# taz.de -- Podcast „Ab in den Urlaub“: Alles ausleuchten
       
       > „Ab in den Urlaub“ zeigt einen gescheiterten Konzern, einen Exzentriker
       > und die Aufbruchstimmung im Osten. Sentimental ist die Sache aber nicht.
       
 (IMG) Bild: Ort des Flugzeugabsturzes, bei dem Unister-Gründer Thomas Wagner und sein Geschäftspartner Oliver Schilling 2016 ums Leben kamen
       
       Manche Podcasts drängen sich trotz ihrer Klasse nicht auf den ersten Blick
       auf. [1][„Ab in den Urlaub“] ist so einer.
       
       Der MDR erzählt darin die Geschichte von Unister, dem Leipziger
       Internetkonzern hinter Portalen wie Ab-in-den-Urlaub.de oder Fluege.de. Ein
       Unternehmen, das in den 00ern rasant wuchs – und später mit Skandalen,
       Razzien, Geldwäschevorwürfen und einem Unglück langsam zugrunde ging: 2016
       starben Firmengründer Thomas Wagner und sein Geschäftspartner [2][bei einem
       Flugzeugabsturz,] kurz nach einem dubiosen Deal in Italien. Stoff wie für
       einen Wirtschaftskrimi.
       
       Wirtschaftsberichterstattung hat meist ein Problem: Was wirklich passiert,
       bleibt oft hinter verschlossenen Türen. Manager geben keine Interviews,
       Kritik wird von Anwält*innen abgewehrt.
       
       Bei Unister ist das anders. Über Wagner und sein Unternehmen ist viel
       Material erhalten. Der Podcast arbeitet mit internen Mails, Dokumenten und
       zahlreichen Zeitzeug*innen – darunter eine frühere Pressesprecherin
       oder Reiner Calmund, der Werbegesicht bei Unister war.
       
       ## Viele Grauzonen
       
       So entsteht das nahe Porträt eines exzentrischen Gründers: Wagner lebte
       noch als Millionär in einem Leipziger Studentenwohnheim, führte die Firma
       oft impulsiv und konnte gegenüber Mitarbeitenden cholerisch werden.
       
       Gleichzeitig erzählt der Podcast auch [3][vom Internet der frühen 2000er:]
       von Aufbruchstimmung im Osten, von einem Markt mit vielen Grauzonen – und
       davon, wie Unister in kurzer Zeit über 40 Plattformen aufbaute und hunderte
       Millionen Euro Umsatz machte.
       
       Dabei kommen auch Nebenfiguren ins Bild, etwa ein Anwalt, der das
       Unternehmen einst immer wieder aus juristischen Krisen boxte und später
       gerade deshalb zum leidenschaftlichen Verbraucherschützer wurde.
       
       Gerade diese Mischung aus Zeitgeschichte, Wirtschaftskrimi und sehr
       persönlichen Einblicken macht den Podcast hörenswert.
       
       13 Mar 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.mdr.de/presse/mdr-podcast-ab-in-den-urlaub-unister-100.html
 (DIR) [2] /Ab-in-den-Urlaub-Mutter-Unister-meldet-Insolvenz-an/!5319665&s/
 (DIR) [3] /Reiseseiten/!5076457
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Ann-Kathrin Leclère
       
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