# taz.de -- Flutkatastrophe in Mosambik: Tropenstürme wüten in weiten Landesteilen
       
       > 125 Tote und Hunderttausende Vertriebene fordert der Regen in Mosambik.
       > Der Höhepunkt kommt erst noch, Präsident Chapo bittet um weltweiten
       > Beistand.
       
 (IMG) Bild: Maputo, Mosambik, 20. Januar: ein Flutopfer verlässt nach Wochen schweren Regens mit seinen Habseligkeiten den Stadtteil Manhica
       
       Es regnet seit Mitte Dezember. Mindestens 125 Menschen sind bisher in der
       laufenden Regenzeit in Mosambik den Fluten zum Opfer gefallen,
       Hunderttausende sind obdachlos geworden. Nach amtlichen Angaben sind
       640.000 Menschen von Überschwemmungen betroffen. Die Zahl dürfte mit dem
       Wasserpegel weiter steigen.
       
       Fruchtbares Ackerland und ganze Ortschaften stehen unter Wasser. Präsident
       Daniel Chapo nannte die Situation in einer TV-Ansprache eine „beispiellose
       Herausforderung für unsere nationale Resilienz und Einheit“ und bat um mehr
       internationale Solidarität. „Unsere Priorität muss sein, Leben zu schützen,
       öffentliche Dienste wiederherzustellen und Wiederaufbau zu leisten.“ Die
       Regierung werde Tag und Nacht mit humanitären Partnern arbeiten, um
       Betroffene zu erreichen und niemanden zu übersehen.
       
       Die Fluten ergießen sich durch zentrale und südliche Landesteile,
       insbesondere die Provinzen [1][Gaza], Maputo und [2][Sofala]. Menschen
       müssen ihre Häuser verlassen und auf höhergelegenem Boden oder in
       überfüllten Aufnahmezentren Schutz suchen. 392.000 Menschen sind nach
       amtlichen Zahlen inzwischen vertrieben, viele weitere leben bei
       Gastfamilien. Die Katastrophenschutzbehörde INGD (Nationales Institut für
       Katastrophenmanagement) erwartet einen Anstieg auf über 400.000.
       
       Mehr als 72.000 Häuser stehen unter Wasser, viele weitere sind stark
       beschädigt oder ganz zerstört. Straßen, Brücken, Gesundheitszentren und
       Schulen liegen in Trümmern. Es ist aber derzeit noch unmöglich, das ganze
       Ausmaß der Schäden zu beziffern.
       
       ## Für Kinder eine „tödliche Kombination“
       
       Unfälle aufgrund der Überschwemmungen haben zahlreiche Verletze gefordert.
       Hilfswerke schlagen Alarm, dass verunreinigtes Wasser Seuchen wie Cholera
       verbreiten kann, zumal der Andrang in den Aufnahmezentren die sanitären
       Einrichtungen überfordert.
       
       Viele der Betroffenen sind Kinder. Das [3][UN-Kinderhilfswerk Unicef] weist
       darauf hin, dass eine „tödliche Kombination“ von unsicherem Wasser und
       existierender Unterernährung Leben gefährdet. Mindestens 50
       Gesundheitseinrichtungen sind beschädigt oder zerstört, was Zehntausende
       Menschen ohne medizinische Grundversorgung zurücklässt, auch Schwangere und
       chronisch Kranke.
       
       Internationale Hilfswerke wie das UN-Welternährungsprogramm WFP, die
       UN-Weltgesundheitsorganisation WHO oder die Kinderhilfswerke Unicef und
       „Save the Children“ mobilisieren jetzt massiv, um Notrationen, Trinkwasser,
       Medikamente und logistische Unterstützung in die betroffenen Orte zu
       bringen. So evakuiert „Save the Children“ Familien, die in
       Überschwemmungsgebieten festsitzen, auf Booten. Die Internationale
       Föderation der Rotes-Kreuz- und Roter-Halbmond-Gesellschaften (IFRC)
       koordiniert gemeinsam mit den mosambikanischen Behörden die Verteilung von
       Behelfsbehausungen. Die WHO ruft zum Einsatz mobiler Gesundheitsteams auf.
       
       Dennoch bleibt die humanitäre Unterstützung hinter der Krise zurück, warnen
       Helfer. Es gibt zu wenig Geld und zu wenig Infrastruktur, da Straßen unter
       Wasser stehen und Kommunikationsnetzwerke ausfallen. „Das Ausmaß dieser
       Krise verlangt sofortige und nachhaltige internationale Unterstützung“,
       sagt Zacarias Zicai, Landesdirektor des Behindertenhilfswerks [4][Light for
       the World].
       
       ## Mosambik könnte um Jahre zurückfallen
       
       Mehrere Regierungen haben Mosambik Hilfe zugesagt. Die Regionalorganisation
       SADC (Southern African Development Communit) hat Nothilfeteams entsandt.
       Aber humanitäre Helfer weisen darauf hin, dass langfristige Unterstützung
       nötig ist, damit Mosambik jetzt nicht viele Jahre zurückfällt – zumal es
       immer wieder und immer häufiger zu schweren Überschwemmungen im
       südöstlichen Afrika kommt.
       
       In vielen Provinzen Mosambiks, auch im Norden, sind [5][weitere schwere
       Regenfälle vorhergesagt], und der Höhepunkt der aktuellen Tropensturmsaison
       wird erst noch erwartet. Wie Präsident Chapo sagte: „Mosambiks Volk ist
       widerstandsfähig, aber wir können das nicht allein bewältigen. Wir rufen
       Partner in der ganzen Welt auf, uns in dieser Schicksalsstunde
       beizustehen.“ Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Mosambik diese Krise
       meistert.
       
       28 Jan 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://reliefweb.int/map/mozambique/mozambique-floods-gaza-province-overview-flood-extent-23012026
 (DIR) [2] https://reliefweb.int/map/mozambique/mozambique-floods-affected-area-sofala-mz09-25012026
 (DIR) [3] https://www.unicef.de/informieren/projekte/afrika-2244/mosambik-189158/nothilfe-mosambik-jetzt-spenden/190656
 (DIR) [4] https://reliefweb.int/report/mozambique/people-disabilities-need-urgent-protection-amid-deadly-mozambique-floods
 (DIR) [5] https://reliefweb.int/map/mozambique/adam-mozambique-rainfall-river-flood-forecast-27-jan-11-feb-27-jan-2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Armando Domingos
       
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