# taz.de -- Israel und USA im Krieg mit Iran: Republikanischer Senator rechnet mit wochenlangen Luftangriffen
       
       > Iran will einen US-Flugzeugträger getroffen haben. Das US-Militär weist
       > das zurück. Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses des US-Senats
       > geht von einem anhaltenden Krieg aus.
       
 (IMG) Bild: Tom Cotton ist Republikaner und Vorsitzender des Geheimdienstausschusses des US-Senats
       
       ## 19.02 Uhr: Quelle: Mögliche neue Führung im Iran will mit den USA reden
       
       ap | Die „potenzielle neue Führung“ im Iran hat nach Angaben aus Kreisen
       des Weißen Hauses Gesprächsbereitschaft mit den Vereinigten Staaten
       signalisiert. Eine Person, die über die Vorgänge informiert war, sagte am
       Sonntag, US-Präsident Donald Trump habe erklärt, er sei grundsätzlich zu
       Gesprächen bereit, doch vorerst werde der militärische Einsatz unvermindert
       fortgesetzt.
       
       Der Beamte nannte weder die Namen der potenziellen neuen iranischen
       Führungsmitglieder noch die Art und Weise, wie eine Gesprächsbereitschaft
       bekundet wurde. Trump sagte am Sonntag in einem Interview mit dem Magazin
       „The Atlantic“, er wolle mit der neuen iranischen Führung sprechen. „Sie
       wollen reden, und ich habe zugesagt, also werde ich mit ihnen sprechen“,
       sagte er, wollte aber keinen Zeitpunkt für solche Gespräche nennen.
       
       ## 19.01 Uhr: Oman ruft im Iran-Konflikt zu Waffenruhe und Rückkehr zum
       Dialog auf
       
       afp | Der Golfstaat Oman, der bei den Gesprächen zwischen Teheran und
       Washington vermittelt hat, drängt auf eine Waffenruhe im Konflikt um den
       Iran. Der Außenminister des Oman, Badr Albusaidi, forderte am Sonntag in
       einem Telefonat mit seinem iranischen Kollegen Abbas Araghtschi auch zu
       einer Rückkehr zum Dialog auf, wie das Außenministerium des Oman mitteilte.
       
       Den Angaben zufolge sprach sich Araghtschi für „Frieden“ aus und betonte
       die iranische Bereitschaft zu „allen ernsthaften Versuchen“, die dazu
       beitragen, die Eskalation zu beenden und zu Stabilität zurückzukehren.
       
       Oman war am ersten Tag der US-israelischen Angriffe auf den Iran am Samstag
       der einzige Golfstaat, der nicht von iranischen Gegenangriffen betroffen
       war. Am Sonntag berichteten Staatsmedien im Oman von zwei Drohnen, die den
       Hafen von Dukm ins Visier genommen hätten. Ein Arbeiter sei verletzt
       worden. Das Sultanat hatte zuletzt im Atomstreit zwischen den USA und dem
       Iran vermittelt.
       
       ## 18.17 Uhr: US-Senator rechnet mit wochenlangen Luftangriffen auf den
       Iran
       
       ap | Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses des US-Senats geht von
       anhaltenden Luftangriffen auf den Iran aus. Der Einsatz werde
       wahrscheinlich einige Wochen andauern, sagte Senator Tom Cotton am Sonntag
       in der TV-Sendung „Face the Nation“. Präsident Donald Trump habe jedoch
       nicht die Absicht, einen großangelegten Einsatz von Bodentruppen im Iran zu
       starten.
       
       Der Senator wollte keine Angaben dazu machen, wie die USA und Israel den
       Aufenthaltsort des Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei ermittelten.
       Chamenei kam bei den amerikanisch-israelischen Angriffen auf den Iran ums
       Leben. „Wir verfügen über exzellente Methoden der Informationsgewinnung“,
       sagte Cotton.
       
       ## 17.45 Uhr: Deutsche können nicht ausgeflogen werden
       
       rtr | Bundesaußenminister Johann Wadephul sieht keine Möglichkeit, im Nahen
       Osten gestrandete Deutsche ‌ausfliegen zu lassen. „Dazu sind wir nicht in
       der Lage“, sagt Wadephul in einem „Bild“-Interview und verweist darauf,
       ‌dass die Lufträume in der Region für zivile Flugzeuge gesperrt seien.
       Stattdessen versuche das Auswärtige Amt die Betroffenen mit den notwendigen
       Informationen zu versorgen. Alle deutschen Auslandsvertretungen seien
       geöffnet.
       
       ## 17.27 Uhr: Trump will wieder mit iranischen Führung reden
       
       rtr | US-Präsident Donald Trump kündigt Gespräche mit der iranischen
       Führung an. „Sie wollen reden, und ich habe zugestimmt, also werde ich mit
       ihnen reden“, sagt er der Zeitschrift „Atlantic“. „Sie hätten es früher tun
       sollen“, sagt Trump weiter. „Sie haben zu lange gewartet.“
       
       17.18 Uhr: Laut Trump wurden 48 Führungspersonen des Iran getötet
       
       rtr | Bei den Angriffen der USA und Israels auf den Iran sind nach den
       Worten von US-Präsident Donald Trump 48 Führungspersonen getötet worden.
       „Es geht schnell voran. Niemand kann den Erfolg glauben, den wir haben, 48
       Anführer sind auf einen Schlag weg“, sagt Trump dem Sender Fox News.
       
       16.55 Uhr: Merz: Vorgehen der USA und Israels „nicht ohne Risiko“
       
       dpa/afp | Bundeskanzler Friedrich Merz hat auf Risiken der Angriffe Israels
       und der USA gegen den Iran hingewiesen. „Die Militärschläge sollen das
       zerstörerische Spiel eines geschwächten Regimes beenden“, sagte der
       CDU-Politiker in Berlin. „Das ist nicht ohne Risiko.“ Man wisse nicht, „in
       welche Eskalation die harten iranischen Gegenschläge die Region noch ziehen
       werden“. Und man wisse nicht, „ob der Plan aufgeht, durch Militärschläge
       von außen einen politischen Wandel von innen heraus zu ermöglichen“.
       
       Dennoch hat er auch Unterstützung für das Vorgehen Israels und der USA
       gegen die Führung des Iran geäußert. Die Bundesregierung teile „die
       Erleichterung vieler Iranerinnen und Iraner, dass dieses Mullah-Regime
       jetzt an sein Ende kommt“, sagte Merz. „Mit den Vereinigten Staaten und
       Israel teilen wir das Interesse daran, dass der Terror dieses Regimes
       aufhört.“
       
       🐾 16.50 Uhr: Verfassungsschutz sieht erhöhte Gefahr für Jüd:innen
       
       taz | Nach dem Angriff auf den Iran und dem Tod des Diktators Ali Khamenei
       warnen Sicherheitsexperten und -behörden vor Vergeltungsschlägen auch in
       Deutschland. Sie sehen insbesondere jüdische Einrichtungen, Synagogen und
       auch jüdische Schulen in Gefahr, berichtet Jean-Philipp Baeck [1][auf
       taz.de].
       
       16.25 Uhr: US-Militär weist iranische Treffermeldung zurück
       
       taz | Der Flugzeugträger USS Abraham Licoln ist nach Angaben des
       Zentralkommandos des US-Militärs nicht von iranischen Raketen getroffen
       worden. Vom Iran abgefeuerte Rakten hätteRaketen ihr Ziel um ein Vielfaches
       verfehlt, postete das Zentralkommando bei X. Von der Lincoln würden
       weiterhin Flugzeuge zur Unterstützung der Attacken gegen den Iran starten.
       
       ## 16.05 Uhr: US-Militär will Schiff versenkt haben
       
       rtr | Das US-Militär hat nach eigenen ‌Angaben ein iranisches Kriegsschiff
       im Golf von Oman versenkt. Eine Korvette der Jamaran-Klasse sei ‌an einem
       Pier in Tschahbahar versenkt worden, teilt das zuständige
       US-Zentralkommando mit. In einem Beitrag auf der Plattform X rief das
       Kommando die iranischen Streitkräfte auf, ihre Waffen niederzulegen und
       ihre Posten zu verlassen, und verwies auf eine entsprechende Forderung von
       US-Präsident Donald Trump vom Samstag.
       
       ## 15.57 Uhr: Pentagon: Drei US-Soldaten getötet
       
       ap | Bei dem US-Militäreinsatz gegen den Iran sind bislang drei US-Soldaten
       ums Leben gekommen und fünf schwer verletzt worden. Das teilte das
       Zentralkommando des Militärs am Sonntag in den sozialen Medien mit. Nähere
       Details zu den Toten wurden nicht genannt. Große Kampfeinsätze würden
       weitergehen, hieß es in dem Post auf der Plattform X.
       
       ## 15.40 Uhr: Raketen Richtung Zypern und über Syrien abgefangen
       
       afp | Bei den iranischen Gegenangriffen im Nahen Osten infolge des
       US-israelischen Militärschlags sind nach Angaben aus Großbritannien und
       Syrien Raketen in Richtung Zypern und Damaskus abgefeuert worden. „Zwei
       ballistische Raketen, die in Richtung Zypern abgefeuert wurden“, seien
       abgefangen worden, sagte der britische Verteidigungsminister John Healy am
       Sonntag im Sender BBC. Zudem sei nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus
       eine iranische Rakete durch israelische Abwehrsysteme abgefangen worden,
       erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Sonntag aus Kreisen des syrischen
       Innenministeriums.
       
       Die USA und Israel hatten am Samstagmorgen eine massive Welle von
       Luftangriffen gegen den Iran gestartet. Dabei wurden israelischen Angaben
       zufolge insgesamt 40 ranghohe Vertreter des Iran getötet, darunter das
       geistliche Oberhaupt des Irans Ayatollah Ali Chamenei. Als Reaktion griff
       der Iran Israel sowie US-Militäreinrichtungen in mehreren Staaten der
       Region an. Die gegenseitigen Angriffe dauerten am Sonntag an.
       
       Die Raketen hätten „ziemlich sicher“ nicht auf Zypern gezielt, fügte Healy
       hinzu. „Dennoch zeigt dies, wie sehr unsere Stützpunkte, unser Personal,
       Militärangehörige und Zivilisten derzeit gefährdet sind.“ Das Risiko für
       „wahllose“ Vergeltungsschläge von Seiten des Irans steige. Großbritannien
       betreibt eine Militärbasis auf Zypern und ist mit britischen
       Kampfflugzeugen an Abwehrmaßnahmen in der Region beteiligt.
       
       Das britische Außenministerium forderte britische Staatsbürger in Bahrain,
       Kuwait, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten auf, angesichts des
       eskalierenden Konflikts im Nahen Osten „vor Ort Schutz zu suchen“. Das
       Außenministerium riet von allen nicht dringend notwendigen Reisen in die
       Region ab.
       
       ## 15.26 Uhr: Kämpfer von pro-iranischem Bündnis im Irak getötet
       
       afp | Bei einem Luftangriff im Irak sind vier Kämpfer des pro-iranischen
       paramilitärischen Bündnisses Hasched- al-Schaabi getötet worden. Acht
       weitere Menschen seien bei dem Angriff auf den Stützpunkt der Kämpfer in
       der Provinz Dijala verletzt worden, sagte ein irakischer
       Sicherheitsvertreter am Sonntag. Hasched-al-Schaabi, dessen Kämpfer formal
       in die irakischen Streitkräfte eingegliedert sind, sprach von einer
       „zionistisch-amerikanischen Bombardierung“.
       
