# taz.de -- Klimabilanz von Regierungsflügen: Merz sollte Linie fliegen
> Wenn die Bundeswehr Regierungsmitglieder durch die Gegend fliegt, leiden
> Klima und Haushalt. Besonders schädlich: die hohe Zahl dann nötiger
> Leerflüge.
(IMG) Bild: Winke, winke: Friedrich Merz vor dem Abflug
Diese Zahlen verdeutlichen besonders eindrücklich, wie ineffizient Reisen
von Regierungsmitgliedern und des Bundespräsidenten mit der
Flugbereitschaft der [1][Bundeswehr] sind: Seit Amtsantritt des Kabinetts
von Friedrich Merz im Mai 2025 bis Ende Dezember flog das Militär laut
Verteidigungsministerium 488 Mal mit Politikern durch die Weltgeschichte.
Dafür waren 700 Leerflüge nötig, zum Beispiel damit die Jets von ihrem
Stützpunkt in Köln zu dem Ort gelangen, wo sie Merz & Co. abholen.
Die Regierungsfliegerei ist also nicht nur sehr [2][klimaschädlich], weil
die Treibhausgasemissionen solcher Privatflüge oft höher sind als von
Linienflügen: Der Kanzlerjet fliegt halt auch, wenn nur wenige Plätze
belegt sind, was die Pro-Kopf-Emissionen steigert.
Zudem kostet diese Exklusivität die Steuerzahler viel Geld. Man will gar
nicht wissen, wie katastrophal die Bilanz des Kabinettsausflugs nach Rom
Ende Januar war: Zum nur wenige Stunden dauernden Treffen mit der
italienischen Regierung reisten Merz und seine Minister mit sage und
schreibe [3][sechs Jets] an.
Leerflüge können die Kosten für Klima und Bundeshaushalt locker verdoppeln.
Kritik an diesen „Bereitstellungsflügen“ konterte das
Verteidigungsministerium in der Vergangenheit damit, dass es sie für Aus-
und Weiterbildung nutze. Aber dafür sind wohl kaum 700 Leerflüge in acht
Monaten nötig.
Aus diesen Gründen sollte die Regierung weit weniger mit Privatjets etwa
der Bundeswehr unterwegs sein. Es ist auch einem Herrn Merz zuzumuten, mit
einem Linienflug zu einem Gipfeltreffen anzureisen – wenn es unbedingt sein
muss, in der First Class.
Dann reduzieren sich Emissionen und Kosten schon deshalb, weil in der Regel
keine Leerflüge anfallen: Wenn Merz mit der Lufthansa nach Washington, D.C.
jettet, kommt der Airbus mit anderen Passagieren zurück. Ja, manche
Regierungstermine sind so schlecht planbar, dass Kabinettsmitglieder um die
Bundeswehrflugzeuge nicht herumkommen. Aber wenn die Politiker in allen
anderen Fällen Linie fliegen würden, wäre schon viel gewonnen.
19 Feb 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Bundeswehr/!t5008725
(DIR) [2] /Schwerpunkt-Klimawandel/!t5008262
(DIR) [3] https://www.spiegel.de/politik/deutschland/friedrich-merz-regierung-flog-mit-sechs-jets-zu-mini-gipfel-in-rom-a-a55bacf5-6c58-46a8-a435-b220aecf4e21
## AUTOREN
(DIR) Jost Maurin
## TAGS
(DIR) Klima
(DIR) Klimaschutz
(DIR) Flugreisen
(DIR) Flugverkehr
(DIR) Bundeswehr
(DIR) Luftwaffe
(DIR) Friedrich Merz
(DIR) Verteidigungsministerium
(DIR) Schwerpunkt Klimawandel
(DIR) Reden wir darüber
(DIR) Flugscham
(DIR) Social-Auswahl
(DIR) Schwerpunkt Klimawandel
(DIR) Schwerpunkt Klimawandel
(DIR) Friedrich Merz
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) CO₂-Emissionen der Luftfahrt: Besser fliegen fürs Klima
Fluggesellschaften können klimafreundlicher fliegen, wenn sie ihre
Effizienz steigern, sagen Forscher. Schon drei Maßnahmen würden helfen.
(DIR) Studie zum Fliegen: Klimasünder auf den besseren Plätzen
Wer im Flugzeug Sitze oberhalb der Economy-Klasse bucht, trägt deutlich
mehr zur Erderhitzung bei. Das zeigt eine Studie im Auftrag von Greenpeace.
(DIR) Flugreisen von CDU-Chef Friedrich Merz: Merz nutzt Flugbereitschaft öfter als andere Fraktionschefs
Insgesamt 32 Mal wurde die Flugbereitschaft von Fraktionschefs im Bundestag
genutzt. Allein 30 Flüge davon gingen auf CDU-Chef Friedrich Merz’ Konto.