# taz.de -- Rap-Duo aus Vorpommern: „Also es gibt wirklich keine gute rechte Musik“
       
       > Hilft linker Rap gegen rechte Jugendkultur? Und müssen junge Männer
       > wirklich hart sein? Ein Gespräch mit der Hinterlandgang.
       
 (IMG) Bild: Setzen auf Positivität und die Vision von einer lebenswerten Zukunft: Albert Münzberg (l.) und Pablo Himmelspach
       
       Dass Albert Münzberg und Pablo Himmelspach schon ewig befreundet sind,
       merkt man schnell, wenn man mit ihnen unterwegs ist: Der eine bestellt dem
       anderen im Café ganz selbstverständlich einen entkoffeinierten Cappuccino.
       Der andere steckt die Mütze des einen in seine Jackentasche, als wäre es
       seine. Zusammen aufgewachsen in einem Dorf in Vorpommern, touren die beiden
       heute regelmäßig quer durch die Bundesrepublik und füllen dabei immer
       größere Konzerthallen: mit teils angriffslustigem, oft gefühlvollem und
       meist erfrischend tanzbarem Deutschrap. Wir treffen uns wenige Tage nach
       der Veröffentlichung ihres neuen Albums „Vielleicht wird alles gut“ in
       Greifswald und sind gleich per Du. 
       
       taz: Albert, Pablo, in einem eurer neuen Songs rappt ihr „Sport im Osten,
       Faschos boxen“. Meint ihr das ernst? 
       
       Albert Münzberg: Nicht wortwörtlich. Wir wollen nicht zu Gewalt aufrufen.
       Aber zu einer selbstbewussteren, offensiveren Haltung. Viele linke
       politische Akteure sind gerade in der Defensive, versuchen, den Status quo
       zu verteidigen. Das stärkt die AfD. Sie kann agieren, agieren, agieren,
       während alle anderen nur reagieren. Das muss sich ändern. Statt ständig
       schockiert von den Rechten zu sein, besser mutig sagen: Wir geben jetzt den
       Ton an!
       
       taz: Nicht alle verstehen die Zeile so metaphorisch. 
       
       Albert: An einem Bahnhof zwischen Stralsund und Rostock steht prominent
       gesprayt: „Sport im Osten – Zecken boxen“. Das haben wir umgedreht. Wer den
       Song im Gesamten hört, merkt schnell: Der ist locker, soll Spaß und Mut
       machen.
       
       Pablo Himmelspach: Ich glaube schon, dass man die Zeile auch wörtlich
       verstehen kann. Wir haben uns aus künstlerischen Gründen dennoch dafür
       entschieden. „Sport im Osten, Faschos boxen“ ist für uns ein Stilmittel,
       die Hook des Songs.
       
       taz: Die soll im Gedächtnis bleiben, ähnlich einem Refrain. 
       
       Pablo: Eine Hook bringt Dinge auf den Punkt. [1][Überall im Osten, teils
       auch im Westen, gibt es immer wieder rechte Angriffe und Bedrohungen].
       Dagegen sollte man sich verteidigen dürfen.
       
       taz: Der Shitstorm von rechts ließ nach der Veröffentlichung des
       Promo-Videos nicht lange auf sich warten. 
       
       Pablo: Stimmt. Das war eine schwierige, aber auch wichtige Erfahrung. Wir
       machen schon länger politische Musik. „Sport im Osten“ ist der erste Song,
       der voll auf die Zwölf geht. Im Internet haben sich dann Leute über uns
       lustig gemacht und uns teils übel beleidigt. Man muss aufpassen, dass man
       sich nicht zu viel davon gibt. Und sich klar machen: Das Internet ist nicht
       die reale Welt. Bis auf mal ’nen dummen Spruch in Rostock gab es im echten
       Leben keine Konsequenzen.
       
       Albert: Der Shitstorm hat uns aber auch viel Reichweite außerhalb unserer
       Bubble gebracht. Viel mehr Leute haben das Video gelikt und positiv
       kommentiert, das hat es algorithmisch extrem befeuert.
       
       taz: Schon in früheren Songs thematisiert ihr Auseinandersetzungen mit
       Rechten in der ostdeutschen Provinz. Habt ihr die selbst erlebt? 
       