       Derweil wurde der Norden des Irak, wo US-Soldaten stationiert sind, im Zuge
       des eskalierten Iran-Konflikts erneut Ziel von Raketen- und
       Drohnenangriffen. US-Luftabwehrsysteme fingen am Sonntag über der Stadt
       Erbil mindestens zwei Drohnen ab, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur
       AFP berichtete. In der Hauptstadt der autonomen Kurdenregion waren zudem
       Explosionen zu hören und Rauch stieg auf. Am US-Konsulat ertönten Sirenen.
       
       15.15 Uhr: Wurde ein US-Flugzeugträger getroffen?
       
       afp | Die iranischen Revolutionsgarden haben als Reaktion auf die
       US-israelischen Angriffe auf den Iran nach eigenen Angaben einen
       US-Flugzeugträger im Persischen Golf angegriffen und getroffen. „Der
       US-Flugzeugträger ‚USS Abraham Lincoln‘ wurde von vier ballistischen
       Raketen getroffen“, teilten die Revolutionsgarden am Sonntag laut örtlichen
       Medien mit. „Land und Meer werden mehr und mehr zum Friedhof der
       terroristischen Aggressoren“, warnten sie demnach.
       
       ## 15.14 Uhr: Drei Tote in Emiraten – ein Toter in Kuwait
       
       afp | Durch die iranischen Gegenangriffe sind in der Golfregion mehrere
       Menschen getötet worden. In den Vereinigten Arabischen Emiraten seien drei
       Menschen getötet worden, erklärte das Verteidigungsministerium der Emirate
       am Sonntag. Es handele sich um Staatsbürger aus Pakistan, Nepal und
       Bangladesch. 58 weitere Menschen seien verletzt worden.
       
       Die Vereinigten Arabischen Emirate hätten 165 ballistische Raketen
       entdeckt. 152 seien zerstört worden. 541 iranische Drohnen seien
       registriert worden, 506 von ihnen seien abgefangen und zerstört worden.
       
       Auch aus Kuwait wurden Opfer durch iranische Angriffe gemeldet. Nach
       Angaben des Gesundheitsministeriums des Landes wurde ein Mensch getötet. 32
       Menschen seien verletzt worden, alle seien Ausländer.
       
       ## 14.59 Uhr: Ex-Präsident Ahmadinedschad getötet
       
       dpa | Der ehemalige iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad ist bei einem
       Luftangriff in Teheran getötet worden. Nach Angaben der staatlichen
       Nachrichtenagentur Ilna befand sich der 69-Jährige zum Zeitpunkt des
       Angriffs gemeinsam mit Leibwächtern in seinem Haus im Osten der Hauptstadt.
       
       Ahmadinedschad führte den Iran von 2005 bis 2013. Zu Beginn galt er als
       Favorit des herrschenden schiitischen Klerus sowie der Hardliner und
       Konservativen im Parlament. Gegen Ende seiner Amtszeit wuchs die Kritik an
       seinem Kurs. Seine harte Linie in der Atompolitik löste internationale
       Sanktionen aus, die das Land in eine schwere Wirtschaftskrise führten.
       
       Wegen seiner militärischen Drohungen gegen Israel sowie der Leugnung des
       Holocaust war der Iran international isoliert. Seine Unterstützer wandten
       sich immer mehr von ihm ab, selbst unter den Hardlinern war er am Ende
       seiner Amtszeit umstritten.
       
       Ahmadinedschad stützte sich während seiner Präsidentschaft massiv auf die
       Revolutionsgarden (IRGC). Im Gegenzug verschaffte er ihnen Gewinne bei
       Privatisierungen sowie Kontrolle über strategische Wirtschaftssektoren.
       
       Obwohl Ahmadinedschad als Ziehsohn des jetzt getöteten Ajatollah Ali
       Chamenei galt, entwickelte er sich gegen Ende seiner Präsidentschaft und
       darüber hinaus zu einer unberechenbaren Opposition innerhalb des Systems.
       
       Sein Versuch, die Befugnisse des gewählten Präsidenten gegenüber dem Klerus
       zu erweitern – insbesondere durch den offenen Konflikt um das
       Geheimdienstministerium 2011 – führte zum Bruch mit dem Obersten Führer. In
       den Folgejahren wurde er politisch marginalisiert; der Wächterrat schloss
       ihn 2017, 2021 und 2024 von den Präsidentschaftswahlen aus.
       
       ## 14.25 Uhr: Saudi-Arabien bestellt iranischen Botschafter ein
       
       dpa | Nach iranischen Angriffen auf saudi-arabisches Territorium hat Riad
       den Botschafter der Islamischen Republik einbestellt. Hintergrund seien
       „eklatante iranische Angriffe“, die sich gegen das Königreich sowie andere
       „Bruderstaaten“ gerichtet hätten, teilte das saudische Außenministerium
       mit.
       
       Bei dem Treffen mit Botschafter Ali Reza Enajati habe der stellvertretende
       Außenminister Walid bin Abdulkarim Al-Churaidschi die Missbilligung und
       Verurteilung der Angriffe durch Riad bekräftigt. Saudi-Arabien lehne
       jegliche Verletzung der staatlichen Souveränität ab.
       
       Das Königreich werde alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um seine
       Sicherheit zu verteidigen und sein Staatsgebiet zu schützen, hieß es
       weiter. Eine unmittelbare Stellungnahme aus dem Iran lag zunächst nicht
       vor.
       
       Der saudische Fernsehsender Al-Arabija berichtete darüber hinaus, dass die
       Außenminister der Golfstaaten am Abend zu einem „Notfalltreffen“ per
       Videokonferenz zusammen kommen wollten, um über die Lage zu beraten.
       
       ## 14.18 Uhr: Israels Präsident Herzog hofft auf „neue Ära“
       
       rtr | Bei einem ‌Raketeneinschlag in der israelischen Stadt Beit Shemesh
       sind nach Angaben des ‌Rettungsdienstes sechs Menschen ums Leben gekommen.
       
       ## 14.16 Uhr: Merz äußert sich am Nachmittag
       
       afp | Die Tötung des geistlichen Oberhaupts des Iran, Ayatollah Ali
       Chamenei, und von Mitgliedern der iranischen Führung wird in der Union als
       Chance gesehen. Der CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt sieht in Chameneis Tod
       die Möglichkeit für eine Befreiung des Landes von der Mullah-Herrschaft und
       für eine demokratische Zukunft. Die CSU nannte die Tötungen „eine gute
       Nachricht“. Kanzler Friedrich Merz (CDU) will sich am Nachmittag äußern.
       
       „Die Getöteten gehörten zu den radikalsten Antisemiten der Welt und wollten
       Israel und das jüdische Volk vernichten“, sagte Hardt der „Rheinischen
       Post“. Die neue Führung stehe nun vor der wichtigsten Entscheidung: „Im
       Kampf gegen die USA untergehen oder einen demokratischen Übergang im Land
       ermöglichen.“ Die „Tage der Regimes“ seien jedenfalls „gezählt“. Der neue
       Iran werde dann ein Erfolgsmodell, wenn er alle Volksgruppen vertrete und
       die Unterstützung der libanesischen Hisbollah-Miliz, der Huthi-Rebellen im
       Jemen und anderer einstelle.
       
       Der CDU-Politiker und Parlamentarische Staatssekretär im
       Bundesinnenministerium, Christoph de Vries, sagte den Funke-Zeitungen, es
       „gut“, dass Chamenei – ein „Terrorist, Massenmörder und Unterdrücker des
       iranischen Volkes“ – tot sei. Es bestehe „eine historische Chance für einen
       freien, demokratischen Iran und für Stabilität und Frieden im Nahen Osten“.
       
       Auch aus der CSU kam Zustimmung zum Militärschlag gegen den Iran. „Der Tod
       von Ali Chamenei und weiteren Köpfen des Teheraner Terrorregimes ist eine
       gute Nachricht für die Sicherheit Deutschlands und Europas“, sagte
       CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann dem „Münchner Merkur“. Er forderte
       die anderen Parteien auf, sich hinter dieser Position zu sammeln. „Bei
       allen Mahnungen, die jetzt aus Deutschland und Europa gegen diesen
       Militäreinsatz zu hören sind, sollte nicht vergessen werden, dass es dabei
       auch um unsere Sicherheit geht.“
       
       🐾 14.02 Uhr: Wie geht es nun weiter?
       
       Kommt nun der Frieden nach Iran? „Wahrscheinliche Szenarien sind eine
       Militärdiktatur oder Chaos“, schreibt Nahost-Korrespondent [2][Karim
       El-Gawhary für die taz.]
       
       ## 14.01 Uhr: Wadephul verteidigt Angriffe auf Iran
       
       rtr | Bundesaußenminister ‌Johann Wadephul verteidigt die Angriffe Israels
       und der USA auf den Iran ‌als notwendig. DEm Sender NDR Info sagt der
       CDU-Politiker, das iranische Regime gefährde nicht nur Israel, sondern auch
       die Interessen Europas. „Ich nehme zum jetzigen Zeitpunkt keine
       abschließende völkerrechtliche Beurteilung vor“, sagt Wadephul. Man müsse
       aber sehen, dass das iranische Regime auch Russland mit Drohnen versorge,
       die dann im Angriffskrieg gegen die Ukraine eingesetzt würden.
       
       Zudem unterstütze das Regime in Teheran Terrororganisationen wie die
       Hisbollah und die Hamas. Eine Lösung könne nur darin bestehe, dass die
       iranische Führung auf den Besitz von Nuklearwaffen verzichte. Deutschland
       betreibe keine aktive Politik, um einen Regierungswechsel im Iran
       herbeizuführen. Die Bundesregierung stehe aber an der Seite der
       Bevölkerung, die in einer Art und Weise misshandelt werde, wie man es
       selten gesehen habe.
       
       13.42 Uhr: Geheimdienstexperte warnt vor Vergeltung in Europa
       
       rtr | Der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums der
       Geheimdienste in Deutschland, Marc Henrichmann, ‌warnt vor Anschlägen
       iranischer Kräfte in Europa. „Vergeltungsmaßnahmen, auch durch iranische
       Schläferzellen in Europa, sind nicht auszuschließen“, sagt der
       CDU-Politiker der „Süddeutschen Zeitung“. Wachsamkeit sei das Gebot der
       Stunde. „Das iranische Regime hat in der Vergangenheit wiederholt gezeigt,
       dass es seinen Terror auch außerhalb der eigenen Grenzen austrägt.“ Es
       befinde sich „aktuell im absoluten Überlebenskampf“.
       
       13.41 Uhr: Israel: Vier Tote bei iranischen Raketenangriffen
       
       dpa | Bei neuen iranischen Raketenangriffen auf Israel sind nach
       israelischen TV-Angaben mindestens vier Menschen getötet worden. Nach
       Angaben des Senders N12 kamen sie beim Einschlag einer Rakete in einem
       Gebäude in der Stadt Beit Schemesch ums Leben. Weitere Menschen erlitten
       Verletzungen. Die Stadt liegt westlich von Jerusalem. Auch Einwohner von
       Tel Aviv berichteten von lauten Explosionen bei den neuen Raketenangriffen.
       
