# taz.de -- Philippinischer Ex-Präsident vor Gericht: Anklage wirft Rodrigo Duterte mehrfachen Mord vor
       
       > Als philippinischer Präsident führte Duterte einen erbarmungslosen Krieg
       > gegen Drogenkriminalität. Nun muss er sich vor dem Strafgerichtshof in
       > Den Haag verantworten.
       
 (IMG) Bild: Der ehemalige Präsident der Philippinen, Rodrigo Duterte, am 9. März 2025
       
       dpa | Ankläger des Internationalen Strafgerichtshofes haben den
       Ex-Präsidenten der Philippinen, Rodrigo Duterte, beschuldigt, für eine
       mörderische Kampagne mit Dutzenden von Opfern in seinem Land verantwortlich
       zu sein. Bei der Eröffnung des Vorverfahrens warfen ihm die Ankläger
       Verbrechen gegen die Menschlichkeit im staatlichen „Krieg gegen die Drogen“
       vor – insbesondere Mord und Mordversuche in 78 Fällen von 2011 bis 2019,
       darunter auch Kinder.
       
       Der 80 Jahre alte Duterte blieb der Anhörung fern – das ist zulässig. Er
       ist [1][seit knapp einem Jahr im Gefängnis des Gerichts in Scheveningen bei
       Den Haag].
       
       Duterte spielte der Anklage zufolge eine „entscheidende Rolle“ im
       [2][Einsatz von Todesschwadronen]. Er habe zunächst als Bürgermeister der
       Stadt Davao und später als Präsident nicht nur selbst Menschen getötet,
       sondern Morde auch angeordnet, geplant, finanziert und öffentlich
       gerechtfertigt. Duterte hatte der Anklage zufolge auch ein Kopfgeld auf
       mutmaßliche Drogenkriminelle oder -süchtige ausgesetzt.
       
       Die Richter prüfen bei den auf eine Woche angesetzten Anhörungen zunächst,
       ob die Beweise zur [3][Eröffnung des Hauptverfahrens] ausreichen. Eine
       Entscheidung wird im Mai erwartet. Vor dem Gericht hatten sowohl Anhänger
       als auch Gegner Dutertes demonstriert.
       
       ## Verteidiger: Duterte ist Held
       
       Verteidiger Nicholas Kaufman wies die Beschuldigungen als haltlos und
       politisch begründet zurück. Duterte habe den Einsatz von Gewalt nur zur
       Selbstverteidigung gerechtfertigt. Der Verteidiger sprach von Duterte als
       dem „Präsidenten des Volkes“, der sich immer für die Armen eingesetzt habe.
       „Er widmete sein Leben der öffentlichen Sache, ein Leben für Recht und
       Ordnung“, sagte Kaufman.
       
       Die Verteidigung bekräftigte auch, dass Duterte aus Gesundheitsgründen
       nicht an der Verhandlung teilnehmen könne. Zuvor hatte das Gericht nach
       einer unabhängigen medizinischen Untersuchung festgestellt, dass Duterte
       verhandlungsfähig ist.
       
       ## „Mächtige stehen nicht über dem Recht“
       
       Der stellvertretende Chefankläger Mame Mandiaye Niang nannte den Start des
       Verfahrens ein bedeutendes Signal für die Bevölkerung der Philippinen und
       das internationale Recht. „Es ist eine Erinnerung für alle Mächtigen, dass
       sie nicht über dem Recht stehen.“
       
       Der Ex-Präsident war im März 2025 auf Grundlage eines Haftbefehls des
       Strafgerichtshofs in Manila festgenommen und in die Niederlande ausgeflogen
       worden. Er hatte die Vorhaltungen als haltlos zurückgewiesen.
       
       Duterte war von 2016 bis 2022 Präsident der Philippinen.
       Menschenrechtsorganisationen schätzen, dass sein erbarmungsloser Kampf
       gegen Drogenkriminalität bis zu 30.000 Menschen das Leben kostete.
       Verdächtige wurden oft ohne Prozess regelrecht hingerichtet.
       
       23 Feb 2026
       
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