# taz.de -- USA rüsten für Krieg gegen Iran: Größtes Luftwaffenaufgebot seit dem Irakkrieg
       
       > Nach erfolglosen Verhandlungen droht ein neuer US-Angriff auf den Iran.
       > Das nötige Kriegsgerät schickt Trump dieser Tage in die Region.
       
 (IMG) Bild: Auf der „USS Abraham Lincoln“ rief George W. Bush „Mission Accomplished!“ aus, nun kreuzt der Flugzeugträger wieder in den Gewässern
       
       „Unser Präsident wird einen Krieg mit dem Iran beginnen, weil er absolut
       unfähig ist zu verhandeln.“ Mit diesen Worten kritisierte Donald Trump den
       damaligen US-Präsidenten Barack Obama in einem Video im Jahr 2011. Ein Jahr
       später twitterte Trump: „Lasst Obama nicht die Iran-Karte ausspielen, um
       einen Krieg zu beginnen, damit er gewählt wird – seid vorsichtig,
       Republikaner!“
       
       Anderthalb Jahrzehnte später ist Trump US-Präsident – und alle Welt kann
       einmal mehr sehen, wie sich seine Anschuldigungen als Projektion entpuppen.
       Parallel zu den bislang ergebnislosen Verhandlungen über Irans Atomprogramm
       hat Trump der Führung in Teheran immer wieder mit Angriffen auf das Land
       gedroht. Und obwohl der Präsident wohl noch keine finale Entscheidung
       getroffen hat, ist eine Attacke in den kommenden Tagen oder Wochen alles
       andere als ausgeschlossen.
       
       Bereits im Januar hatte Trump mit einem Militärschlag gedroht, nachdem das
       Regime die [1][Protestbewegung im Iran blutig niedergeschlagen] hatte. Doch
       im Januar waren weder die USA für einen Angriff gerüstet, noch sahen sich
       Israel und die Golfstaaten auf die mit Sicherheit folgenden Gegenschläge
       vorbereitet.
       
       Mittlerweile aber kann Trump [2][seine Drohungen unterfüttern]. In den
       vergangenen Wochen haben die USA viel Militärequipment in die Region
       verlegt. Besonders mit Blick auf die Luft- und Seestreitkräfte ist es das
       größte Aufgebot an Kriegsmaschinerie seit dem Irakkrieg 2003.
       
       ## Zwei Flugzeugträger und viele Kampfjets
       
       So schickten die USA unter anderem Flugzeuge zur Luftbetankung und 50
       zusätzliche Kampfjets der Typen F-35, F-22 und F-16 in den Nahen Osten.
       Hinzu kommen zwei Flugzeugträger mit den dazugehörigen U-Booten sowie
       kleineren und größeren Kriegsschiffen.
       
       Besonders in der Verlegung der Flugzeugträger sieht Sicherheitsexperte
       Sebastian Bruns ein Zeichen dafür, dass die USA es mit einem Angriff ernst
       meinen. Bereits in der Region befindet sich die „USS Abraham Lincoln“, die
       Platz für 90 Flugzeuge und über 5.600 Besatzungsmitglieder bietet. Laut
       Berichten der BBC liegt sie derzeit [3][vor der Küste von Oman], etwa 700
       Kilometer von Iran entfernt. Und jetzt ist auch der Flugzeugträger „USS
       Gerald R. Ford“ an der Straße von Gibraltar angekommen. Von dort soll er
       weiter ins Mittelmeer fahren, auch um Israel im Kriegsfall zu beschützen.
       
       Die „USS Gerald R. Ford“ war zuvor noch in der Karibik stationiert. Dort
       war sie Teil jenes Militäraufgebots, das Anfang Januar im Angriff auf
       Venezuela gipfelte. [4][Doch während die Entführung Maduros recht
       reibungslos gelang], können die USA nicht davon ausgehen, im Iran eine
       ähnliche Aktion durchzuführen. Statt einer Kidnapping-Operation wäre mit
       massiven Luftschlägen zu rechnen, wahrscheinlich im Verbund mit Israel.
       Diese Angriffe würden sich wohl auf strategische Stellungen der
       Streitkräfte und der Revolutionsgarden konzentrieren, und – je nach
       politischer Vorgabe – [5][auf die islamistische Führung oder die
       Nuklearanlagen].
       
       Mehreren US-Medien zufolge reicht die gegenwärtige Militärpräsenz bereits
       für einen Angriff aus. Dagegen berichtet Reuters mit Bezug auf
       Regierungsquellen, im Weißen Haus gehe man davon aus, erst Mitte März die
       dafür notwendigen Soldaten und die Ausrüstung an Ort und Stelle zu haben.
       Mit 30.000 bis 40.000 Soldaten im Nahen Osten ist die Gesamtzahl im
       Vergleich zum Irakkrieg 2003 deutlich geringer. Denn auch wenn es denkbar
       ist, dass Trump versucht, durch Luftschläge die Führung der Islamischen
       Republik zu töten, rechnet niemand mit einer massiven Bodeninvasion.
       
       ## Vorbereitung auf Gegenangriffe
       
       Während Israel sich dieser Tage auf die wahrscheinlichen Gegenschläge
       vorbereitet, verstärken auch die USA ihre Militärbasen in der Region um
       weitere Raketenabwehrsysteme und ziehen Personal ab. Denn obwohl die USA
       dem Regime in Teheran militärisch weit überlegen sind, könnten nennenswerte
       Opfer unter US-Soldaten die Antikriegsstimmung im Land anheizen.
       
       Einer Umfrage Anfang Februar zufolge befürwortet nicht mal ein Viertel der
       US-Bürger einen Angriff auf den Iran. Am ehesten zeigen sich noch
       republikanische Wähler dafür offen – etwa 40 Prozent sprachen sich für
       einen Angriff aus, 25 Prozent dagegen, und 35 Prozent waren sich unsicher.
       
       Im Repräsentantenhaus will eine Gruppe von Abgeordneten eine Resolution
       verabschieden, die Trump einen Angriff ohne Zustimmung des Kongresses
       verbieten würde. Doch wie in ähnlichen Fällen in der Vergangenheit ist es
       nicht wahrscheinlich, dass die Demokraten genügend republikanische
       Abweichler finden können – geschweige denn, dass der Präsident sich von
       solch einer Resolution beirren lassen würde.
       
       19 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Iran-Demos-in-Muenchen/!6154930
 (DIR) [2] /Islamische-Republik-Iran-gegen-USA/!6150269
 (DIR) [3] https://www.bbc.com/news/articles/c1d64p3q2d0o
 (DIR) [4] /Gefangennahme-des-Praesidenten-Venezuelas/!6142587
 (DIR) [5] /Atomgespraeche-zwischen-USA-und-Iran/!6155410
       
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