       Millionen von Einwohnern harrten in Schutzräumen aus. „Wir hören immer
       wieder laute Knallgeräusche, möglicherweise sind das auch Abwehrraketen“,
       sagte ein Einwohner Tel Avivs. „Es nimmt einfach kein Ende.“ Seit Beginn
       der israelisch-amerikanischen Angriffe im Iran am Samstagmorgen berichten
       Einwohner Israels von ständigen Gegenangriffen des Irans auf israelische
       Bevölkerungszentren, teilweise im halbstündigen Takt.
       
       Am Samstag war bei einem Raketeneinschlag in Tel Aviv eine Frau getötet
       worden. Insgesamt starben nach offiziellen Angaben bei iranischen
       Raketenangriffen auf Israel bisher sechs Menschen, Dutzende weitere wurden
       verletzt.
       
       ## 13.35 Uhr: Israel kommentiert Berichte über Angriff auf Schule
       
       ap | Das israelische Militär ist sich nach Angaben eines Sprechers keiner
       Angriffe durch Israel oder die USA in der Gegend einer Mädchenschule im
       Süden des Irans bewusst, wo iranischen Angaben zufolge mehr als 100
       Menschen getötet worden sein wollen. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna
       meldete, die Schule in Minab sei am Samstag getroffen worden. Ein Sprecher
       des US-Militärs, Tim Hawkins, teilte am Samstag mit, die USA ermittelten zu
       Berichten über einen Beschuss.
       
       13.30 Uhr: Behörden: 108 Tote bei Angriff auf Schule
       
       afp | Bei einem Angriff auf eine Mädchenschule im Süden des Iran sind nach
       Angaben von Rettungskräften des Iranischen Roten Halbmondes mindestens 108
       Menschen getötet worden. Auch die iranischen Justizbehörden sprachen von
       108 Toten, ein lokaler Behördenvertreter machte Israel für den Angriff in
       Minab verantwortlich. Indes erklärte die israelische Armee, sie wisse
       nichts über einen israelischen oder US-Angriff in Minab. „Wir gehen mit
       äußerster Präzision vor“, sagte Armeesprecher Nadav Shoshani am Sonntag vor
       Journalisten.
       
       Der Gouverneur des Bezirks Minab beschuldigte am Samstag Israel, die
       Grundschule mit Raketen angegriffen zu haben. Die Nachrichtenagentur AFP
       hatte zunächst keinen Zugang zu dem Gelände, um die Zahl der Opfer oder die
       Umstände zu überprüfen.
       
       Der iranische Präsident Massud Peseschkian sprach von einem „barbarische
       Akt“, der „eine weitere dunkle Seite in der Bilanz der unzähligen, von den
       Angreifern begangenen Verbrechen“ darstelle.
       
       🐾 13.25 Uhr: Wie schaffte Chamenei es an die Spitze?
       
       Wer war der oberste Führer des Irans und wie kam Ali Chamenei an seine
       Macht? Darüber schreibt [3][Ali Sadrzadeh in seinem Text für die taz.]
       
       12.40 Uhr: Antisemitismusbeauftragter warnt vor Gewalt in Deutschland
       
       rtr | Der ‌Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein,
       warnt vor Gewalt in Deutschland. Es sei damit zu rechnen, „dass der Iran
       seine Netzwerke hierzulande für Terroranschläge gegen jüdische und
       israelische Einrichtungen nutzen wird“, sagt Klein den Zeitungen der Funke
       Mediengruppe. „Den Mechanismus zwischen erhöhten Spannungen im Nahen Osten
       und verstärkten Angriffen auf jüdisches Leben in Europa haben wir in der
       Vergangenheit immer wieder gesehen.“
       
       ## 12.36 Uhr: Israels Staatsflugzeug zum BER gebracht
       
       dpa | Israels Staatsflugzeug ist nach Beginn des Kriegs gegen den Iran zum
       Berliner Flughafen BER gebracht worden – und damit außerhalb des
       Kampfgebiets. Es parkt dort auf dem Rollfeld, wie ein dpa-Reporter
       beobachtete.
       
       Nach Daten des Luftverkehr-Portals „Flightradar“ war die Maschine am frühen
       Samstagnachmittag Ortszeit (kurz nach 13.00 Uhr MEZ) in Israel gestartet
       und kreiste dann stundenlang über dem Mittelmeer, bevor sie nach
       Deutschland flog und am Abend am BER landete. Israel und die USA hatten am
       Samstagmorgen breit angelegte Angriffe gegen den Iran begonnen, der seitdem
       unter anderem Ziele in Israel beschießt.
       
       Der Flughafen BER äußerte sich auf Anfrage nicht zum Aufenthalt des
       Fliegers, auch die israelische Botschaft reagierte zunächst nicht auf eine
       Anfrage. Bereits bei früheren Konflikten war die Maschine nach israelischen
       Medienberichten zum Schutz vor Raketenangriffen außer Landes gebracht
       worden. Israels Staatsflugzeug „Flügel Zions“ ist eine Boeing 767, die
       speziell für offizielle Regierungsreisen und diplomatische Missionen
       ausgestattet wurde. Es dient sowohl dem Präsidenten als auch dem
       Ministerpräsidenten Israels und ist mit modernster Kommunikationstechnik
       gesichert.
       
       ## 12.36 Uhr: Zypern weist Berichte über iranische Raketen zurück
       
       dpa | Die Regierung der EU-Inselrepublik Zypern hat Berichte
       zurückgewiesen, wonach iranische Raketen in Richtung der Mittelmeerinsel
       abgefeuert wurden. Regierungssprecher Konstantinos Letymbiotis schrieb am
       Sonntag auf der Plattform X, entsprechende Darstellungen träfen nicht zu.
       
       Im Zusammenhang mit Aussagen und Medienberichten über einen Abschuss von
       Raketen in Richtung Zyperns werde klargestellt, „dass dies nicht der Fall
       ist und es keinerlei Hinweise darauf gibt, dass eine Bedrohung für das Land
       bestanden hat“, erklärte Letymbiotis. Die zuständigen Behörden verfolgten
       die Lage fortlaufend und sehr aufmerksam, hieß es weiter.
       
       Zuvor hatte der britische Verteidigungsminister John Healey vor der Gefahr
       „zunehmend wahlloser iranischer Vergeltungsangriffe“ gewarnt. Dem
       britischen Sender Sky News sagte er, es seien zwei iranische Raketen in
       Richtung Zypern abgefeuert worden.
       
       ## 12.32 Uhr: Hisbollah will sich „Aggression entgegenstellen“
       
       afp | Nach den Angriffen Israels und der USA auf den Iran hat die
       Hisbollah-Miliz im Libanon geschworen, sich der „Aggression“
       entgegenzustellen. „Wir werden unsere Pflicht wahrnehmen, uns der
       Aggression entgegenzustellen“, erklärte der Anführer der pro-iranischen
       Schiiten-Miliz, Naim Kassem, am Sonntag. „Was auch immer die Opfer sind,
       wir werden (…) das Feld der Ehre und des Widerstands nicht verlassen.“
       
       Die von Teheran unterstützte Miliz hat seit Beginn der US-israelischen
       Angriffe auf den Iran am Samstag nicht eingegriffen. Für Sonntagnachmittag
       war im Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut aber eine
       Unterstützungskundgebung geplant.
       
       Die Hisbollah will auch Trauerbekundungen für den bei den Angriffen
       getöteten obersten Führer des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, organisieren.
       Die Regierung in Beirut hatte am Samstag erklärt, der Libanon wolle nicht
       in den Konflikt hineingezogen werden.
       
       ## 12.20 Uhr: Stau in der Straße von Hormus
       
       rtr | Mindestens 150 Tanker, darunter Rohöl- und Flüssiggasschiffe, haben
       in den offenen Gewässern vor der Straße von Hormus den Anker geworfen.
       Dutzende weitere liegen auf der anderen Seite der Meerenge fest, wie aus
       einer Reuters-Auswertung von Daten der Plattform MarineTraffic hervorgeht.
       Die Schiffe stauen sich vor den Küsten der großen Ölproduzenten Irak und
       Saudi-Arabien sowie vor Katar.
       
       ## 12.17 Uhr: Israel: Iranische Raketenabschussrampen zerstört
       
       dpa | Seit Beginn der Angriffe auf den Iran hat die israelische Armee nach
       eigenen Angaben Dutzende Raketenabschussrampen zerstört. Ein israelischer
       Armeesprecher sagte, zu Beginn des letzten Kriegs gegen den Iran im
       vergangenen Juni habe Teheran über gut 3.000 ballistische Raketen verfügt.
       Dieses Arsenal sei damals etwa halbiert worden.
       
       „Inzwischen haben sie es wieder aufgefüllt, sodass es nun wieder bei rund
       2.500 liegt – und die Zahl steigt“, sagte der Militärsprecher. Seit Beginn
       des jüngsten Schlagabtauschs habe der Iran Hunderte Raketen auf Israel
       sowie andere Länder in der Region abgefeuert.
       
       Teheran strebe danach, ein deutlich größeres Arsenal aufzubauen, sagte er.
       Er nannte die Zahl von rund 8.000 ballistischen Raketen. Ein Ziel der
       gegenwärtigen Operation sei, dies zu verhindern. Die Angaben lassen sich
       nicht unabhängig überprüfen.
       
       11.55 Uhr: Israel weist Schuld an Angriff auf Schule zurück
       
       dpa | Israel hat eine Verantwortung für einen Angriff auf eine
       Mädchenschule im Iran zurückgewiesen. Die staatliche iranische
       Nachrichtenagentur Irna hatte berichtet, bei einem Raketenangriff im Süden
       des Landes seien mehr als hundert Schülerinnen ums Leben gekommen.
       Getroffen worden sei eine Grundschule für Mädchen in der Provinz Hormusgan.
       
       „Zu diesem Zeitpunkt sind uns keine israelischen oder amerikanischen
       Angriffe dort bekannt“, sagte der israelische Militärsprecher Nadav
       Schoschani. „Ich weiß, dass die Amerikaner nachprüfen, ich weiß, dass wir
       nachprüfen“, ergänzte der Sprecher.
       
       „Und was ich weiß, ist, dass wir in der Lage waren – und das wird auch von
       den Amerikanern und den Iranern bestätigt – 40 Personen auszuschalten, die
       sich vor uns versteckt hatten, auf sehr präzise Weise, mehr als tausend
       Meilen entfernt“, sagte Schoschani offenbar mit Blick auf die Tötung des
       iranischen Staatsoberhaupts und Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei.
       Dies könnten nicht viele Armeen auf der Welt und es bedeute, „dass wir
       extrem präzise operieren“. Die Angaben beider Kriegsparteien lassen sich
       nicht unabhängig überprüfen.
       
       ## 11.55 Uhr: Irans Sicherheitschef warnt vor Spaltungsversuchen
       
       afp | Der iranische Sicherheitschef Ali Laridschani hat nach den
       US-israelischen Angriffen auf sein Land davor gewarnt, einen Keil in das
       iranische Volk treiben zu wollen. „Gruppen, die versuchen, den Iran zu
       spalten, sollten wissen, dass wir das nicht tolerieren werden“, sagte
       Laridschani, Chef des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, am Sonntag in
       einem vom Staatsfernsehen ausgestrahlten Interview. Er rief die Iraner zur
       Geschlossenheit auf.
       
