# taz.de -- Energiepolitik von Katherina Reiche: Sie ruiniert Klima und Wirtschaft
> Der Kanzler sollte sich von seiner Wirtschaftsministerin trennen. Ihre
> Umfragewerte sind im Keller, selbst Energie-Unternehmen kritisieren sie.
(IMG) Bild: Unbeliebte Bundesministerin für Wirtschaft und Energie: Nur 13 Prozent der Wähler:innen sind „zufrieden“ mit Katherina Reiches Arbeit
Es ist 15 Jahre her, dass die Bündnisgrünen erstmals den
Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg stellten. Vorausgegangen war eine
Energiepolitik im Bund, welche die Laufzeiten der Atomkraftwerke
verlängerte. Grundlage dafür war ein Gutachten des „Energiewirtschaftlichen
Instituts“ EWI der Universität Köln. Allerdings ist das EWI gar keine
universitäre Einrichtung, sondern ein „Aninstitut“, damals hauptsächlich
finanziert von den AKW-Betreibern Eon und RWE. Auftraggeber war das
Bundesumweltministerium, Katherina Reiche damals dort Staatssekretärin.
Ergebnis des Gutachtens: Ohne Laufzeitverlängerung geht der Standort
Deutschland unter.
Auch diesmal haben die [1][Grünen die Wahl in Baden-Württemberg gewonnen.]
Vorausgegangen war eine Energiepolitik im Bund, die Gas- und Ölheizungen
wieder erlaubt, neue Gaskraftwerke zum Ziel hat, den Erneuerbaren an den
Kragen geht. Auch diesmal war ein Gutachten des EWI Grundlage, aus dem
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche einen 10-Punkte-Plan ableitete, der
beispielsweise einen „bedarfsgerechten Ausbau“ von Windkraft und
Photovoltaik vorsieht.
Reiche war bis zu ihrem Amtsantritt Managerin bei einer Eon-Tochter, die
unter anderem ein 37.000 Kilometer langes Erdgasnetz betreibt. Viele
Vorschläge, die Reiche jetzt in Gesetzestexte gießen will, kommen direkt
von ihrem früheren Arbeitgeber Eon. Mittlerweile haben sich mehr als 2.000
Unternehmen zu Wort gemeldet, weil sie die Pläne gar nicht gut finden.
Nicht einmal RWE, der andere schwergewichtige Fossilkonzern in Deutschland,
fand lobende Worte. Und: In Baden-Württemberg gibt es fast eine Million
Photovoltaikanlagen, die Sonne hat hier mehr Energie als beispielsweise im
Norden. Entsprechend beliebt ist Sonnenkraft. 2025 kamen 130.000 neue
Anlagen dazu, im Jahr zuvor sogar 157.000. Hinter Bayern liegt das Land auf
Platz zwei bei der Solarnutzung. Lange lag CDU-Mann Manuel Hagel in den
Umfragen vorn – dann veröffentlichte Reiche ihre Pläne.
Es mag ja sein, dass sich der Kanzler nicht sonderlich für die Niederungen
der Energiepolitik interessiert. Für die Performance seiner zuständigen
Ministerin sollte sich Friedrich Merz aber schleunigst interessieren: Kein
Kabinettsmitglied ist unbeliebter als sie, nur 13 Prozent des Wahlvolks
sind „zufrieden“ mit Reiches Arbeit. Die [2][Wirtschaftsministerin will
nicht nur kleine Dachanlagen nicht mehr fördern]. Sie will ihnen auch
keinen Netzanschluss mehr garantieren. Ohne diesen aber sind Solarpaneele
für die Katz. Natürlich kann Merz mit Reiches Entlassung warten, bis für
die CDU auch die [3][Wahl in Rheinland-Pfalz verloren] ist. Dort gibt es
aktuell 311.000 Solaranlagen. Bei gut 3 Millionen Wahlberechtigten sind das
10 Prozent. Und selten wohnt in einem Einfamilienhaus nur eine
wahlberechtigte Person.
Kann schon sein, dass es wichtigere Probleme als den Solaranschluss gibt.
Wer aber solch eine Anlage betreibt, befasst sich auch mit Energiepolitik –
und wird sich von der Reiche-Union abwenden.
14 Mar 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Gruene-nach-der-Wahl-in-Baden-Wuerttemberg/!6161040
(DIR) [2] /Schwarz-rote-Energiepolitik/!6154550
(DIR) [3] /Landtagswahl-in-Rheinland-Pfalz/!6161323
## AUTOREN
(DIR) Nick Reimer
## TAGS
(DIR) Energiewende in Gefahr
(DIR) Reden wir darüber
(DIR) Katherina Reiche
(DIR) Eon
(DIR) RWE
(DIR) Schwerpunkt Atomkraft
(DIR) Social-Auswahl
(DIR) Klimaschutz
(DIR) Katherina Reiche
(DIR) Erdöl
(DIR) Wir retten die Welt
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Klimaschützerin über die Bundesregierung: „Wir sehen den völlig falschen Trend“
Moore, Autos, Heizungen – sollte das neue Klimaschutzprogramm der Regierung
mangelhaft sein, ließe es sich juristisch angreifen, sagt Tina Löffelsend.
(DIR) Leaks aus dem Wirtschaftsministerium: Schnüffelministerin Katherina Reiche
Das Wirtschaftsministerium soll die Mails von Mitarbeitern ausgespäht
haben. Der ohnehin miesen Stimmung im Haus dürfte das kaum zuträglich sein.
(DIR) Hohe Ölpreise durch Iran-Krieg: Deutsche Spritpreise sind EU-weit am stärksten gestiegen
Die Preise an hiesigen Tankstellen sind unverhältnismäßig, zeigt eine
Auswertung der Monopolkommission. Sie sieht Hinweise auf strukturelle
Probleme.
(DIR) Gaspreis, Ölpreis, Krise: All diese heimlichen Klimaschützer
Das war’s mit Klimaschutz? Von wegen: Die heimlichen Klimaschützer sind
überall, findet unser Autor.