# taz.de -- Merkel-Klatscher an falscher Stelle: Das kann die ARD besser
       
       > Jetzt also auch noch das Erste. Es sendete zwar einen echten
       > Fernsehausschnitt, aber an einer zeitlich falschen Stelle. Das ist
       > unverantwortlich.
       
 (IMG) Bild: Klatschen verbindet: Angela Merkel auf dem CDU-Parteitag in Stuttgart, am 20.2.2026
       
       Jetzt muss der Applaus mal ausbleiben. Die ARD zeigte am Sonntag im
       „Bericht aus Berlin“ einen Zusammenschnitt zur [1][Wiederwahl von Friedrich
       Merz als CDU-Vorsitzender auf dem Parteitag] am vergangenen Wochenende.
       Eine klare Sache. Und Angela Merkel applaudierte ihm zur Wiederwahl. Oder?
       ODER?!
       
       Wie sich herausstellte, klatschte Merkel zwar – aber nicht bei der finalen
       Abstimmung. Zu diesem Zeitpunkt war sie nämlich gar nicht mehr im Saal.
       Trotzdem setzte die ARD die Bilder genau dort ein. Das ist problematisch,
       weil hier Realität verschoben wird. Verstärkt wurde das zudem durch die
       Off-Stimme: „Die CDU hat beschlossen: Egal, was vorher war, jetzt zeigen
       wir Geschlossenheit.“ Da drängt sich die Frage auf: Stand die These von der
       demonstrativen Einigkeit am Anfang – und wurden die Bilder dafür passend
       gemacht?
       
       Journalismus muss vom Material ausgehen, nicht von einer gewünschten
       Erzählung. Alles andere ist Inszenierung. Sehr ungünstig ist auch, dass
       dieser grobe Fehler ausgerechnet jetzt passiert. Der öffentlich-rechtliche
       Rundfunk steht unter besonderer Beobachtung. Vor Kurzem zeigte das
       ZDF-„heute journal“ [2][fehlerhafte Videoausschnitte, einen im falschen
       Kontext und einen KI-]generierten. Die Kommunikation dazu seitens des ZDF
       war zäh. Transparenz sieht anders aus.
       
       Und nun das. Der Schnitzer irritiert auch, weil der Beitrag zwar direkt
       nach der Sendung aus der Mediathek entfernt, bei der Berichtung aber
       vergessen wurde. So lief er in einer Wiederholung am selben Abend erneut in
       der alten Fassung. Das ist nicht nur eine kleine Schludrigkeit, sondern
       eine große Unverantwortlichkeit. Die sich die öffentlich-rechtlichen Sender
       nicht leisten können, gerade in Zeiten, in denen das [3][Vertrauen in den
       ÖRR] ohnehin sinkt. Seine Wiederherstellung ist kein Selbstläufer, und die
       Sender müssen eine transparente Fehlerkultur ausbauen. Sonst kommt der
       Applaus bald noch lauter und deutlicher von rechts – dafür, dass sich der
       ÖRR immer weiter selbst schwächt.
       
       24 Feb 2026
       
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