       Pablo: Das Thema begleitet uns seit unserer Kindheit. Wir sind in einem
       Dorf bei Demmin großgeworden. Da gab es immer wieder Momente, in denen man
       das Gefühl hatte, sich zurückziehen, einstecken oder abhauen zu müssen.
       
       taz: Was ist passiert? 
       
       Pablo: Freunde von mir haben oft auf die Fresse bekommen. Meistens von
       älteren Typen, die in der Überzahl waren. Einmal haben sie uns mit einer
       Machete bedroht.
       
       taz: Weil sie wussten, dass ihr links seid? 
       
       Albert: Nee. Das war jetzt nicht so: Da sind die Antifas Pablo und Albert!
       
       Pablo: Es reichte schon, wenn man ’nen Joint geraucht hat.
       
       Albert: Vor Jahren am Herrentag, da waren wir so etwa 16, haben wir auf dem
       Sportplatz in Demmin ein bisschen gekifft und was getrunken. Plötzlich
       kamen zwei Erwachsene, so Mitte 30, haben einem Kumpel ins Gesicht
       geschlagen und mir eine Kopfnuss gegeben, so dass wir beide kurz abgeklappt
       sind.
       
       Pablo: Das Perfide ist, dass das alles auch schon in einer Zeit passiert
       ist, in der wir noch recht jung waren, Kinderkörper und Kinderköpfe hatten.
       
       Albert: Die haben sich gern Schwächere gesucht. Wie Rechte das halt immer
       machen. Entweder geht’s gegen eine weit entfernte Elite oder vermeintlich
       Schwächere. Das zeigt, wie schwach sie eigentlich selbst sind. Wer Angst
       schürt, kennt Gefühle von Angst und Unsicherheit sehr gut. Die Leute, mit
       denen wir früher Stress hatten, sind mittlerweile komplett abgerutscht.
       Richtig verlorene, kaputte Seelen.
       
       taz: Älteren Songs zufolge habt ihr dann begonnen, euch zu wehren. In
       „Vorpommern bleibt Kampfsport“ rappt ihr „Faschos an der Tanke – doch uns
       ’re Gang ist die Antwort“. 
       
       Pablo: Ich bin boxen gegangen, weil ich das Gefühl hatte, auch hart sein zu
       müssen. [2][Die Pubertät ist ja eh eine heftige Entwicklungsphase]. Wenn
       solche Themen dazu kommen, kann sie schnell sehr verworren werden.
       
       taz: Und unter Männern, besonders unter jungen, ist übersteigerte Härte
       leider oftmals idealisiert. 
       
       Pablo: Dahingehend hat mir mein Vater damals geholfen. Er war emotional
       präsent, hat viel mit mir geredet und mir vorgelebt, dass man als Mann eben
       nicht hart sein muss.
       
       taz: Wie war das bei dir, Albert? 
       
       Albert: Mir hat dieses väterliche Vorbild gefehlt. Meine Eltern haben sich
       früh getrennt. Ich wollte damals auf jeden Fall auch hart sein und war sehr
       destruktiv unterwegs: Saufen, Drogen nehmen, Sachen kaputt hauen, in
       Schlägereien verwickelt sein.
       
       taz: Wie bist du davon weggekommen? 
       
       Albert: Durch die Musik. Ich – wir beide eigentlich – hatten viel Energie.
       Als wir begannen zu rappen und Konzerte zu veranstalten, konnte sie da
       reinfließen. Das war sehr, sehr wichtig für mich. Mit der Zeit bin ich dann
       selbstsicherer geworden und habe einen guten Zugang zu meinen Emotionen
       gefunden.
       
       Pablo: In unseren Songs verarbeiten wir so viele Themen, die uns berühren.
       Das hat uns schon oft persönlich weitergebracht. Manchmal spricht man in
       der Musik ja Sachen aus, die man sonst nicht mal mit seinen Engsten teilt,
       weil einem die Worte fehlen. Ein großes Glück, das wir das machen und sogar
       noch rausgehen und die Verbindung mit anderen dazu spüren können.
       
       taz: In einem früheren Song rappt ihr, dass ihr zwar eure „Power zeigen“
       könnt, euch aber nicht traut, vor anderen zu weinen – noch so ein
       Männerproblem. Geht das mittlerweile? 
       
