# taz.de -- Iran-Demos in München: Tröstliche Solidarität
       
       > Für die Aufständischen im Iran ist verständlicherweise alles besser als
       > die Diktatur des Mullah-Regimes – sogar der Sohn des letzten Schahs.
       
 (IMG) Bild: Für viele Iraner, die in München demonstrierten, ist alles besser als die islamistische Diktatur im Iran
       
       „Valentinstag im Iran“ steht auf einem Schild, das ein Demonstrant mit auf
       die Münchner Theresienwiese mitgebracht hat, um gegen das Regime in Teheran
       zu protestieren. Darauf ist eine junge Iranerin zu sehen, die den Körper
       ihres Partners in einem schwarzen Leichensack umarmt. Er war – wie Tausende
       andere iranische Protestierende – bei den Aufständen im Januar erschossen
       worden.
       
       Etwa [1][250.000 Menschen sind laut Polizeiangaben am vergangenen Samstag
       gekommen], um mit geeinter Stimme das Ende des Mullah-Regimes zu fordern.
       Auch in anderen Städten gingen Hunderttausende auf die Straße. Die
       Teilnehmenden trotzten Regen und Wind, trugen Schilder mit den Fotos der
       Opfer mit sich. Viele zeigten aber auch das Konterfei von Reza Pahlavi, der
       zu der Kundgebung aufgerufen hatte.
       
       [2][Ausgerechnet Pahlavi, der im Exil lebende Sohn des 1979 gestürzten
       Schahs.] Dass es ihm jetzt gelingt, Hunderttausende Exil-Iraner zu
       mobilisieren, sorgt bei manchen Beobachtern für Unbehagen. Der Schah, das
       war doch der autoritäre Monarch, gegen den iranische, aber auch europäische
       Linke einst massenhaft demonstriert hatten. Und jetzt soll sein Sohn der
       neue Hoffnungsträger sein?
       
       [3][Die Irritation ist nachvollziehbar, bleibt aber eine Perspektive
       derjenigen, die nicht betroffen sind]. Unter den Protestierenden in München
       haben viele Angehörige verloren. Unter ihnen ist kaum jemand für die
       absolute Monarchie in Gestalt des nun in der Exil-Opposition aktiven
       Schah-Sohns. Allenfalls eine konstitutionelle Monarchie wäre denkbar und
       akzeptabel, wie in Spanien oder den Niederlanden. Hauptsache, keine
       Mullahs, keine Massenmörder mehr. Hauptsache, eine realistische
       Alternative.
       
       Wie in München sehen es auch viele Menschen im Iran. „Der gestrige Tag hat
       mir alle meine Schmerzen genommen“, schreibt eine Iranerin, die bei den
       Protesten angeschossen wurde. Viele dachten, dass sich im Ausland niemand
       für ihr Leid interessiert und die Welt sie vergessen hat. Und jetzt gehen
       Millionen Menschen weltweit auf die Straße. Das gibt Hoffnung.
       
       15 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Iranische-Demo-in-Muenchen/!6154747
 (DIR) [2] /SPD-Politiker-zum-Schah-Sohn/!6153620
 (DIR) [3] /Massaker-in-Iran/!6152368
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Teseo La Marca
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Iran
 (DIR) Reza Pahlavi
 (DIR) Islamismus
 (DIR) Reden wir darüber
 (DIR) Proteste in Iran
 (DIR) Ajatollah Ali Chamenei
 (DIR) Proteste in Iran
 (DIR) Schwerpunkt Iran
 (DIR) Schwerpunkt Konflikt zwischen USA und Iran
 (DIR) Iranische Revolutionsgarden
 (DIR) Schwerpunkt Iran
 (DIR) Sicherheitskonferenz
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Möglicher Nachfolger von Ali Chamenei: Der pragmatische Extremist
       
       Iran bereitet sich auf den Tod Chameneis vor. Sein Vertrauter Ali
       Laridschani soll dann die Interims-Geschäfte übernehmen. Er ist ein echter
       Aufsteiger.
       
 (DIR) Wieder Proteste in Iran: „Pajandeh Iran“ rufen die Studierenden
       
       An mehreren Universitäten gedenken junge Iraner ihren getöteten
       Kommilitonen. Daraus werden Proteste – und Rufe nach dem Sohn des
       gestürzten Schahs.
       
 (DIR) Iran-Proteste: Linke sind solidarisch – nur nicht mit Reza Pahlavi
       
       Schweigt „die“ Linke zum Iran? Diese Behauptung wird vor allem von Leuten
       verbreitet, die zum Grauen in Gaza geschwiegen haben. Sie ist falsch.
       
 (DIR) USA rüsten für Krieg gegen Iran: Größtes Luftwaffenaufgebot seit dem Irakkrieg
       
       Nach erfolglosen Verhandlungen droht ein neuer US-Angriff auf den Iran. Das
       nötige Kriegsgerät schickt Trump dieser Tage in die Region.
       
 (DIR) Europäische Iranpolitik: Die Sanktionen gegen die iranischen Revolutionsgarden wirken
       
       Wer die jüngst beschlossene EU-Maßnahme als Symbolpolitik abtut, übersieht
       ihre Folgen. Die entscheidende Frage ist: Was ist der nächste Schritt?
       
 (DIR) Jahrestag der Islamischen Revolution: Irans Präsident entschuldigt sich ein bisschen für das Blutbad
       
       Zum 47-jährigen Bestehen der Islamischen Republik mobilisiert das Regime
       seine Anhänger. Massud Peseschkian zeigt sich zu einem Atomkompromiss
       bereit.
       
 (DIR) Sicherheitspolitik: AfD darf nach Ausschluss wieder zur Sicherheitskonferenz
       
       Zwei Jahre war die AfD von der Münchner Sicherheitskonferenz
       ausgeschlossen. Nun gibt es einen Kurswechsel in dieser Frage.