       Parlamentssprecher Mohammed Bagher Ghalibaf sagte mit Blick auf die Tötung
       des Obersten Führers Ayatollah Ali Chamenei, der Iran sei auf „alle
       Szenarios“ vorbereitet gewesen. „Wir haben uns auf diese Momente
       vorbereitet und uns mit allen Szenarios befasst“, sagte Ghalibaf in einem
       vom Staatsfernsehen verbreiteten Video. US-Präsident Donald Trump und der
       israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hätten „unsere roten
       Linien überschritten“ und „werden die Konsequenzen erleiden“, fügte der
       Sprecher des iranischen Parlaments hinzu.
       
       In der südiranischen Stadt Schiras versammelten sich am Sonntagmorgen
       zahlreiche Menschen und forderten Vergeltung für die Tötung des Obersten
       Führers, wie örtliche Medien berichteten. Die Demonstranten trugen
       Chamenei-Porträts, riefen die iranischen Streitkräfte auf, den Tod
       Chameneis zu rächen, und skandierten „Tod für Amerika“ und „Tod für
       Israel“, wie in einem von der Nachrichtenagentur Tasnim gesendeten Video zu
       sehen war. Ähnliche Versammlungen gab es auch in anderen iranischen
       Städten, darunter Teheran und Jasd im Landesinneren.
       
       11.45 Uhr: China: Tötung Chameneis inakzeptabel
       
       rtr | Chinas Außenminister Wang Yi verurteilt die Angriffe der USA und
       Israels auf den Iran als inakzeptabel. In einem Telefonat mit dem
       russischen Außenminister Sergej Lawrow kritisiert er laut der
       Nachrichtenagentur Xinhua besonders, dass die Attacken während laufender
       Verhandlungen stattgefunden hätten. Die „unverhohlene Tötung“ eines
       souveränen Staatsoberhaupts und die Anstiftung zum Regimewechsel seien
       nicht hinnehmbar. Peking fordere ein sofortiges Ende der Militäraktionen
       und eine Rückkehr zum Dialog.
       
       ## 11.44 Uhr: Angriff löst Debatte im US-Kongress aus
       
       ap | Im US-Kongress gibt es Forderungen nach einer schnellen Abstimmung
       über eine Resolution zu Kriegsrechten, um den militärischen Angriff von
       Präsident Donald Trump gegen den Iran einzudämmen. Einige sehen in dem
       Vorgehen Trumps eine potenziell illegale Kampagne, die dazu führen könnte,
       dass die USA tiefer in einen Nahost-Konflikt hineingerieten.
       
       Schon lange vor den Militäreinsätzen am Samstag hatten das
       Repräsentantenhaus und der Senat Resolutionen zu Kriegsbefugnissen
       entworfen. Jetzt soll eine seltene Debatte über Kriegsrechte kommende Woche
       zu einer Art Referendum über die Entscheidung von Trump werden, den Iran
       ohne offizielle Genehmigung des Kongresses anzugreifen.
       
       „Hat Präsident Trump nichts aus jahrzehntelanger US-Einmischung im Iran und
       ewigen Kriegen im Nahen Osten gelernt?“, fragte der demokratische
       US-Senator Tim Kaine. Die Angriffe gegen den Iran seien „ein kolossaler
       Fehler“.
       
       Im Repräsentantenhaus traten der demokratische Abgeordnete Ro Khanna und
       sein republikanischer Kollege Thomas Massie für eine öffentliche Abstimmung
       des Kongresses über eine Resolution ein. „Der Kongress muss am Montag
       zusammentreten, um abzustimmen, um das zu stoppen“, sagte Khanna. Der
       republikanische Trump-Gegner Massie kritisierte mit Blick auf Trumps
       Wahlkampfslogan: „Das ist nicht „America First“.“
       
       Doch Massie war mit seiner Kritik eine Ausnahme unter den Republikanern.
       Viele Vertreter der Partei von Trump lobten die Angriffe gegen den Iran.
       Viele verwiesen auf die langjährigen Atom- und Raketenprogramme des Irans,
       die eine militärische Reaktion rechtfertigten. „Gut gemacht, Herr
       Präsident“, sagte der republikanische Senator Lindsey Graham.
       
       ## 11.39 Uhr: Angriff auf Schule wäre Völkerrechtsverstoß
       
       dpa | Das Kinderhilfswerk Unicef ist „zutiefst besorgt“ über die
       Bombardierungen im Iran. „Es gibt Berichte über Angriffe auf Schulen im
       Iran, darunter eine Mädchenschule in Minab“, teilte das Kinderhilfswerk in
       Köln mit. „Angriffe auf Zivilpersonen und zivile Objekte, einschließlich
       Schulen, stellen einen Verstoß gegen das Völkerrecht dar.“
       
       Nach iranischen Angaben sind bei einem Raketenangriff im Süden des Landes
       mindestens 108 Schülerinnen ums Leben gekommen. Getroffen worden sei eine
       Grundschule für Mädchen in der Provinz Hormusgan, berichtete die staatliche
       Nachrichtenagentur Irna. Dutzende weitere Schülerinnen seien verletzt
       worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
       
       Unicef rief zur sofortigen Einstellung der Kampfhandlungen auf. Zudem
       appellierte das Kinderhilfswerk an alle Konfliktparteien, größtmögliche
       Zurückhaltung zu üben und ihren Verpflichtungen nach dem humanitären
       Völkerrecht und den Menschenrechten nachzukommen. Dazu gehöre insbesondere
       der Schutz der Zivilbevölkerung und der Dienstleistungen, auf die Kinder
       zum Überleben angewiesen seien.
       
       ## 11:35 Uhr: Netanjahu ruft Iraner zum Aufstand auf
       
       dpa | Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die
       Bevölkerung im Iran in einer auf Farsi verbreiteten Videobotschaft zum
       Sturz der politischen Führung in Teheran aufgerufen. Die Ansprache wurde
       allem Anschein nach mit Künstlicher Intelligenz (KI) auf Farsi erstellt.
       „Bürger des Irans, lasst euch diese Gelegenheit nicht entgehen“, sagte
       Netanjahu dort.
       
       Er rief die Iraner auf, auf die Straße zu gehen, „um die Sache zu
       vollenden, um das Terrorregime zu stürzen, das euer Leben zur Hölle gemacht
       hat“. Netanjahu kündigte zudem an, Israel werde in den kommenden Tagen
       „Tausende Ziele des terroristischen Regimes“ angreifen, um die „Bedingungen
       für das mutige Volk des Irans zu schaffen, sich von den Ketten der Tyrannei
       zu befreien“.
       
       Netanjahu hatte bereits am Samstagabend in einer Ansprache auf Hebräisch
       einen ähnlichen Aufruf an die Iraner gerichtet. „Die Hilfe, auf die ihr
       gehofft habt. Diese Hilfe ist angekommen“, sagte er in der Videobotschaft
       weiter.
       
       ## 11.32 Uhr: London warnt vor „wahllosen“ Angriffen
       
       dpa | Der britische Verteidigungsminister John Healey warnt vor der Gefahr
       von „zunehmend wahllosen iranischen Vergeltungsangriffen“. Es seien zwei
       Raketen Richtung Zypern abgefeuert worden. „Wir glauben nicht, dass sie
       gezielt auf Zypern gerichtet waren“, sagte Healey dem Sender Sky News. Es
       sei aber ein Beispiel dafür, dass es eine „sehr reale (…) Bedrohung durch
       ein Regime“ gebe, das in der gesamten Region weit um sich schlage.
       
       Großbritannien beteiligt sich im Nahen Osten an einem defensiven
       Militäreinsatz, wie Premierminister Keir Starmer bereits am Samstag
       mitgeteilt hatte. Healey erläuterte, dass britische Flugzeuge Drohnen und
       Raketen abschießen, wenn sie diese sehen. Die Einheiten starten demnach
       unter anderem in Bahrain und auf Zypern. „Wenn ich also davon spreche, dass
       Großbritannien im Rahmen koordinierter regionaler Verteidigungsoperationen
       eine Rolle bei der Stärkung der regionalen Stabilität spielt, dann meine
       ich genau das“, sagte Healey.
       
       Er kritisierte außerdem, dass iranischen Kommandeuren zunehmend erlaubt
       werde, ihre eigenen Ziele auszuwählen, da das Land „die Kontrolle über
       seine Befehls- und Kommandostrukturen verliert“.
       
       ## 11.20 Uhr: Nordkorea verurteilt Angriffe als „illegale Aggression“
       
       rtr | Nordkorea verurteilt die Angriffe der USA und Israels auf den Iran
       als „Verletzung der nationalen Souveränität“. Die Militäroperation sei eine
       „illegale Aggression“, meldet die amtliche Nachrichtenagentur KCNA.
       
       ## 11.16 Uhr: Söder sieht Chance für Wandel im Iran
       
       dpa | CSU-Chef Markus Söder sieht durch die Angriffe Israels und der USA
       eine Chance für grundlegende politische Veränderungen im Iran. „Der
       entschlossene Einsatz der USA und Israels ermöglicht endlich den erhofften
       Wandel im Iran“, schrieb Bayerns Ministerpräsident auf der Plattform X.
       „Nach Jahrzehnten unter der Herrschaft eines grausamen Terrorregimes bietet
       sich nun die Chance auf Freiheit und die Einhaltung von Menschenrechten.“
       Er sprach von „historischen Stunden im Nahen Osten“.
       
       Man unterstütze das iranische Volk bei seinem Streben nach
       Selbstbestimmung, schrieb Söder weiter. Die „willkürlichen Angriffe des
       Regimes“ auf die Staaten in der Golfregion müssten sofort enden. „Viel zu
       lange hat Iran den Nahen Osten mit brutaler Gewalt destabilisiert.“
       
       Am Samstagmorgen hatten die USA und Israel koordinierte Luft- und
       Raketenangriffe gegen Ziele im Iran begonnen, bei denen unter anderem
       Religionsführer und Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei getötet wurde.
       Teheran reagierte seinerseits mit Angriffen auf Israel sowie auf Ziele in
       der Golfregion, wo es US-Militärstützpunkte gibt.
       
       11.15 Uhr: Tötung Chameneis ist „zynischer Mord“
       
       rtr | Der russische Präsident Wladimir Putin kondoliert seinem iranischen
       Kollegen Massud Peseschkian zum Tod von Ajatollah Ali Chamenei. Putin
       bezeichne die Tötung als „zynischen Mord“, meldet die Nachrichtenagentur
       Tass. Dies sei eine Verletzung aller Normen der menschlichen Moral und des
       Völkerrechts.
       
       ## 11.10 Uhr: Großteil von Irans Flugabwehr ausgeschaltet
       
       rtr | Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben die Mehrheit der
       Flugabwehrsysteme im Westen und Zentrum des Iran ausgeschaltet. Ziel sei es
       zudem, die iranischen Boden-Boden- und Boden-Luft-Raketen zu treffen.
       