       Albert: Vor Pablo und Menschen, die mir vertraut sind, ja. Gerade wenn man
       Sorgen hat, traurig ist, tut das total gut und gibt Kraft. Wie sich zu
       umarmen und miteinander reden.
       
       Pablo: Wir haben zum Glück ein Umfeld, in dem Emotionen nicht nur geduldet,
       sondern sogar als etwas Schönes empfunden werden. Das braucht es aber halt
       auch, um sich öffnen zu können.
       
       taz: Was beim Hören eurer neuen Platte auffällt: Zwei Songs erzählen vom
       Verlust geliebter Menschen. 
       
       Albert: Bei uns beiden ist fast zur gleichen Zeit jemand gestorben, der uns
       wichtig war. Das hatte sich angebahnt, sitzt aber noch tief. Wofür ich
       unfassbar dankbar bin: Die Person, um die es in „Wenn du lachst“ geht, hat
       den Song noch gehört, bevor sie gestorben ist. 
       
       taz: Euer Album trägt trotz dieser traurigen Erlebnisse einen vorsichtig
       optimistischen Titel: „Vielleicht wird alles gut“. Woher nehmt ihr die
       Zuversicht? 
       
       Albert: Schon früher haben wir bei emotionaleren Themen versucht, irgendwo
       noch einen Hoffnungsschimmer zu finden, ein positives Schlusslicht zu
       setzten. Der Titel des neuen Albums stammt aus der Hook vom Song „Pogo“.
       Die lautet komplett: „Vielleicht wird alles gut, wenn wir groß sind“. Im
       Studio fanden wir irgendwann, dass dieser kindliche, vielleicht auch naive
       Wunsch zu dem ganzen Album passt.
       
       taz: Viele scheinen es im Moment kaum noch für möglich zu halten, dass sich
       die Dinge auch wieder zum Besseren verändern lassen. 
       
       Pablo: Es ist ja auch nicht so, als wäre alles toppi hier. Und als hätten
       wir das geilste System überhaupt. Ist schon gut, sich da nichts
       vorzumachen. Aber dann muss es nach vorne gehen. Wie können möglichst alle
       ein sicheres, schönes Leben führen, anstatt sich abzurackern in
       irgendwelchen Scheißjobs? Ich glaube, Positivität, Lebensfreude und die
       Vision von einer lebenswerten Zukunft holen am Ende mehr Leute ab als Angst
       und Hass.
       
       taz: [3][Ein Rezept für die Landtagswahlen, die im September in
       Mecklenburg-Vorpommern anstehen?] 
       
       Albert: Das will ich gar nicht beurteilen. Was die Leute sicher spüren
       müssen: dass die Parteien sich wirklich für sie interessieren, für sie da
       sind.
       
       Pablo: Wir sind aber keine politischen Player, sondern sehen uns als Teil
       der Zivilgesellschaft. Darin steckt enormes Potenzial, Leute im echten
       Leben wieder zusammenzubringen.
       
       taz: Eine große Herausforderung. Die AfD ist auf dem Vormarsch. Viele
       Jugendliche fühlen sich gerade zu rechter Jugendkultur hingezogen,
       besonders im Osten. Woran liegt das? 
       
       Albert: Vor allem junge Männer haben total das Bedürfnis nach Sicherheit,
       Identität, Zugehörigkeit. Ich kenne das ja. Die AfD schafft
       Identifikationsfläche, wenn sie vorgibt: Wir sind die Outlaws, die
       Benachteiligten, die Ostdeutschen. Und dazu baut sie Feindbilder auf:
       Westdeutsche, Linke, Zecken, Schwule. Gegner helfen, die eigene Gruppe zu
       stärken – wie beim Fußball.
       
       taz: Ihr Zugehörigkeitsversprechen. 
       
       Pablo: Aber ein faules. Linken wird ja gern vorgeworfen: Bei euch muss man
       gucken, dass man nichts Falsches sagt, ihr spaltet euch gegenseitig auf.
       Als könnte man es sich in einer rechten Wohlfühl-Kameradschaft so richtig
       gemütlich machen. Das ist Bullshit.
       
