# taz.de -- Menschenhandel: Epsteins Arm nach Ostafrika
> Sexualstraftäter Jeffrey Epstein reiste nach Afrika, stand in Kontakt mit
> ehemaligen Präsidenten – und besuchte Kenias Menschenhandel-Hotspot
> Malindi.
(IMG) Bild: Der ehemalige südafrikanische Präsident Jacob Zuma in Johannesburg im Juli 2021
Kenia, Tansania, Uganda, Somalia, Senegal – in den rund drei Millionen
Dokumenten, E-Mails, Videos und Fotos, den sogenannten [1][Epstein-Akten],
die vor zwei Wochen vom US-Justizministerium veröffentlicht wurden, gibt es
viele Bezüge nach Ostafrika.
Offenbar war der Sexualverbrecher Jeffrey Epstein mehrfach in Afrika
unterwegs, kannte hochrangige afrikanische Persönlichkeiten wie Kenias
Ex-Präsident Uhuru Kenyatta und [2][Südafrikas Ex-Präsident Jacob Zuma].
Diesen stand er möglicherweise so nahe, dass er ihnen auch Frauen zuführte.
Als Zuma im März 2010 in London zu Gast war, schrieb Epstein an den
britischen [3][Labour-Politiker Peter Mandelson]: „Mark Lloyd gibt morgen
Abend im Ritz ein Abendessen für Zuma. Ich habe einige schöne russische
Damen eingeladen, um teilzunehmen.“
Auf seinen Afrika-Safaris ließ es sich Epstein offenbar gutgehen. Er
übernachtete in den teuersten Hotels und Luxus-Lodges in den Nationalparks.
In den unzähligen E-Mail-Wechseln in Vorbereitung seiner Reisen nach Kenia
und Tansania sind Reisebuchungen enthalten, in welchen Preise von mehr als
12.000 Dollar pro Person ausgewiesen sind.
## Geschmacklose Witze über afrikanische Kinder
Im Jahr 2009 lud er die amerikanische PR-Beraterin und Publizistin Peggy
Siegal sowie deren Kinder zu einer Reise in die kenianische Savanne ein, so
geht es aus unzähligen E-Mails zwischen Siegal und Epstein hervor. „Wir
landen am Morgen des 19. in Amsterdam und am späten Abend des 19. in
Nairobi. Am Sonntagmorgen fliegen wir in die Wildnis der Masai Mara“,
schrieb Siegal im Dezember 2009 an Epstein.
„Wir sind euch unendlich dankbar für diese weitere bereichernde
Lebenserfahrung. Wenn uns die Massai-Krieger nicht fressen, dann tun es die
Piraten aus Somalia …“, witzelt Siegal und schrieb dann Epstein in
derselben Mail: „Kann dir ein kleines Baby mitbringen … oder zwei. Jungen
oder Mädchen? So wie Madonna.“
Zu jener Zeit hatte die berühmte US-Sängerin Madonna gerade ihre ersten
Kinder aus Malawi adoptiert und dort vor Ort das „Hilfswerk Raising Malawi“
gegründet, welches Waisenkinder unterstützt. 2011 wurde die Organisation
geschlossen, nachdem bekannt geworden war, dass über drei Millionen Dollar
ausgegeben wurden, ohne eine einzige Schule zu bauen.
## Epstein reiste in Menschenhandel-Hotspot
Epsteins Afrika-Reisen führten ihn und die Leute aus seinem Zirkel an die
kenianische Küste am Indischen Ozean. Ausgerechnet nach Malindi, in die
anrüchige Kleinstadt entlang der weißen Sandstrände, die unter Kenianern
als Treffpunkt von Mafia-Figuren aus Italien, Pädophilen und
Menschenhändlern gilt. Zufall?
In den Mails gibt es keine eindeutigen Beweise für eine mögliche Straftat
gegen Kinder oder Frauen in Kenia. Kenias Regierung hat erst im Jahr 2010
ein Gesetz verabschiedet, das Menschenhandel unter Strafe stellt. Im 2007
war nach vermehrten Medienberichten über sexuelle Ausbeutung von Kindern in
Malindi durch westliche Luxustouristen die erste Untersuchungskommission
eingerichtet worden.
Diese stellte fest, dass Malindi und der nahe gelegene internationale
Flughafen in Mombasa ein Umschlagplatz für den Sexhandel mit Kindern ist.
Einige junge Mädchen wurden aus den benachbarten Ländern Somalia, Äthiopien
und Tansania via Mombasa nach Europa geschleust. Die Polizei ging daraufhin
verstärkt gegen Menschenhändlerringe im Osten Kenias vor.
Ein weiterer Aspekt von Epsteins Afrika-Beziehungen war sein in den E-Mails
mehrfach ausgedrücktes Interesse, in Afrikas Finanzsektor zu investieren.
Dabei ging es um Bitcoin-Geschäfte in Kenia, dem damals frisch aufkommenden
Markt für mobile Geldtransferoptionen via Handy in Afrika oder ein
„Bankengeschäft“, das während eines Treffens mit Senegals Ex-Präsident
Macky Sall in der Hauptstadt Dakar „diskutiert“ worden war.
11 Feb 2026
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## AUTOREN
(DIR) Simone Schlindwein
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