       11.05 Uhr: Ajatollah Arafi in Übergangs-Führungsrat berufen
       
       rtr | Der Geistliche Aliresa Arafi wird der Nachrichtenagentur Isna zufolge
       in den iranischen Führungsrat berufen. Das Gremium nehme die Aufgaben des
       Obersten Führers wahr, bis der Expertenrat einen Nachfolger gewählt habe.
       Arafi bilde zusammen mit Präsident Massud Peseschkian und Justizchef
       Gholamhossein Mohseni Edschei die vorübergehende Staatsspitze.
       
       ## 11.03 Uhr: Irans Präsident sieht Tötung als Kriegserklärung
       
       dpa | Irans Präsident Massud Peseschkian hat die gezielte Tötung von
       Religionsführer Ali Chamenei als offene Kriegserklärung bezeichnet. Diese
       richte sich gegen alle Muslime, insbesondere aber gegen alle Schiiten
       weltweit. Peseschkian erklärte laut der staatlichen Nachrichtenagentur
       Irna: „Der Iran betrachtet die Vergeltung und Blutrache an den Tätern und
       Drahtziehern dieses Verbrechens als Pflicht und legitimes Recht.“ Chamenei
       sei ein „Märtyrer“, dessen Standhaftigkeit ihn in die Geschichtsbücher
       eingeschrieben habe.
       
       ## 10.47 Uhr: Unicef ruft zu Ende der Kampfhandlungen auf
       
       epd | Das UN-Kinderhilfswerk Unicef ruft nach den Angriffen im Iran und in
       der Region die Konfliktparteien zur sofortigen Einstellung der
       Kampfhandlungen und zur Deeskalation auf. Alle Beteiligten sollten
       „größtmögliche Zurückhaltung“ üben und ihren Verpflichtungen mit Blick auf
       Völkerrecht und Menschenrechte nachkommen, erklärte das Hilfswerk der
       Vereinten Nationen am Sonntag in Köln. „Dazu gehört insbesondere der Schutz
       der Zivilbevölkerung und der lebensnotwendigen Dienstleistungen, auf die
       Kinder zum Überleben angewiesen sind.“
       
       ## 10.44 Uhr: Weitere Iran-Demo in Berlin
       
       dpa | Nach den Angriffen Israels und der USA auf den Iran und dem Tod des
       Religionsführers Chamenei Ajatollah Ali Chamenei sind in Berlin weitere
       Demonstrationen angekündigt. Für den Nachmittag ist eine Kundgebung am
       Brandenburger Tor mit 5.000 Teilnehmern angemeldet, wie ein Sprecher der
       Berliner Polizei sagte. Die Versammlung trägt den Titel „Freiheit für Iran
       unter Führung von Prinz Reza Pahlavi“ und soll um 15 Uhr beginnen. Zudem
       sei eine Versammlung an der iranischen Botschaft in Dahlem mit rund 150
       Teilnehmern angemeldet.
       
       Bereits am Samstagnachmittag fand in Berlin-Mitte eine Kundgebung statt.
       Rund 1.600 Menschen nahmen laut Polizeiangaben daran teil, rund die Hälfte
       weniger als zuvor angemeldet. Neben kleineren Versammlungen an der
       iranischen Botschaft und am Neptunbrunnen kamen am späten Abend zudem noch
       etwa 500 Menschen am Breitscheidplatz zusammen. Die Versammlung sei
       friedlich verlaufen und habe eher „Happening Charakter“ mit Freudentänzen
       gehabt, so der Polizeisprecher.
       
       ## 10.38 Uhr: Hamas verurteilt Tötung von Chamenei
       
       afp | Die radikalislamische Hamas hat die Tötung des geistlichen Oberhaupts
       des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, bei US-israelischen Angriffen als ein
       „abscheuliches Verbrechen“ verurteilt. Die Vereinigten Staaten und Israel
       als „faschistische Besatzerregierung tragen die volle Verantwortung für
       diese eklatante Aggression“ und das gegen die Souveränität des Iran
       gerichtete „abscheuliche Verbrechen“ sowie für die „schlimmen Auswirkung
       auf die Sicherheit und Stabilität der Region“, erklärte die Hamas am
       Sonntag.
       
       „Wir betrauern den Tod von Ayatollah Ali Chamenei. Er hat unser Volk,
       unsere Sache und unseren Widerstand politisch, diplomatisch und militärisch
       unterstützt“, fügte die radikale Palästinenserorganisation hinzu.
       
       Der Islamische Dschihad bezeichnete die Tötung Chameneis als
       „Kriegsverbrechen“. Die mit der Hamas verbündete Organisation war an dem
       Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 beteiligt, der den jüngsten Krieg im
       Gazastreifen ausgelöst hatte.
       
       ## 10.37 Uhr: Öltanker vor Küste Omans angegriffen
       
       dpa | Vor der Küste des Golfstaats Oman ist nach staatlichen Angaben ein
       Öltanker angegriffen worden. Der Tanker „Skylight“ sei etwa neun Kilometer
       vor der omanischen Küste bei Musandam attackiert worden, meldete die
       Nachrichtenagentur Oman News Agency unter Berufung auf das omanische
       Zentrum für maritime Sicherheit. Dabei seien vier Personen verletzt worden.
       Die 20-köpfige Besatzung des Schiffs unter der Flagge des pazifischen
       Inselstaats Palau sei evakuiert worden. Weitere Details waren zunächst
       nicht bekannt.
       
       Der Vorfall ereignete sich nahe der Straße von Hormus. Die iranische
       Nachrichtenagentur hatte gestern gemeldet, dass die iranischen
       Revolutionsgarden den Schiffsverkehr der strategisch wichtigen Meerenge
       eingeschränkt haben. Demnach erhielten Schiffe wiederholt Funkmeldungen, in
       denen ihnen die Durchfahrt untersagt wurde. Die Besatzungen würden
       aufgefordert, die Maschinen zu stoppen und sich auf ein mögliches Entern
       vorzubereiten, hieß es.
       
       10.35 Uhr: Katar meldet Beschuss
       
       ap | In Katar sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums Raketen und
       Drohnen aus dem Iran abgefangen worden. Opfer habe es nicht gegeben,
       berichtete das Ministerium am Sonntag. Katar habe alle Maßnahmen zum Schutz
       des Landes ergriffen.
       
       ## 10.34 Uhr: Dreitägige Staatstrauer im Irak angekündigt
       
       afp | Nach der Tötung des geistlichen Oberhaupts des Iran, Ayatollah Ali
       Chamenei, bei US-israelischen Angriffen hat der Irak eine dreitägige
       Staatstrauer ausgerufen. Dies teilte Regierungssprecher Bassem al-Awadi am
       Sonntag mit. Chamenei sei „bei einem eklatanten Akt der Aggression“ getötet
       worden, erklärte al-Awadi weiter. „In großer Trauer sprechen wir den edlen
       Menschen des Iran und gesamten muslimischen Welt unser Beileid aus“, fügte
       der Sprecher hinzu. Er forderte zudem eine sofortige Waffenruhe. Die
       Angriffe führten „zu einer nie dagewesenen Gewalt in der Region“.
       
       Auch der einflussreiche irakische Schiitenführer Moktada Sadr rief eine
       dreitägige Trauer aus. Der Koordinationsrahmen, ein Bündnis schiitischer
       Parteien, erklärte, „mit großem Bedauern und tiefer Trauer beklagen wir den
       Tod des Märtyrerführers Ayatollah Ali Chamenei“. Sein „Blut wird für alle
       Generationen ein Leitstern bleiben“ und „der Fluch wird die mörderischen
       Zionisten für alle Zeit verfolgen“.
       
       Der oberste irakische Schiitenführer Ayatollah Ali Sistani rief die
       Iranerinnen und Iraner zur Einheit auf. „Vom großartigen iranischen Volk
       wird erwartet, seine Einheit zu bewahren, standhaft zu bleiben und die
       finsteren Ziele des Aggressors abzuwehren“, erklärte er.
       
       ## 10.31 Uhr: Vereinigte Arabische Emirate warnen Iran
       
       ap | Ein Berater des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate hat
       Angriffe des Irans auf Golfstaaten als Reaktion auf Luftangriffe der USA
       und Israels kritisiert. „Ihr Krieg richtet sich nicht gegen Ihre Nachbarn“,
       teilte Anwar Gargasch am Sonntag auf der Plattform X mit. „Kehren Sie zur
       Vernunft zurück, zu Ihrer Umgebung und gehen Sie mit Ihren Nachbarn mit
       Vernunft und Verantwortungsbewusstsein um, bevor sich der Kreis der
       Isolation und Eskalation ausweitet.“
       
       10.04 Uhr: Israel greift Ziele im Herzen von Teheran an
       
       dpa | Erneut hat es in der iranischen Hauptstadt Teheran laute Explosionen
       gegeben. Die israelische Armee teilte mit, man greife „Ziele des iranischen
       Terrorregimes im Herzen von Teheran an“. Einwohner berichteten, es handele
       sich offenbar um Angriffe im Stadtzentrum. Die israelische Armee gab an,
       sie habe im Verlauf des vergangenen Tages großangelegte Angriffe im Iran
       ausgeführt, „um die Lufthoheit herzustellen und den Weg nach Teheran zu
       ebnen“.
       
       ## 9.59 Uhr: Dubai meldet Verletzte bei Drohnenabwehr
       
       dpa | In Dubai in den Vereinigten Arabischen Emirate sind bei der Abwehr
       von Drohnenangriffen zwei Menschen verletzt worden. Trümmerteile seien in
       die Höfe von zwei Wohnhäusern gefallen, teilte das Medienbüro von Dubai
       mit. Explosionsgeräusche in der Stadt seien auf Abfangraketen
       zurückzuführen, hieß es weiter.
       
       Bereits am Samstag war es im Zuge der aktuellen Eskalation zu einem Feuer
       am bekannten Luxushotel Burj al Arab gekommen. In Behördenangaben war von
       einem „kleinen Brand“ die Rede. Ein Video zeigte aber, dass es an der
       Außenwand des mehr als 300 Meter hohen Wolkenkratzers über mehrere
       Stockwerke hinweg brannte.
       
       ## 9.53 Uhr: Israel: Luftwaffe hat Chamenei gezielt getötet
       
       dpa | Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben den tödlichen Angriff
       auf Irans obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei ausgeführt. Das Militär
       gab bekannt, es habe am Samstag „den Obersten Führer des iranischen
       Terrorregimes eliminiert“. Sowohl Israel als auch die USA greifen seit
       Samstag Ziele im Iran an.
       
       „Ali Chamenei wurde in einer präzisen, großangelegten Operation der
       israelischen Luftwaffe ausgeschaltet, die auf exakten
       Geheimdienstinformationen beruhte, während er sich in seinem zentralen
       Führungskomplex im Herzen von Teheran aufhielt, gemeinsam mit weiteren
       hochrangigen Funktionären“, hieß es weiter in der Mitteilung.
       
       Chamenei sei „über viele Jahre hinweg direkt verantwortlich für die
       gewaltsame Unterdrückung iranischer Bürger“ gewesen. Außerdem sei er der
       „Architekt des Plans zur Zerstörung des Staates Israel“ gewesen. Man habe
       ihn als „Kopf der iranischen Krake“ bezeichnet, „die ihre Arme über den
       gesamten Nahen Osten bis an die Grenzen des Staates Israel ausstreckte“.
       Chamenei sei verantwortlich für „Terroranschläge gegen den Staat Israel,
       und das Blut vieler Zivilisten aus aller Welt klebte an seinen Händen“.
       