       Albert: Viele Aussteiger berichten, was für ein Horror die rechte Szene
       ist. Du kriegst Druck, musst dich beweisen …
       
       Pablo: … hart sein, zu gewissen Themen die richtigen Sätze parat haben.
       
       taz: Warum verfängt das trotzdem so? 
       
       Pablo: In vielen Kleinstädten und Dörfern gibt es wenig kulturelle
       Angebote, und wenn, dann sind sie oft eher konservativ geprägt.
       Jugendhäuser oder Anknüpfungspunkte an politische Bildung sind auch selten.
       Das lässt viele orientierungslos und einsam zurück. [4][Und die
       Rechtsextremen wissen genau, was sie wie bei Tiktok präsentieren müssen,
       damit es diese Leute berührt].
       
       taz: Wie kann man die Jugendlichen zurückholen oder verhindern, dass sie
       abdriften? 
       
       Pablo: Viel investieren in Bildung und Sozialarbeit. Auf sie zugehen,
       besonders in der echten Welt. Auch bei den Eltern ansetzen. Viele, die in
       die rechte Szene rutschen, mussten in ihren Familien beschissene
       Erfahrungen machen.
       
       Albert: Und selbst eine Identität vorgeben, die Leute feiern, der sie sich
       anschließen können. Einfach nur sagen, was alles doof ist, reicht nicht.
       
       taz: Ihr versucht das mit eurer Musik. Kann linker Rap gegen rechte
       Jugendkultur ankommen? 
       
       Albert: Ich würde niemals sagen, dass wir linken Rap machen.
       
       taz: Nicht? Ihr disst Faschos, kritisiert Marktwirtschaft und Ungleichheit. 
       
       Albert: In unseren Texten geht’s aber noch um viel mehr. Vielleicht:
       gesellschaftlicher Rap. Aber mal abgesehen von uns: Musik erreicht junge
       Menschen allgemein gut. Ob linker Rap, Rechtsrock oder Mark Forster. Musik
       ist Jugendkultur.
       
       Pablo: Wobei die Rechten halt, wenn es um Musik und Kultur geht …
       
       Albert: … da schmieren die ab.
       
       Pablo: Das können die nicht. Alles, was die machen, ist irgendwie platt und
       auch ein bisschen hohl.
       
       Albert: Die trauen sich auch nichts Eigenes, Kreatives zu machen.
       
       Pablo: Nein, das ist total festgefahren.
       
       Albert: Festgefahrener, peinlicher Scheiß. Also es gibt wirklich keine gute
       rechte Musik.
       
       taz: 2012 ging mit Feine Sahne Fischfilet eine Band aus eurer Nähe durch
       die Decke, wurde bundesweit bekannt. Da wart ihr 15. Wie war das für euch? 
       
       Pablo: Total krass: Leute aus unserer Ecke, die bekannte Musiker sind und
       Themen ansprechen, die uns beschäftigen. Ich kann mich noch gut an diese
       Zeit erinnern. Viele, die sich zuvor nicht positionieren wollten, auch
       hätten nach rechts kippen können, sind plötzlich zu Feine Sahne aufs
       „Wasted in Jarmen“ gegangen.
       
       taz: Ein Festival, das die Band seit Jahren in eurer Gegend ausrichtet. 
       
       Pablo: Genau. Das zeigt, was für einen Einfluss Musik und eine Präsenz in
       der Region, aus der man kommt, auf junge Leute haben kann. Auch
       langfristig: Feine Sahne ist heute eine etablierte Band. Viele Fans sind
       mit denen gewachsen. Ich glaube, dass wir hier eine ähnliche Position
       einnehmen können.
       
       taz: Deshalb auch das „100 Tage Sommer“-Open-Air, das ihr jährlich bei
       Demmin veranstaltet? 
       
       Pablo: Das machen wir, weil wir Bock auf ein geiles Open Air mit unseren
       Freunden und Leuten aus der Gegend haben. Das soll einfach Spaß machen.
       
       taz: Kommen auch Jugendliche? 
       
       Pablo: Ja. Viele aus Demmin und Umgebung kommen richtig gerne. Wenn sie
       keine Kohle haben, lassen wir sie kostenlos rein. Und viele Leute aus der
       Gegend helfen mit. Allein könnten wir gar das nicht stemmen. 
       
