# taz.de -- Ex-Prinz Andrew und Jeffrey Epstein: Mini-Hoffnungsschimmer
       
       > Die Epstein-Causa findet kein Ende. Während Täter in den USA scheinbar
       > keine Strafen fürchten müssen, funktioniert Europas Justiz noch
       > einigermaßen.
       
 (IMG) Bild: Ein Fahrzeug hält vor der Einfahrt zum königlichen Anwesen, wo zuvor Andrew Mountbatten-Windsor residierte
       
       Andrew Mountbatten-Windsor wurde festgenommen. Endlich Konsequenzen im
       Zusammenhang mit dem Skandal um Jeffrey Epstein möchte man meinen. Denn der
       verurteilte Sexualstraftäter selbst ist tot, doch alle Mitwisser und
       -täter, die Teil des Missbrauchrings gewesen sein sollen, sind auf freiem
       Fuß. Die einzige Person hinter Gittern ist eine Frau: Ghislaine Maxwell.
       
       Dieser Umstand wird nicht nur von den Überlebenden zurecht skandalisiert.
       Viele haben das Gefühl, sie können sich auf die Justiz in den USA nicht
       verlassen. Das zuständige Ministerium hatte kurz [1][nach der
       Veröffentlichung der Akten] verkündet, dass es zu keinen weiteren
       strafrechtlichen Ermittlungen kommen würde. Hierfür gäbe es schlicht zu
       wenig Anhaltspunkte. Ein [2][Schlag ins Gesicht aller Opfer]. Deswegen sind
       Ermittlungen in Europa für sie ein Hoffnungsschimmer.
       
       Wie jetzt die gegen den ehemaligen Prinzen Andrew. Er hatte bislang alle
       Vorwürfe gegen sich zurückgewiesen. Die Ziviklage durch Virginia Giuffre,
       die ihn beschuldigte, sie mehrmals (auch als Minderjährige) missbraucht zu
       haben, endete im Vergleich. Nun gibt es erneut Ermittlungen gegen
       Mountbatten-Windsor, allerdings wegen des „Verdachts auf Amtsmissbrauch“.
       Er soll sensible Informationen an Epstein weitergeleitet haben. Es sind
       also ausdrücklich keine Ermittlungen wegen sexualisierter Gewalt, doch
       immerhin geht die Strafverfolgung ihrem Job nach.
       
       In Europa tut sich deutlich mehr als in den USA. In Norwegen trat die
       ehemalige Botschafterin Mona Juul zurück, die Häuser des Ex-Regierungschef
       Thorbjørn Jagland wurden durchsucht, Kronprinzessin Mette-Marit musste sich
       öffentlich entschuldigen. Auch in Frankreich gehen die Behörden
       verschiedenen Fällen nach. In Großbritannien ist es nicht nur
       Mountbatten-Windsor, der Konsequenzen fürchten muss, auch der britische
       Premierminister [3][Keir Starmer gerät unter Rechtfertigungsdruck]. Kleine
       Schimmer, doch echte Hoffnung gibt es erst, wenn Ermittlungen gegen alle
       mächtigen Männer in Gang gesetzt werden, die in den Akten auftauchen. Egal
       in welchem Land.
       
       19 Feb 2026
       
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       Malindi.