# taz.de -- Promis und Sexismus: Der Manuel, der Andrew und die Sache mit den Frauen
       
       > Gegen ein Kompliment zu schönen Haaren und rehbrauen Augen ist doch
       > eigentlich nichts einzuwenden. Oder?
       
 (IMG) Bild: War da was? Manuel Hagel, Landesvorsitzender der CDU und Spitzenkandidat in Baden-Wuerttemberg
       
       Manuel, braune Haare, himmelblaue Augen. Der wird jetzt rot zu Hause, wenn
       er das liest grad hier. Oder? Aber das muss er gar nicht. Er sieht super
       aus, ist schön glatt und lässt sich von seiner Frau den Kopf waschen. Einen
       Manuel wünscht sich jede Mutter zum Schwiegersohn, übrigens nicht nur
       heimlich.
       
       Verstehe da jemand, warum sich jetzt alle so [1][aufregen über Manuel, der
       mit Nachnamen Hagel heißt] und CDU-Spitzenkandidat bei der [2][Landtagswahl
       in Baden-Württemberg] am nächsten Wochenende ist. Nur weil er vor acht
       Jahren einer Schülerin wegen ihrer Haare und Augen ein Kompliment gemacht
       hat. Wer sonst sollte das besser können als jemand, der die Haare schön
       hat. Und wer freut sich nicht über ein Kompliment? Jeder Zuspruch ist doch
       Balsam für die Seele.
       
       Das haben nur noch nicht alle verstanden – und interpretieren ein
       Kompliment zu Haaren und Augen als Sexismus und Altherrenhumor. Dabei kann
       man Letzteres Manuel nun wirklich nicht vorwerfen, so jungenhaft wie er mit
       seinen 37 daherkommt. Wer geht da nicht gern „Auf ein Bier mit Manuel
       Hagel“ – und lässt sich mit Komplimenten überschütten.
       
       Oder lieber ein Scotch mit Andrew? [3][Andrew,] graue Haare, blassblaue
       Augen. Anders als Manuel ist Andrew nicht mehr jungenhaft. Mit jung
       verbindet ihn einzig sein krimineller Drang, Mädchen und junge Frauen zu
       benutzen, als wären sie ein Einstecktuch mit seinen gestickten Initialen.
       Möglicherweise hält sich Andrew für was Besseres. Jedenfalls hat er das zu
       Protokoll gegeben, als die Polizei ihn neulich verhaftete.
       
       ## Adel verpflichtet
       
       Da krähte er immer und immer wieder: „Ich bin der Sohn der Queen, das könnt
       ihr mir nicht antun.“ Ein Königskind, ein Prinz zu sein, das kann ja jeder
       behaupten. Auch wenn Andrews Nachname – Mountbatten Windsor – einen Hinweis
       darauf geben könnte, dass in Andrews Adern britisch-blaues Blut fließt.
       Offenbar hat niemand Andrew ein königliches Grundcredo verraten: Adel
       verpflichtet. In jeder Beziehung.
       
       Aber Manuel ist nicht Andrew, das muss man ganz deutlich sagen. Manuel ist
       ein kleines Licht, Andrew ein großer Übeltäter, ein Verbrecher. Manuel
       sagt, er will nie wieder Haar-Komplimente machen. Bei Andrew ist alles zu
       spät, egal was er sagt.
       
       1 Mar 2026
       
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 (DIR) Simone Schmollack
       
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