       Albert: Man muss auch einfach sagen: MV ist ein geiles Festival-Land. Es
       gibt hier viele coole Leute und viel Platz, um geile Sachen an den Start zu
       bringen!
       
       Pablo: Alles eine Frage der Perspektive.
       
       Albert: Absolut. Vor allem bei alten Leuten nervt mich manchmal, dass die
       immer nur rumheulen: „Alles macht dicht, es gibt keine Angebote.“ Mach doch
       selber geile Sachen! Viele hier versuchen das zum Glück. Und so probieren
       wir es auch.
       
       taz: Holt ihr mit dem Open Air auch rechte Jugendliche ab? 
       
       Pablo: Das weiß ich nicht. Noch Schwankende bestimmt. Es ist aber sicher
       nicht so, dass wir in Scharen die Leute bekehren.
       
       Albert: Das wollen wir auch überhaupt nicht, und gerade deshalb kommen die
       Leute. Viele gucken einfach: Was ist angesagt? Was ist cool? Wer hat
       Erfolg? Und gehen dann dort hin. Identifikationsfläche schaffen bringt viel
       mehr, als alles politisch auszudiskutieren. Das war auch bei Feine Sahne
       so.
       
       taz: Apropos Erfolg: Mit eurem neuen Album seid ihr im Januar erstmals in
       den deutschen Albumcharts gelandet. Könnt ihr von der Musik schon leben? 
       
       Albert: Das hängt ja voll davon ab, wie viel Geld man zum Leben braucht und
       wie man leben will. Sicher ginge das irgendwie. Aber für mich würde sich
       das gerade wie Verschwendung anfühlen.
       
       taz: Warum? 
       
       Albert: Zum Überleben kann ich ganz viel anderes machen. Ich möchte lieber
       genug Geld verdienen, um geile Musik machen zu können.
       
       Pablo: Leben, um Musik zu machen.
       
       Albert: Genau. Nicht Musik machen, um zu leben, sondern andersrum: leben,
       um Musik zu machen. Und die muss geil finanziert sein. Für unsere neue Tour
       haben wir uns viel Technik gekauft. Und wir machen auch gern mal coole
       Aktionen. Vor unserem Album-Release haben wir zum Beispiel ein paar
       kostenlose Konzerte gespielt. Auch dafür ist es gut, wenn man nicht viel
       über Geld nachdenken muss.
       
       taz: Und wovon lebt ihr? 
       
       Albert: Ich bin Zimmerermeister und arbeite drei Tage die Woche in der
       Firma von Freunden.
       
       Pablo: Ich studiere Politikwissenschaften und bekomme Bafög.
       
       taz: Wie gelingt der Spagat zwischen Musikkarriere und normalem Leben? 
       
       Pablo: Mit viel Arbeit, allein schon für Hinterlandgang: täglich schreiben,
       telefonieren, Dinge organisieren. Während der Tour sind wir dann fast jede
       Woche von Donnerstag bis Samstag unterwegs. Aber das ist auch alles sehr
       motivierend, weil wir merken, dass es funktioniert.
       
       Albert: Und wir versuchen, gechillt zu bleiben. Alle wissen, wir sind hier
       in MV ganz fest verankert …
       
       Pablo: … machen nicht auf überheftig, sind einfach zwei normale Typen.
       
       Albert: Zwei Männer aus dem Volk, stumpf gesagt. Und ich glaube, deshalb
       mögen uns viele hier in der Gegend auch, aus ganz verschiedenen politischen
       Lagern.
       
       taz: Ihr kommt mit allen zurecht? 
       
       Albert: Es gibt auch Menschen, mit denen möchte ich nichts zu tun haben.
       Aber für mich steht die zwischenmenschliche Beziehung meist über den
       politischen Idealen. Dass man Leute komplett nur als Gegner sieht, geht
       eigentlich nur, wenn man niemanden so richtig kennt. Wir kennen hier viele
       Leute und versuchen, uns mit denen gut zu verstehen.
       
       Pablo: Wir glauben beide auch einfach an das Gute in den Menschen, selbst
       wenn sie mal auf Abwege geraten.
       
       7 Mar 2026
       
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