# taz.de -- Moderne Sklaverei: Zu profitabel, um bekämpft zu werden
> 50 Millionen Menschen leben in moderner Sklaverei. Die Akteure, die sie
> bekämpfen müssten, sind oft kompromittiert. Und die Öffentlichkeit schaut
> weg.
(IMG) Bild: Kinder als Erntehelfer: Kaffeeernte in El Salvador
Fast 50 Millionen Menschen leben [1][heute in Sklaverei] – mehr als zu
irgendeinem Zeitpunkt in der Geschichte. Sklaverei steckt in den Produkten,
die wir täglich konsumieren: Kakao, Kaffee, Zucker, Tee, [2][Baumwolle],
Palmöl, Nüsse, Reis, Thunfisch, Rindfleisch, Leder und Handys. Selbst
Produkte, die als „ethisch“ oder „nachhaltig“ zertifiziert werden, beruhen
oft auf Kinderarbeit und Zwangsarbeit. Alle der 2.000 größten globalen
Unternehmen haben [3][Sklaverei und Kinderarbeit in ihren Lieferketten.]
Die Institutionen, die Sklaverei bekämpfen sollten, sind viel zu oft
kompromittiert. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) startete
Anti-Sklaverei-Programme, die ausgerechnet von Mars finanziert wurden –
einem Unternehmen, das seit Jahren für die Ausbeutung von Kindern und
Erwachsenen in der Produktion von Kakao, Zucker, Nüssen und Palmöl
dokumentiert ist. Einige NGOs, darunter Anti-Slavery International, haben
Regierungen sogar aktiv davon abgehalten, Importverbote für Waren
durchzusetzen, die mit Kinderarbeit hergestellt wurden.
Gleichzeitig führen Politikerinnen und Politiker in Europa, den Vereinigten
Staaten, Kanada, Norwegen und der Schweiz Initiativen an, die darauf
abzielen, die Ausbeutung von Sklaven und Kindern durch globale Konzerne zu
entkriminalisieren, statt echte Verantwortung durchzusetzen. Auch Medien
tragen eine Mitverantwortung. Viel zu selten wird hingeschaut, wenn
Unternehmen Dutzende Millionen Menschen ausbeuten. Dieses mediale Schweigen
hat dazu beigetragen, ein globales Verbrechen zu verbergen, das direkt vor
unseren Augen stattfindet.
Sklaverei existiert weiter, weil sie profitabel ist – und weil diejenigen,
die von ihr profitieren, die Systeme kontrollieren, die sie angeblich
stoppen sollen. Wir müssen uns diesen unbequemen Wahrheiten stellen und für
die Freiheit der zig Millionen Menschen handeln, die noch immer in moderner
Sklaverei gefangen sind. Um moderne Sklaverei zu beenden, brauchen wir
unabhängige Institutionen, durchsetzbare Gesetze, vollständige Transparenz
und echte Rechenschaftspflicht – nicht freiwillige Richtlinien und
PR-Kampagnen.
2 Dec 2025
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(DIR) [2] /Bloss-keine-Geschichte/!5716162
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## AUTOREN
(DIR) Fernando Morales-de la Cruz
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