weltgesundheitsorganisation vollzogen. Mit der Abwicklung der
       Entwicklungsbehörde USAID, dem abrupten Entzug von Geldern etwa für das
       Programm PEPFAR, das lebenswichtige Medikamente für HIV-Infizierte
       bereitstellt, brach vielerorts die Versorgung zusammen. Die USA trugen
       weltweit etwa 40 Prozent der öffentlichen Entwicklungsgelder für Gesundheit
       bei.
       
       ## US-Unternehmen sollen profitieren
       
       Stand heute werden die USA wohl größter Geber bleiben. Im Haushalt 2026
       haben die USA nun wieder 50 Milliarden Dollar für Entwicklungsprogramme im
       Bereich Gesundheit vorgesehen. Nur soll es dafür jetzt bilaterale
       Gesundheitsabkommen geben. So steht es in der [3][„America First Global
       Health Strategy“], übersetzt etwa „Globale Gesundheitsstrategie ‚Amerika
       zuerst‘“, vom vergangenen September. America First heißt, dass vor allem
       US-Unternehmen verstärkt profitieren sollen.
       
       Bislang ist die Unterzeichnung von Abkommen mit 17 afrikanischen Ländern
       bekannt. Das jüngste Abkommen mit Panama wurde am Donnerstag öffentlich. Es
       ist das erste Partnerland außerhalb Afrikas. Die Texte der Abkommen sind
       meist nicht öffentlich. In Kenia klagen Verbraucherschützer*innen
       gegen das US-Gesundheitsabkommen, das im Dezember vergangenen Jahres
       abgeschlossen wurde.
       
       Am heutigen Donnerstag [4][tritt auch die „Global Gag Rule“ in Kraft]. Sie
       verbietet es, dass US-Finanzmittel an Organisationen im Ausland gehen, die
       zu Schwangerschaftsabbrüchen arbeiten oder sich für Diversität, Rechte
       queerer Menschen oder Geschlechtergerechtigkeit einsetzen.
       
       26 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Verfassungsstreit-in-Simbabwe/!6154020
 (DIR) [2] https://www.theguardian.com/global-development/2026/feb/25/zambia-us-health-aid-deal-exploitation-mining-concessions-data-sharing-targets
 (DIR) [3] https://www.state.gov/releases/office-of-the-spokesperson/2025/09/america-first-global-health-strategy/
 (DIR) [4] /Globale-Knebelregel/!6157884
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Leila van Rinsum
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Entwicklungspolitik
 (DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
 (DIR) Simbabwe
 (DIR) Gesundheit
 (DIR) USAid
 (DIR) Social-Auswahl
 (DIR) Entwicklungspolitik
 (DIR) Entwicklungspolitik
 (DIR) Ebola
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Globale Knebelregel: Wie die USA Frauen*rechte weltweit beschneiden
       
       Heute tritt die „Global Gag Rule“ in Kraft. Sie verbietet Förderung von
       Organisationen, die sich für Diversität, Queere- und Frauenrechte
       einsetzen.
       
 (DIR) Aids, Tuberkulose und Malaria: „Wir laufen Gefahr, die Kontrolle zu verlieren“
       
       Kürzungen bei globaler Gesundheit kosten Menschenleben, sagt Peter Sands,
       Chef vom Globalen Fonds. Ein neues Mittel könnte die HIV-Pandemie beenden.
       
 (DIR) Abwicklung von USAID in Uganda: US-Zahlungsstopp zeitgleich mit Ebola-Ausbruch
       
       Ugandas Gesundheitssystem ist auf Hilfsgelder aus den USA angewiesen. Dass
       die nun ihre Unterstützung aussetzen, kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt.