# taz.de -- Verfassungssstreit in Simbabwe: Die alten Generäle treten in den Aufstand
       
       > Simbabwes Regierung will die Amtszeit von Präsident Mnangagwa verlängern.
       > Hochrangige Veteranen des Befreiungskrieges machen jetzt dagegen Front.
       
 (IMG) Bild: Unvergessen: Denkmal in Simbabwes nationaler Gedenkstätte für den Befreiungskrieg „Heroes Acre“ in Harare
       
       In Simbabwe bekommt Präsident Emmerson Mnangagwa und die Hardlinerfraktion
       der regiernden ZANU-PF (Zimbabwe African National Union / Patriotic Front)
       mächtigen Gegenwind für die Pläne, [1][Mnangagwa länger im Amt zu halten
       als gegenwärtig erlaubt]. Eine Reihe pensionierter Militärkommandeure und
       Veteranen des Befreiungskrieges der 1970er Jahre lehnt das Vorhaben als
       verfassungswidrig ab.
       
       Nach geltender Rechtslage endet Mnangagwas zweite und letzte gewählte
       Amtszeit als Präsident im Jahr 2028. Doch die Regierungspartei plant, das
       Ende der Amtszeit auf 2030 zu verschieben und noch weitere
       Verfassungsänderungen per Referendum im Schnelldurchlauf durchzusetzen.
       Vorangetrieben wird dies, sagen Kritiker, von denjenigen, denen vorgeworfen
       wird, von etablierten Korruptionsnetzwerken zu profitieren.
       
       Mehrere pensionierte Generäle unter Leitung des früheren Luftwaffenchefs
       Henry Muchena überbrachten Simbabwes Parlament vergangene Woche eine
       Petition, in der sie davor warnten, die Pläne weiterzuverfolgen. Auch der
       [2][Verband der Befreiungskriegsveteranen] rief das Parlament auf, das
       Vorhaben zu überdenken.
       
       Die Anhänger der Verfassungsänderung reagierten darauf mit scharfer Kritik
       und Warnungen. Das empörte die Generäle erst recht, die darauf hinwiesen,
       dass sie ihr Leben für das Land riskiert hätten und ihre Treue der Republik
       Simbabwe gelte, keinen Einzelpersonen.
       
       ## „Ich werde nicht schweigend ins Grab gehen“
       
       Winston Sigauke Mapuranga, Generalleutnant i.R., äußerte sich öffentlich am
       deutlichsten. Mnangagwa „zerlegt die Republik, für deren Aufbau wir Blut
       vergossen haben“, erklärte der pensionierte General in einem Aufruf zum
       Widerstand, den er Anfang dieser Woche [3][auf sozialen Medien
       veröffentlichte]. „Ich werde nicht schweigend ins Grab gehen, während
       Simbabwe an den Meistbietenden verkauft wird.“ Die geplanten
       Verfassungsänderungen und die darin enthaltene Machtkonzentration sowie die
       parteiinterne Unterdrückung von Kritik würden Simbabwe ununterscheidbar vom
       früheren Kolonialstaat Rhodesien machen.
       
       In einer weiteren Erklärung warnte Mapuranga: „Wir haben nicht zu den
       Waffen gegriffen, damit einfach eine Generation von Herrschern die andere
       ablösen kann. Wir bekämpften ein System, das der Mehrheit die Stimme
       raubte, das die Bürger als Untertanen und nicht als Teilhaber ihrer eigenen
       Zukunft behandelte.“ Wahre Demokratie bedürfe der Zustimmung der Bürger,
       der Transparenz und des Respekts für die Verfassungsordnung.
       
       Die Warnungen der Generäle kommen zu einem sensiblen Zeitpunkt. Bürger- und
       Menschenrechtsorganisationen berichten über zunehmenden Druck und
       Einschüchterung. Beobachter sprechen von einem kritischen Test für
       Simbabwes politische Ordnung. 2017 waren es Simbabwes Generäle, die den
       greisen Präsidenten Robert Mugabe absetzten und ihn durch Emmerson
       Mnangagwa ersetzten, der sich dann in Wahlen bestätigen ließ. Jetzt warnt
       Mapuranga: Wenn Mnangagwa so weitermacht, „wird er Mugabe“.
       
       18 Mar 2026
       
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