       ## 9.52 Uhr: Mehrere Tote nach Protesten in Pakistan
       
       dpa | Nach der Tötung von Irans oberstem Führer Ajatollah Ali Chamenei sind
       bei Protesten am US-Konsulat in der pakistanischen Millionenstadt Karachi
       mehrere Demonstranten ums Leben gekommen. „Wir haben mindestens neun
       Leichen erhalten“, sagte Jasso Ram, Sprecher des Zivilkrankenhauses von
       Karatschi, der Deutschen Presse-Agentur. Demnach könne die Zahl der Opfer
       noch steigen. Mehr als 25 Menschen, die bei den Zusammenstößen verletzt
       worden waren, würden behandelt.
       
       Der Leiter einer der größten Rettungsdienste der Stadt, Faisal Edhi,
       bestätigte, dass seine Organisation mindestens sieben Leichen ins
       Krankenhaus gebracht habe. Aufnahmen in Netz sollen zeigen, wie
       Demonstranten mit Stöcken und Steinen Fenster einschlugen. Die Polizei
       setzte nach Behördenangaben Tränengas und Schlagstöcke ein. Demonstranten
       skandierten Parolen gegen die USA und marschierten in Richtung des
       Konsulatsviertels, wo sie versuchten, in das Gelände einzudringen, wi es
       hieß.
       
       Unterdessen verschärften die Behörden die Sicherheitsvorkehrungen in
       Pakistans Hauptstadt Islamabad. Straßen zur sogenannten Roten Zone mit
       Botschaften und wichtigen Regierungsgebäuden wurden gesperrt.
       
       ## 9.46 Uhr: Drohnenangriffe im Oman
       
       dpa | Der Handelshafen von Dukm im Oman ist mit zwei Drohnen angegriffen
       worden. Eine der Drohnen habe eine Arbeiterunterkunft getroffen, wobei ein
       ausländischer Arbeiter verletzt worden sei, berichtete die staatliche
       Nachrichtenagentur Oman News Agency unter Berufung auf Sicherheitsquellen.
       
       Die zweite Drohne sei in der Nähe von Treibstofftanks abgestürzt. Dabei
       habe es weder Verletzte noch Schäden gegeben, hieß es weiter. Die Regierung
       des Oman verurteilte den Angriff.
       
       ## 9.28 Uhr: CIA spürte Aufenthaltsort von Chamenei auf
       
       dpa | Der US-Auslandsgeheimdienst CIA hat laut einem Bericht der „New York
       Times“ eine wichtige Rolle vor dem Angriff auf Irans obersten Führer
       Ajatollah Ali Chamenei gespielt. Die US-Zeitung berichtete unter Berufung
       auf mehrere nicht genannte Personen, die mit dem Einsatz vertraut sein
       sollen, der Auslandsgeheimdienst habe Chamenei über Monate verfolgt und
       dabei Kenntnisse über seine Aufenthaltsorte und Gewohnheiten erlangt.
       
       Die CIA soll erfahren haben, dass am Samstagmorgen in einem Gebäudekomplex
       im Herzen Teherans ein Treffen hochrangiger iranischer Offizieller
       stattfinden sollte und sich Chamenei dort aufhalten würde. Daraufhin sollen
       die USA und Israel den Zeitpunkt ihrer Angriffe auf den Iran angepasst
       haben. Ursprünglich sei laut dem Zeitungsbericht geplant gewesen, nachts
       anzugreifen.
       
       8.31 Uhr Auch Irans Generalstabschef getötet
       
       afp | Bei den Luftangriffen Israels und der USA auf den Iran ist örtlichen
       Medien zufolge auch der Generalstabschef der iranischen Streitkräfte,
       Abdolrahim Mussawi, getötet worden. Im iranischen Staatsfernsehen wurde am
       Sonntag der Name Mussawis gemeinsam mit den Namen anderer getöteter
       hochrangiger Vertreter genannt. Zuvor war bereits der Tod des Anführers der
       iranischen Revolutionsgarden, Mohammed Pakpur, und des Vorsitzenden des
       nationalen Verteidigungsrats, Ali Schamchani, bekannt gegeben worden. Wie
       das Staatsfernsehen weiter berichtete, wurden die Verantwortlichen „während
       einer Sitzung des Verteidigungsrates“ getötet. Weitere Namen würden zu
       einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben, hieß es.
       
       ## 🐾 8.25 Uhr: Ein Krieg voller Widersprüche
       
       „Trump und seinen Militärs ist bewusst, dass sich die iranische Führung in
       den letzten Monaten auf massive Gegenschläge gegen Israel und
       US-Militärbasen in der Region vorbereitet hat – und diese Angriffe folgten
       am Samstag prompt“, schreibt taz-Auslandsredakteur Leon Holly in seinem
       [4][Kommentar „Trumps Krieg steckt voller Widersprüche“.]
       
       8.20 Uhr: Iran-Krieg trifft deutsche Handelsschifffahrt
       
       dpa | Von dem Krieg gegen den Iran sind deutsche Reedereien mit zahlreichen
       Schiffen und Besatzungen direkt betroffen. In vielen Unternehmen liefen
       Krisensitzungen, teilte der Verband Deutscher Reeder (VDR) mit. Schiffe
       würden – wo immer möglich – aus Gefahrenzonen herausgeführt, umgeleitet
       oder warteten außerhalb der Risikogebiete auf neue Anweisungen.
       
       „Die aktuelle Eskalation trifft das Herz globaler Seehandelsrouten und auch
       die Schiffe deutscher Reedereien, vor allem aber die Menschen an Bord,
       unmittelbar“, sagte Martin Kröger, Hauptgeschäftsführer des Verbands
       Deutscher Reeder. „Für viele unserer Mitgliedsunternehmen ist dies eine
       akute operative Krise, keine abstrakte geopolitische Entwicklung.“
       
       Rund um den Iran liegt die Meerenge [5][Straße von Hormus.] Für die globale
       Energieversorgung sowie den Container- und Tankerverkehr sei sie weltweit
       einer der kritischsten Engpässe. Nach aktuellen Lageeinschätzungen sei die
       Passage derzeit erheblich eingeschränkt bis gar nicht nutzbar. Westlich
       davon verliefen – zwischen Israel, der arabischen Halbinsel und
       Nordostafrika – die stark frequentierten Seewege durch das Rote Meer mit
       der Meerenge Bab al-Mandab und dem Suezkanal, so der Verband. Diese
       Verbindung zähle zu den wichtigsten Handelsachsen zwischen Europa und
       Asien.
       
       Die Kombination aus militärischer Eskalation im Umfeld des Persischen Golfs
       und anhaltenden Bedrohungen im südlichen Roten Meer schaffe ein
       durchgehendes Risikoband entlang zentraler Seehandelsrouten zwischen Europa
       und Asien. Es drohe eine weitere Ausweitung des Konflikts mit erheblichen
       Risiken für die Handelsschifffahrt in der gesamten Region.
       
       ## 8.19 Uhr: Auseinandersetzungen in Bagdad
       
       dpa | Nach der Tötung von Irans oberstem Führer Ajatollah Ali Chamenei
       haben Demonstranten [6][in der irakischen Hauptstadt Bagdad] versucht, in
       das streng gesicherte Regierungsviertel mit der US-Botschaft vorzudringen.
       Nach Angaben von Augenzeugen hatten sich am Eingang zur sogenannten Grünen
       Zone Hunderte Menschen zum Protest versammelt. Sicherheitskräfte lösten die
       Menge gewaltsam auf. Die Demonstranten versuchten demnach, die
       Sicherheitsbarrieren zu überwinden, um zur US-Botschaft innerhalb der
       Grünen Zone zu gelangen. Laut Augenzeugen setzten die Sicherheitskräfte
       Schlagstöcke, scharfe Munition, Tränengas und Wasserwerfer ein, um die
       Demonstranten auseinanderzutreiben.
       
       7.41 Uhr: Israel: „Gerechtigkeit ist geschehen“
       
       afp | Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hat die Tötung des
       geistlichen Oberhaupts des Iran, Ali Chamenei, als Akt der „Gerechtigkeit“
       begrüßt. Chamenei sei „zusammen mit hochrangigen Mitgliedern der iranischen
       Terrorfestung“ eliminiert worden, erklärte Katz am Sonntag in
       Onlinediensten.
       
       „Gerechtigkeit ist geschehen, und die Achse des Bösen hat einen schweren
       Schlag erlitten“, betonte der Verteidigungsminister.
       
       Israel und die USA hatten am Samstagmorgen eine massive Welle von
       Luftangriffen gegen die Islamische Republik Iran gestartet. Bei einer
       Attacke in Teheran wurde Chamenei getötet. Als Reaktion führte der Iran
       Gegenangriffe auf Ziele in Israel sowie Einrichtungen des US-Militärs in
       Staaten der Golfregion aus.
       
       7.05 Uhr: Trump warnt den Iran vor Vergeltungsschlägen
       
       dpa | US-Präsident Donald Trump hat den Iran nach den
       amerikanisch-israelischen Luftangriffen vor Vergeltungsschlägen gewarnt.
       „Das sollten sie besser nicht tun“, schrieb der Republikaner in
       Großbuchstaben auf der Plattform Truth Social. Sollte das passieren, werde
       man „mit einer noch nie zuvor gesehenen Stärke“ zurückschlagen.
       
       Nach der Tötung von Irans oberstem Führer Ajatollah Ali Chamenei bei
       amerikanisch-israelischen Luftangriffen hatten die Revolutionsgarden des
       Landes Rache geschworen. „In Kürze werden die größten militärischen
       Einsätze in der Geschichte der iranischen Streitkräfte gegen Israel und
       US-Stützpunkte in der Region beginnen“, hieß es in einer Presseerklärung
       der Elitestreitmacht der Islamischen Republik.
       
       7.02 Uhr: Erneute Explosionen in Golfstaaten
       
       dpa | Nach der Tötung von Irans oberstem Führer Ajatollah Ali Chamenei
       durch amerikanisch-israelische Angriffe sind in den arabischen Golfstaaten
       erneut Explosionen zu hören. Augenzeugen in der katarischen Hauptstadt Doha
       zufolge waren am Morgen mehrere Knallgeräusche zu hören. Der katarische
       Nachrichtensender Al-Jazeera meldete mindestens elf Explosionen in Doha.
       
       Auch in Manama, der Hauptstadt von Bahrain wurden Explosionen gemeldet.
       Augenzeugen berichteten von mindestens vier lauten Knallgeräuschen. Auf
       Social Media wurden in dem Zuge Bilder eines getroffenen und beschädigten
       Hotels in Manama verbreitet. Sie ließen sich zunächst nicht unabhängig
       verifizieren.
       
       Nach Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran hat Teheran
       gestern mehrfach US-Militärstützpunkte in der Region attackiert. Die
       arabischen Golfstaaten beheimaten gemeinsam Tausende US-Truppen.
       
