# taz.de -- Krieg in der Ukraine: Verheerende Klimabilanz
       
       > Putins Angriff auf die Ukraine hat nicht nur menschliches Leid, sondern
       > auch massive Klimaschäden verursacht. Neben den Kriegsfolgen leisten auch
       > andere Faktoren ihren Beitrag.
       
 (IMG) Bild: Der Krieg gegen die Ukraine schadet auch dem Klima: Waldbrände durch Raketenangriffe etwa treiben die CO₂-Emissionen in die Höhe
       
       [1][Putins völkerrechtswidriger Angriff auf die Ukraine hat bislang mehr
       als hunderttausend Menschenleben gekostet.] Aber auch die Umwelt und das
       Klima werden massiv geschädigt. Allein im vierten Kriegsjahr sind 75
       Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente ausgestoßen worden, die allein dem Krieg
       zuzuordnen sind. Seit dessen Beginn sind 311 Millionen Tonnen
       zusammengekommen. Das entspricht in etwa der Hälfte des jährlichen
       Ausstoßes Deutschlands. [2][Dies zeigen neue Berechnungen der Initiative
       zur Treibhausgasbilanzierung von Kriegen (IGGAW).]
       
       Für die erlittenen Klimaschäden fordert die Ukraine 57 Milliarden US-Dollar
       von Russland. Das hat [3][sie im November auf der Klimakonferenz COP30 in
       Brasilien angekündigt.] Das entspräche etwa 185 US-Dollar pro Tonne
       CO₂-Äquivalent.
       
       Für die Wissenschaftler*innen steht fest: Bewaffnete Konflikte und der
       Klimawandel verschlimmern sich gegenseitig. Die direkte Kriegsführung und
       der Wiederaufbau machten 60 Prozent der gesamten Emissionen aus. Grund
       dafür: hoher Kraftstoffverbrauch, Munitionsbedarf und Erneuerung
       militärischer Ausrüstung. Die Kriegsführung sei noch immer in hohem Maße
       auf fossile Energieträger angewiesen.
       
       ## Gezielte Angriffe auf Energieversorgung
       
       Auch beim Wiederaufbau der Ukraine schießen die Emissionen in die Höhe.
       Schwere russische Angriffe in diesem Winter haben große Teile der
       ukrainischen Strom- und Heizungsinfrastruktur zerstört. Die IGGAW stellte
       im vierten Kriegsjahr eine Eskalation der russischen Angriffe auf die
       Energieinfrastruktur der Ukraine fest. Davon sei besonders die
       Gasproduktion und -speicherung betroffen.
       
       Allein seit Januar habe es 19 russische Schläge gegen die zivile
       Infrastruktur gegeben. Darunter auch Wärmekraft- und Hochspannungswerke,
       die Atomkraftwerke mit dem Stromnetz verbinden. Ziel: die ukrainische
       Bevölkerung inmitten extremer Kälte von der Energieversorgung
       abzuschneiden. Dann müsse auf Dieselgeneratoren zurückgegriffen werden –
       mit negativen Auswirkungen auf das Klima.
       
       Die IGGAW sieht den Krieg auch als Hauptkatalysator für Landflächenbrände.
       Sie sind für 23 Prozent der kriegsbedingten Emissionen verantwortlich: ein
       „Teufelskreis aus Umweltzerstörung und beschleunigter Erderwärmung“.
       
       24 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Vier-Jahre-Krieg-in-der-Ukraine/!6152707
 (DIR) [2] https://en.ecoaction.org.ua/wp-content/uploads/2026/02/climate-damage-rusagression_48months_en-2s.pdf
 (DIR) [3] https://cop.ukrainian-climate-office.org/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Philipp Embach
       
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