# taz.de -- Linke kritisiert Bundesregierung: Wenig Soforthilfen für Mosambik in der Flutkatastrophe
> Hunderttausende fliehen in dem afrikanischen Land vor Überschwemmungen.
> Deutschland hat im Vergleich zu manch anderem Krisenfall wenig Geld
> geschickt.
(IMG) Bild: Nach wochenlangen heftigen Regenfällen ist das Haus in der Nähe von Maputo, Mosambik, überflutet
Auf die [1][schwere Flutkatastrophe in Mosambik], die seit Mitte Dezember
2025 Häuser und Lebensgrundlage Hunderttausender Menschen zerstört hat,
reagierte die Bundesregierung mit Sofortmaßnahmen in Höhe von 640.000 Euro.
Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche
Anfrage der Linken-Abgeordneten Maren Kaminski hervor, die der taz
vorliegt.
Kaminski kritisiert die Summe als viel zu gering. „Angesichts dieser
dramatischen humanitären Lage sind die von der Bundesregierung
bereitgestellten Hilfsmittel völlig unzureichend und müssen dringend
aufgestockt werden“, fordert die Politikerin, die für die Fraktion Die
Linke Mitglied im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung ist.
„Die schweren Regenfälle und Überschwemmungen sind eine Folge des vom
Globalen Norden verursachten Klimawandels – Deutschland trägt Verantwortung
und darf die Menschen in Mosambik nicht im Stich lassen“, so Kaminiski. Die
Unterstützung für Menschen in Not dürfe nicht davon abhängen, [2][was
gerade in den Hauptnachrichten vorkäme]. Für die Erdbebenopfer in der
Türkei und Syrien 2023 habe die Bundesregierung noch 240 Millionen Euro zur
Verfügung gestellt.
Das Geld für Mosambik fließt in die Bereitstellung von Hilfsgütern und
Notunterkünften über das Rote Kreuz und das Technische Hilfswerk sowie ein
humanitäres Botschaftsprojekt, das unbürokratisch Hilfe leisten soll.
## 720.000 Menschen betroffen
Die Bundesregierung verweist in ihrer Antwort darauf, dass sie auch
unabhängig von der aktuellen Krise Projekte in Mosambik finanziere. In
diesem Jahr seien dafür 3,3 Millionen Euro eingeplant, unter anderem im
Rahmen des Welternährungsprogramms und des Flüchtlingshilfswerks der
Vereinten Nationen, „die auch für die Bewältigung der Folgen der aktuellen
Überschwemmungskatastrophe genutzt werden können“, heißt es in der Antwort
der Bundesregierung.
Darüber hinaus beteiligt sich die Bundesregierung am Nothilfefonds der
Vereinten Nationen, der kurzfristig 5 Millionen US-Dollar bereitgestellt
habe. Die Regierung prüfe außerdem derzeit, wie aus dem bestehenden Etat
der Entwicklungszusammenarbeit weitere Unterstützung für Betroffene
geleistet werden könne, heißt es weiter in der Antwort.
Nach Angaben der Vereinten Nationen sind in Mosambik 720.000 Menschen von
den Überschwemmungen im südlichen Afrika betroffen. Neben Hunderttausenden
Wohnhäusern wurden kritische Infrastruktur und landwirtschaftliche Flächen
zerstört. Die Vereinten Nationen meldeten, dass rund 1.500 Kilometer
Straßen unpassierbar seien, wodurch wichtige Versorgungswege unterbrochen
und gefährdete Gruppen isoliert seien.
## Jetzt droht noch ein Choleraausbruch
Die Weltgesundheitsorganisation warnt vor einem
Choleraausbruch.„Überschwemmungen vertreiben nicht nur Familien, sie
beeinträchtigen auch den Zugang zu grundlegenden
Gesundheitsdienstleistungen“, [3][sagt Anabela Langa] von der
Gesundheitsbehörde der Provinz Maputo. Das Gesundheitsministerium
priorisiere die Versorgung von schwangeren Frauen, Kindern und den am
stärksten gefährdeten Menschen in Notunterkünften. „Die
Gesundheitsversorgung muss weitergehen, auch wenn ganze Gemeinden unter
Wasser stehen“, appellierte Langa.
Die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen erklärte Ende Januar,
sie benötige rund 27 Millionen Euro für die nächsten drei Monate, um
Familien, die unter den Folgen der Überschwemmungen leiden, mit
lebenswichtigen Nahrungsmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln zu versorgen.
9 Feb 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Flutkatastrophe-in-Mosambik/!6149436
(DIR) [2] /Vernachlaessigte-Krisen-im-Globalen-Sueden/!6149679
(DIR) [3] https://www.afro.who.int/countries/mozambique/news/intensifying-emergency-response-mozambique-flooding-disaster
## AUTOREN
(DIR) Leila van Rinsum
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