       ## 7.01 Uhr: Israels Armee gibt erstmal Entwarnung
       
       dpa | Israels Armee hat nach gemeldeten Raketenangriffen des Irans wieder
       Entwarnung gegeben. Die Menschen in allen Teilen des Landes dürften die
       Schutzräume wieder verlassen, sollten sich aber weiter in ihrer Nähe
       aufhalten, teilte die Armee am Morgen mit. Zuvor waren Luftabwehrsysteme im
       Einsatz gewesen, um die Angriffe abzuwehren. Zum bereits 20. Mal hätten
       Millionen Menschen in Israel innerhalb von 24 Stunden wegen Angriffen des
       Irans in die Schutzräume rennen müssen, erklärte das Militär. Die
       israelische Luftwaffe hatte in der Nacht auch ihre Angriffe gegen
       Raketenstützpunkte und Luftabwehrsysteme im Iran fortgesetzt.
       
       ## 7.00 Uhr: Mützenich: Trumps Ziele sind schleierhaft
       
       dpa | SPD-Außenpolitiker Rolf Mützenich blickt kritisch auf die schweren
       Angriffe im Iran und fordert von den USA und Israel Transparenz zu den
       Beweggründen ihres Handelns. „Die israelische Regierung hat den
       militärischen Eingriff als präventive Reaktion gerechtfertigt. Solange sie
       jedoch ihre Erkenntnisse nicht öffentlich darlegt, werden Zweifel bleiben“,
       sagte der frühere Fraktionsvorsitzende dem „Tagesspiegel“.
       
       Genauso schleierhaft seien die Ziele von US-Präsident Donald Trump und
       welche Konsequenzen sich daraus ergäben. „Die amerikanische Regierung muss
       erklären, warum weitere Verhandlungen über das iranische Atomprogramm
       aussichtslos waren.“ Zugleich forderte Mützenich eine Feuerpause, damit
       Zivilisten sich in Sicherheit bringen könnten.
       
       Mützenich betonte im „Tagesspiegel“ die Brutalität und Gefahr der
       Machthaber im Iran und sprach von einer diktatorischen Gewaltherrschaft.
       „Sowohl die überwiegende Mehrheit der iranischen Bürger als auch viele
       Länder wären glücklich, wenn die Machthaber durch eine legitime Regierung
       und ein verantwortungsbewusstes Parlament abgelöst würden.“ Die Erfahrung
       bestätige aber, dass derartige Veränderungen nicht von außen initiiert
       werden könnten – „schon gar nicht in einer Region, die durch zahllose
       Interventionen und Putsche geprägt ist“.
       
       6.56 Uhr: Erneut Explosionen in Golfregion
       
       afp | Einen Tag nach Beginn der iranischen Vergeltungsangriffe sind mehrere
       Städte in der Golfregion am Sonntagmorgen erneut von Explosionen
       erschüttert worden. Über der katarischen Hauptstadt Doha stieg dichter
       schwarzer Rauch auf, wie ein AFP-Journalist berichtete. Auch in Dubai und
       in Bahrains Hauptstadt Manama waren Detonationen zu hören. In Israel war am
       Samstag eine Frau getötet worden. Die Behörden in den Emiraten meldeten
       zwei Todesopfer in Abu Dhabi. In Dubai wurde das Luxushotel Burdsch Al Arab
       durch Trümmer einer abgeschossenen iranischen Drohne beschädigt. Bei einer
       Explosion unbekannter Ursache auf der künstlich angelegten Insel The Palm
       in Dubai waren zuvor vier Menschen verletzt worden.
       
       ## 6.33 Uhr: „Werden auf Vergeltung mit Gewalt reagieren“
       
       rtr | US-Präsident Donald Trump hat den Iran vor beispielloser Gewalt
       gewarnt, sollte das Land Vergeltung üben. Die Vereinigten Staaten würden
       den Iran mit einer noch nie dagewesenen Macht treffen, erklärt Trump auf
       Truth Social. „Der Iran hat gerade erklärt, dass er heute sehr hart
       zuschlagen wird, härter als njemals zuvor.“
       
       6.31 Uhr: Was bedeutet Chameneis Tod für den Iran?
       
       dpa | Chameneis Tod markiert eine Zäsur für den Iran – eine epochale
       Veränderung, deren Konsequenzen noch nicht absehbar sind. Die Situation ist
       im Fluss, nicht zuletzt angesichts der amerikanischen und israelischen
       Angriffe, die gerade erst begonnen haben. Das Herrschaftssystem der
       Islamischen Republik ist erschüttert. Aber wankt es oder bricht es gar
       mittelfristig in sich zusammen? Zumindest letzteres scheint Experten
       zufolge kurzfristig unwahrscheinlich: Das Herrschaftssystem hat sich in den
       fast 50 Jahren seit der Revolution massiv gefestigt und kontrolliert über
       seinen vielschichtigen Sicherheitsapparat das öffentliche Leben mit harter
       Hand.
       
       Die Islamische Republik könne „den Verlust mehrerer Schlüsselfiguren
       verkraften“, genauso wie mehrtägige Luftangriffe, schrieb etwa Thomas
       Juneau, Professor an der kanadischen Universität Ottawa, auf der Plattform
       X. Zudem soll Chamenei nach den israelischen und amerikanischen Angriffen
       im vergangenen Jahr die Erstellung mehrschichtiger Nachfolgepläne für einen
       erneuten Kriegsfall angeordnet haben, um ein Machtvakuum zu vermeiden.
       Solange sich die Nachfolger auf Polizei, Militär, Revolutionsgarden und die
       Basidsch-Milizen stützen können, um mögliche Proteste zu unterdrücken und
       es keine Palastrevolte innerhalb der Führungszirkel gibt, dürfte das System
       Bestand haben.
       
       ## 6.30 Uhr: Iran will Kurs von Chamenei fortsetzen
       
       rtr | Der Iran wird laut ‌Parlamentssprecher Baker Kalibaf den Weg von
       Ajatollah Chamenei fortsetzen. Sich an US-Präsident Donald Trump und
       Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wendend, sagt Kalibaf im
       Staatsfernsehen, sie hätten eine rote Linie überschritten. Dafür würden sie
       bezahlen.
       
       6.24 Uhr: Tausende Iraner trauern in Teheran um Chamenei
       
       afp | Nach dem Tod des geistlichen Oberhaupts des Iran, Ali Chamenei, haben
       sich am Sonntag tausende Menschen zu seinen Ehren in Teheran versammelt.
       Die größtenteils schwarz gekleideten Teilnehmer der Kundgebung auf dem
       zentralen Enghelab-Platz skandierten „Tod den Vereinigten Staaten“ und „Tod
       Israel“, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Viele von
       ihnen schwenkten iranische Flaggen und hielten Fotos von Chamenei hoch.
       
       6.20 Uhr: Revolutionsgarden melden Vergeltungsschläge
       
       dpa | Die iranischen Revolutionsgarden haben in Reaktion auf die Tötung von
       Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei nach eigenen Angaben massive
       Vergeltungsschläge gegen Dutzende Stellungen der USA und des Erzfeindes
       Israel durchgeführt. Es seien 27 US-Stützpunkte in der Region sowie Israels
       Armeehauptquartier und ein Rüstungskomplex in Tel Aviv ins Visier genommen
       worden, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim, ein Sprachrohr
       von Irans Elitestreitmacht. Die Angaben ließen sich zunächst nicht
       unabhängig überprüfen. In Israel gab es in den frühen Morgenstunden
       wiederholt Raketenalarm. Die Luftwaffe ist nach Armeeangaben im Einsatz, um
       die Bedrohung abzuwehren.
       
       6.03 Uhr: Ein Trio soll Iran vorübergehend führen
       
       dpa | Im Iran soll nach der Tötung von Religionsführer Ajatollah Ali
       Chamenei vorübergehend ein dreiköpfiger Rat das Land führen. Die
       Verantwortung für die Übergangsphase sollen Präsident Massud Peseschkian,
       Justizchef Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi und ein Mitglied des Wächterrats
       übernehmen. Das erklärte ein Berater des getöteten Chameneis, Mohammed
       Mochber, der Nachrichtenagentur Mehr zufolge. Auch die iranische
       Nachrichtenagentur Irna berichtete darüber.
       
       Das Trio soll die Aufgaben Chameneis übernehmen, bis der sogenannte
       Expertenrat, ein Gremium aus 88 einflussreichen Geistlichen, einen
       Nachfolger benennt. Laut der Verfassung müsse der Expertenrat umgehend
       einen neuen Führer bestimmen und vorstellen, sagte Mochber. Wer Chamenei
       nachfolgen könnte, ist unklar. Öffentlich hatte sich der Religionsführer
       dazu nicht geäußert. In den vergangenen Jahren war immer wieder dessen Sohn
       Modschtaba genannt worden, der bislang kaum in der Öffentlichkeit stand.
       Dem Staatsapparat dürfte es zudem schwerfallen, mitten im Krieg das
       Machtgefüge neu zu ordnen.
       
       5.37 Uhr: Pahlavis Sohn bringt sich als Interimsführer ins Spiel
       
       dpa | Der Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien, Reza Pahlavi,
       brachte sich erneut als Übergangsführer des Irans ins Spiel. „Viele Iraner
       haben mich, oft trotz lebensbedrohlicher Situationen, gebeten, diesen
       Übergang zu leiten“, schrieb er in der „Washington Post“. Er wolle ihrem
       Ruf folgen und den Weg hin zu einer neuen Verfassung freimachen. Darauf
       sollten freie Wahlen folgen.
       
       ## 5.26 Uhr: Erneut Explosionen in Dubai
       
       rtr | In der Region Dubai sind Augenzeugen zufolge erneut laute Explosionen
       zu hören. Der Iran hatte nach Angriffen der USA und Israels
       Vergeltungsschläge gegen die benachbarten Golfstaaten gestartet. Der Iran
       hat erklärt, er werde US-Stützpunkte in der Region angreifen.
       
       4.35 Uhr: Iran bestätigt Tötung des Chefs der Revolutionsgarden
       
       afp | Der Iran hat den Tod des Anführers der iranischen Revolutionsgarden,
       Mohammed Pakpur, bestätigt. Er sei ebenso wie der Vorsitzende des
       nationalen Verteidigungsrats, Ali Schamchani, am Samstag bei den
       US-israelischen Luftangriffen auf Teheran umgekommen, teilte die iranische
       Justiz am Sonntag auf ihrer Website „Misan Online“ mit.
       
       ## 4.31 Uhr: Afghanistan feuert auf pakistanische Jets über Kabul
       
       rtr | Afghanistan feuert nach eigenen Angaben auf pakistanische Jets über
       der Hauptstadt Kabul. Zuvor erschüttern Explosionen und Schüsse die Stadt.
       Die Geräusche seien das Ergebnis des Beschusses pakistanischer Flugzeuge,
       sagt ein Sprecher der Taliban-Regierung. Eine pakistanische Stellungnahme
       liegt zunächst nicht vor.
       
       4.16 Uhr: EU-Außenminister beraten am Sonntag über Lage im Iran
       
       afp | Angesichts der US-israelischen Luftangriffe auf den Iran und
       zahlreicher Vergeltungsattacken Teherans kommen die Außenminister der
       EU-Mitgliedsstaaten am Sonntag zu einer außerordentliche Sitzung zusammen.
       Nach Angaben der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas soll dabei über „über den
       Iran und die sich rasch entwickelnden Ereignisse im Nahen Osten“ beraten
       werden. „Die wahllosen Angriffe des iranischen Regimes auf seine Nachbarn
       bergen die Gefahr, die Region in einen größeren Krieg zu ziehen, und wir
       verurteilen dies“, sagte Kallas am Samstag.
       
