# taz.de -- Faire Kakaopreise: Existenzsicherndes Einkommen für Farmer*innen
       
       > Lidl verspricht seinen Kakaoproduzent*innen vom Weltmarktpreis
       > unabhängige Löhne. Das könnte auch vor Folgen des Klimawandels schützen.
       
 (IMG) Bild: Lidl zahlt jetzt mehr für den bittersüßen Kakao
       
       [1][Die Supermarktkette Lidl hat angekündigt, seinen Kakaobauern und
       -bäuerinnen existenzsichernde Preise garantieren zu wollen]. Dafür soll das
       Sortiment an Tafelschokolade der Eigenmarke auf ein von Fairtrade
       entwickeltes Programm umgestellt werden. Ab März wird es für mindestens
       fünf Jahre laufen. Für Kund*innen soll die Schokolade aber nicht teurer
       werden. Neben Deutschland sollen auch Filialen in Belgien und Niederlande
       mitmachen.
       
       Der Vorstoß von Lidl „kommt genau zum richtigen Zeitpunkt“, sagt Evelyn
       Bahn. Sie ist Kakaoexpertin bei der [2][entwicklungspolitischen
       Organisation Inktoa]. Denn der Weltmarktpreis für Kakao befindet sich im
       freien Fall. [3][Laut Deutscher Börse liegt er aktuell mit circa 3.200
       US-Dollar pro Tonne bei etwa einem Drittel des Vorjahreswerts.] Lidl
       ermögliche den Bäuerinnen und Bauern somit trotz sinkender Preise ein
       existenzsicherndes Einkommen, erklärt Bahn.
       
       „Wenn Farmer keinen fairen Preis bekommen, wird es in Zukunft keine
       Schokolade mehr geben“, sagt Akissi Rosine Patricia Kpangba, die in Côte
       d'Ivoire eine Kooperative von Kakaobäuer*innen leitet. „Ein
       existenzsichernder Preis ist die Grundvoraussetzung, dass wir unsere Kinder
       zur Schule schicken und zum Arzt gehen können.“ Zudem würden die Landwirte
       in die Lage versetzt, in die Plantagen zu investieren und sich für den
       Klimawandel zu wappnen, erklärt Kpangba.
       
       ## Folgen des Klimawandels abfedern
       
       Auch Bahn ist der Meinung, dass Lidls Programm die Folgen des Klimawandels
       abfedern könne. Jahrelang seien Dumpingpreise bezahlt worden. „Diese Preise
       haben dafür gesorgt, dass die Bäuerinnen und Bauern über Jahrzehnte keine
       Möglichkeit hatten, für klimatische Veränderungen gewappnet zu sein“,
       erklärt sie. Somit seien die Ernteausfälle eine Folge davon, dass kein Geld
       da gewesen sei, in neue Kakaobäume und in die Plantagen zu investieren.
       
       „Lidl geht einen wichtigen Schritt, seiner menschenrechtlichen
       Sorgfaltspflicht nachzukommen“, betont Bahn. Denn Armut sei der Hauptgrund
       für Menschenrechtsverletzungen wie Kinderarbeit. Unternehmen müssten nun
       das umsetzen, was in ihrem Handlungsspielraum liege, um gegen diese
       vorzugehen. Für die Kakaoexpertin steht fest: „Lidl tut jetzt genau das!“
       
       19 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://unternehmen.lidl.de/pressreleases/2026/260219_living-income-schokolade
 (DIR) [2] https://www.inkota.de/
 (DIR) [3] https://live.deutsche-boerse.com/rohstoff/kakaopreis?mic=ARIVA
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Philipp Embach
       
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