# taz.de -- Waldbrände in Argentinien und Chile: Klimawandel hat tödliche Feuer wahrscheinlicher gemacht
       
       > Viel zu wenig Regen gab es in den betroffenen Regionen, und zwar
       > begünstigt durch den Klimawandel. Das haben Forscher:innen
       > nachgewiesen.
       
 (IMG) Bild: Feuerwehrleute bekämpfen am 20. Januar 2026 einen Waldbrand in Chaimavida, Chile. Es wurden mindestens 20 Todesfälle bestätigt
       
       Der Klimawandel verschärft die Waldbrandgefahr im Süden Lateinamerikas. So
       hat sich durch den [1][Klimawandel] die Wahrscheinlichkeit jener
       Wetterbedingungen, die die aktuellen Waldbrände in Argentinien und Chile
       begünstigten, um das 2,5- bis 3-Fache erhöht. Zu diesem Schluss kommt eine
       [2][Studie] der Forschungsgruppe World Weather Attribution (WWA) vom
       Mittwoch, die die jüngsten Waldbrände in Chile und Argentinien untersucht
       hat.
       
       Seit Mitte Januar wüten in den chilenischen Regionen Biobío und Ñuble
       schwere Brände, bei denen mindestens 23 Personen ums Leben kamen. Über
       1.000 Häuser wurden zerstört und 52.000 Menschen mussten evakuiert und in
       Sicherheit gebracht werden. Die Brände wurden durch hohe Temperaturen sowie
       heftige Winde begünstigt. Noch immer herrscht wegen einiger Brände
       Alarmstufe Rot.
       
       Über 1.500 Kilometer südlich von Buenos Aires brennen ebenfalls die Wälder.
       In der Provinz Chubut waren die Brände bereits Mitte Dezember ausgebrochen.
       Inzwischen sind auch die Provinzen Río Negro, Neuquén und La Pampa
       betroffen. Es sind die schwersten Brände des letzten Jahrzehnts und laut
       Berichten der lokalen Feuerwehr wurden bereits mehr als 55.000 Hektar
       zerstört.
       
       Die Flammen haben auch auf den argentinischen Nationalpark Los Alerces
       übergegriffen. „In Patagonien bedrohen die Flammen die Alerce-Bäume –
       uralte Riesen, die seit Jahrtausenden ungestört stehen“, sagt Juan Rivera
       vom argentinischen Institut für Schneeforschung, Gletscherkunde und
       Umweltwissenschaften in Mendoza. Extreme Dürre, anhaltende Winde und hohe
       Temperaturen begünstigen, dass sich die Feuer seit mehr als einem Monat
       immer wieder ausbreiten.
       
       ## Bis zu 25 Prozent weniger Niederschlag durch Klimawandel
       
       Das Wetter kommt nicht von ungefähr. „Unsere Analyse zeigt einen
       eindeutigen und gefährlichen Einfluss des Klimawandels auf diese Brände“,
       erklärt Clair Barnes vom Zentrum für Umweltpolitik am Imperial College
       London. Den Forscher*innen zufolge fiel in den betroffenen Regionen 20
       bis 25 Prozent weniger Niederschlag als es ohne die zunehmende Verbrennung
       fossiler Brennstoffe der Fall gewesen wäre. Der Rückgang der Niederschläge
       im Frühsommer führe nicht nur zu einer trockeneren Vegetation in Chile und
       Argentinien, die als Nährboden für Brände diene, sondern auch zu
       Wasserknappheit für die dort lebenden Menschen, fügt Barnes hinzu.
       
       Neben den Wetterbedingungen, auf die sich auch die Klimakrise auswirkt,
       spielen noch andere Faktoren eine Rolle bei der Ausbreitung der Feuer: Dazu
       zählt die immer weiter voranschreitende Ausbreitung nicht heimischer
       Baumarten wie der Kiefer, die hochgradig entzündliche Forste bilden und die
       inzwischen gefährlich nahe an Wohngebiete heranreichen.
       
       Auch die [3][Sparpolitik des libertären Präsidenten Javier Milei] nennen
       die Forschenden als Teil des Problems. 2025 wurde ein Viertel des für
       Brandverhütung und -bekämpfung vorgesehenen Budgets schlicht nicht
       ausgegeben. Die argentinische Umweltorganisation Fundación Ambiente y
       Recursos Naturales warnt vor einer weiteren drastischen Kürzung der Mittel
       für Prävention und der Schwächung von Frühwarnsystemen.
       
       World Weather Attribution hat die Studie wie für die Gruppe üblich selbst
       veröffentlicht statt in einem Fachmagazin. Das machen die
       Wissenschaftler:innen so, um die Öffentlichkeit schnell mit
       Informationen über aktuelles Extremwetter zu versorgen. Damit entfällt die
       Begutachtung von unabhängigen Fachkolleg:innen. Die angewandten Methoden
       wurden aber auf dem klassischen Wege publiziert und haben solche
       Prüfverfahren durchlaufen.
       
       Obwohl inzwischen einige Regenfälle die Lage in Chubut etwas entspannt
       haben, sind noch immer mehrere Brände aktiv oder werden durch trockene und
       starke Winde immer wieder angefacht. „Für Chile und Argentinien ist die
       Austrocknung der Landschaften eine Krise, die dringendes Handeln erfordert,
       um unsere einzigartige Artenvielfalt und die Menschen unserer Region zu
       schützen“, so Rivera.
       
       11 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Schwerpunkt-Klimawandel/!t5008262
 (DIR) [2] https://spiral.imperial.ac.uk/server/api/core/bitstreams/7d50f23e-8398-4cba-97ab-32e6488ae7d4/content
 (DIR) [3] /Rueckkehr-strenger-Haushaltspolitik/!6078336
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Jürgen Vogt
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Schwerpunkt Klimawandel
 (DIR) Argentinien
 (DIR) Chile
 (DIR) Schwerpunkt Klimawandel
 (DIR) Schwerpunkt Klimawandel
 (DIR) Schwerpunkt Klimawandel
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Wirtschaftspolitik in Argentinien: Mileis Arbeitsmarktreform nimmt erste Hürde
       
       Argentiniens Präsident Javier Milei plant eine Reform des Arbeitsrechts.
       Kündigungsschutz, Abfindungen und Streikrechte sind davon betroffen.
       Gewerkschaften kündigen Proteste an.
       
 (DIR) Studie zu schwindendem Weideland: Weltweite Ernährung in Gefahr
       
       Eine Studie sagt den massiven Verlust von Weideland weltweit voraus. Davon
       betroffen sind alle Kontinente, besonders aber Afrika.
       
 (DIR) Entwurf durchgesickert: Bundesregierung schreibt schwaches Klimaschutzprogramm
       
       Bis März muss die Bundesregierung ein Klimaschutzprogramm vorlegen. Ein
       geleakter Entwurf zeigt: Den Klimazielen kommt sie damit wahrscheinlich gar
       nicht näher.
       
 (DIR) Kaltfront in Kolumbien: Überschwemmungen trotz Trockenzeit
       
       Ungewöhnlich starker Regen sorgt an der kolumbianischen Atlantikküste für
       Verwüstungen. Dabei kommen einige üble Praktiken zutage.