       3.37 Uhr: Israel greift weitere Ziele im Iran an
       
       dpa | Die israelische Luftwaffe hat im Iran nach eigenen Angaben mehr als
       30 weitere Ziele bombardiert. Dutzende Kampfflugzeuge hätten eine weitere
       Angriffswelle gegen ballistische Raketenstellungen und die
       Luftabwehrsysteme im Westen und im Zentrum des Irans abgeschlossen. Ziele
       seien unter anderem Raketenabschussanlagen, Einrichtungen der Staatsführung
       und militärische Kommandozentren gewesen. Die Armee werde ihre Angriffe zur
       Schwächung der Militärkapazitäten des Irans fortsetzen.
       
       3.13 Uhr: G7-Außenminister beraten über Lage im Iran
       
       dpa | Die Außenminister der G7-Länder wirtschaftsstarker Demokratien haben
       sich nach Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe gegen Ziele im Iran
       auf eine enge Abstimmung verständigt. Die USA hätten einen Überblick über
       die jüngsten Entwicklungen und ihre weiteren Aussichten gegeben, teilte das
       japanische Außenministerium nach einem Telefonat der Minister mit. Japan
       werde in Bezug auf den Iran mit der internationalen Gemeinschaft,
       einschließlich der G7-Gruppe weiter „alle notwendigen diplomatischen
       Anstrengungen“ unternehmen, sagte Außenminister Toshimitsu Motegi. Zu den
       G7-Ländern gehören neben Japan und den USA auch Deutschland, Frankreich,
       Italien, Großbritannien und Kanada.
       
       ## 3.08 Uhr: Demonstrationen in den USA
       
       dpa | Nach den Angriffen der USA und Israels auf den Iran haben sich in den
       Vereinigten Staaten in mehreren Städten Menschen auf den Straßen
       versammelt. Größere Demonstrationen fanden unter anderem in Washington, New
       York und Los Angeles statt. Teils kritisierten die Demonstrierenden das
       Vorgehen der USA und forderten Frieden für die Region. Andere feierten
       dagegen den Schlag gegen die iranische Führung.
       
       In der Hauptstadt Washington war bei den Protesten auch eine
       überlebensgroße Figur von US-Präsident Donald Trump zu sehen, die in
       Häftlingskleidung durch die Straßen ging – über ihr ein großer Schriftzug,
       der eine Amtsenthebung Trumps fordert.
       
       Andere feierten den Tod des Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei. „Ich
       möchte weinen. Ich möchte schreien. Ich möchte tanzen. Ich möchte lachen –
       aber vor allem möchte ich einfach nur feiern“, zitierte die „New York Post“
       einen Demonstranten aus Los Angeles. Dem Bericht zufolge gingen in der
       Stadt Hunderte Menschen auf die Straße, um die Angriffe auf den Iran zu
       feiern. Die Stadt ist ein Zentrum der iranischen Diaspora in den USA.
       
       3.08 Uhr: Iran bestätigt Tod von Chamenei
       
       afp | Das iranische Staatsfernsehen hat den Tod von Irans geistlichem
       Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei bestätigt. Ein Moderator verkündete die
       Nachricht am Sonntag um 05.00 Uhr Ortszeit (02.30 Uhr MEZ) mit brüchiger
       Stimme. Das Staatsfernsehen machte keine Angaben zu den Umständen von
       Chameneis Tod und erwähnte auch die Luftangriffe der USA und Israels auf
       dessen Residenz am Samstag in Teheran nicht.
       
       Der Sender zeigte Archivaufnahmen Chameneis, die als Zeichen der Trauer mit
       einem schwarzen Band versehen waren. Nach Angaben des Moderators wurde eine
       40-tägige Staatstrauer ausgerufen. Als geistliches Oberhaupt des Iran
       lenkte Chamenei mehr als drei Jahrzehnte lang die Geschicke der Islamischen
       Republik. Den Posten hatte er 1989 nach dem Tod von Republikgründer
       Ayatollah Ruhollah Khomeini übernommen.
       
       2.49 Uhr: Tochter und Enkel Chameneis getötet
       
       dpa | Übereinstimmenden Medienberichten zufolge sind bei den
       israelisch-amerikanischen Luftangriffen auf den Iran auch mehrere
       Angehörige des obersten Führers Ali Chamenei getötet worden. Die Webseite
       Al-Arabiya berichtete unter Berufung auf die iranische Nachrichtenagentur
       Fars, eine Tochter Chameneis, ein Schwiegersohn, eine Schwiegertochter und
       ein Enkel seien ums Leben gekommen. Dem Sender Al-Jazeera zufolge berief
       sich Fars dabei auf Chamenei nahestehende Quellen. Aus dem Iran gab es
       dafür zunächst keine Bestätigung. Chamenei selbst wurde nach US-Angaben bei
       Angriffen am Samstag ebenfalls getötet.
       
       ## 2.11 Uhr: Explosionen in Teheran
       
       afp | Die iranische Hauptstadt Teheran ist am frühen Sonntagmorgen erneut
       von lauten Explosionen erschüttert worden. Mindestens drei Detonationen
       seien zu hören gewesen, berichtete ein Journalist der Nachrichtenagentur
       AFP. Zugleich waren dröhnende Geräusche zu hören, die denen von Flugzeugen
       ähnelten. Nach Angaben des iranischen Roten Halbmonds wurden bei den
       Luftangriffen der USA und Israels mindestens 201 Menschen getötet und mehr
       als 740 weitere verletzt. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel
       sowie auf US-Militärstützpunkte in der Golfregion.
       
       1.00 Uhr: Iran schließt Straße von Hormus
       
       rtr | Nach den ‌Angriffen der USA und ‌Israels auf den Iran und der darauf
       folgenden Sperrung der Straße von Hormus durch Teheran haben mehrere
       Reedereien, Ölkonzerne und Handelshäuser ihre Fahrten durch die Meerenge
       eingestellt. Dies betrifft Rohöl, Treibstoff und Flüssigerdgas (LNG), wie
       Händler am Samstag sagten. „Unsere Schiffe werden für einige Tage
       stillliegen“, sagte ein führender Manager eines großen Handelshauses.
       Satellitenbilder zeigten, dass sich Schiffe vor großen Häfen wie Fudschaira
       ‌in den Vereinigten Arabischen Emiraten stauten und die Straße von Hormus
       nicht passierten.
       
       Mehrere Schiffe in der Region haben nach Angaben eines Vertreters der
       EU-Marinemission Aspides eine Funkdurchsage von den iranischen
       Revolutionsgarden erhalten, wonach „kein Schiff die Straße von Hormus
       passieren darf“. Die Tankervereinigung Intertanko teilte mit, die US-Marine
       habe vor Fahrten in der gesamten Region gewarnt – dem Persischen Golf, dem
       Golf von Oman, dem Nordarabischen Meer und der Straße von Hormus – da sie
       die Sicherheit der Schifffahrt nicht garantieren könne. Auch das
       griechische Schifffahrtsministerium riet Schiffen, die Region zu meiden.
       ‌Die britische Marine erklärte hingegen, die Anweisungen des Irans seien
       nicht rechtsverbindlich, und riet den Schiffen, die Meerenge mit Vorsicht
       zu passieren.
       
       Rund 20 Prozent des weltweit verschifften Öls, unter anderem von ⁠den
       Förderländern Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, dem Irak,
       Kuwait und dem Iran, werden durch die Meerenge transportiert. Hinzu kommen
       große Mengen an Flüssigerdgas aus Katar. Bei 14 LNG-Tankern war bereits zu
       beobachten, dass sie ‌langsamer fuhren, wendeten ‌oder stoppten. Die
       deutsche Container-Reederei Hapag-Lloyd teilte mit, sie setze alle
       ⁠Durchfahrten durch die Straße von Hormus bis auf Weiteres aus.
       
       ## 0.52 Uhr: Syrien verurteilt iranische Angriffe
       
       ap | Syrien hat die iranischen Angriffe auf Golfmonarchien scharf
       verurteilt. Das Außenministerium in Damaskus teilte mit, es verurteile
       Irans Attacken auf die Souveränität und Sicherheit der betroffenen Staaten
       aufs Schärfste. In der Erklärung blieben die Angriffe Israels und der USA
       auf den Iran, die am Samstagmorgen begannen, indes unerwähnt. Dies
       spiegelte aus Sicht von Beobachtern das Bemühen der syrischen
       Übergangsführung wider, die Beziehungen zu einflussreichen
       Volkswirtschaften in der Region und zu den USA zu stärken. Unter dem Ende
       2024 gestürzten Machthaber Baschar al-Assad hatte Syrien zu den engsten
       Verbündeten Irans in der Region gehört.
       
       ## 0.34 Uhr: Auch Russland fordert Sondersitzung der IAEA
       
       dpa | Nach Teheran fordert auch Moskau wegen der israelisch- amerikanischen
       Angriffe im Iran eine Sondersitzung der Internationalen Atomenergiebehörde
       (IAEA). Diese solle vor einer ohnehin geplanten regulären Frühjahrssitzung
       des IAEA-Gouverneursrates am Montag stattfinden, schrieb der russische
       Botschafter bei den internationalen Organisationen in Wien, Michail
       Uljanow, auf der Plattform X. Zuvor hatte auch der Iran unter Verweis auf
       eine „Bedrohung“ der nuklearen Einrichtungen im Land eine Sondersitzung
       gefordert.
       
       0.30 Uhr: Verletzte auf Flughafen von Dubai
       
       ap | Bei einem mutmaßlichen iranischen Raketenangriff sind auf dem
       internationalen Flughafen von Dubai vier Menschen verletzt worden. Die
       Emirate sprachen am Samstag in einer Mitteilung von einer „schweren Attacke
       mit iranischen ballistischen Raketen“. Angriffe wurden auch an anderen
       Verkehrsflughäfen in der Region gemeldet, etwa am Internationalen Flughafen
       Kuwait. Mehrere Airports wurden geschlossen und Flüge gestrichen.
       
       0.13 Uhr: IAEA beruft Dringlichkeitssitzung ein
       
       rtr | Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hält am Montag eine
       Dringlichkeitssitzung wegen der Angriffe der USA und Israels auf den Iran
       ab. ‌Das von Russland beantragte Treffen beginne um ⁠09.00 Uhr (MEZ), teilt
       die UN-Behörde mit. Diplomaten zufolge gibt es ‌keine ‌Anzeichen ⁠dafür,
       dass bei den Angriffen am Samstag ‌iranische ‌Atomanlagen getroffen wurden.
       
       ## 0.00 Uhr: Rubio sagt Reise nach Israel ab
       
       dpa | US-Außenminister Marco Rubio wird seine Reise nach Israel nicht wie
       geplant antreten. Aufgrund der aktuellen Umstände werde Rubio am Montag
       nicht nach Israel reisen, teilte ein Vertreter des Ministeriums auf der
       Plattform X mit. Er machte keine Angaben dazu, ob die Reise zu einem
       späteren Zeitpunkt stattfinden soll.
       
       1 Mar 2026
       
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