# taz.de -- Eröffnungssitzung des Board of Peace: Mutet an wie Realsatire, aber es ist bitterernst
       
       > US-Präsident Donald Trump justiert die Weltordnung neu. Nun auch mithilfe
       > seines „Friedensrates“, dem Trump über seine Amtszeit hinaus vorsteht.
       
 (IMG) Bild: Trumps Reality TV: Ohne Substanz und Legitimität
       
       Selten hat man Donald Trump so verzückt gesehen wie bei der ersten Sitzung
       seines neuesten Geniestreichs, dem [1][„Board of Peace“]. Der „Friedensrat“
       soll erst den Gazastreifen und danach, wie Trump in [2][seiner
       Eröffnungsrede] ausführte, „unseren ganzen Planeten“ in „einen besseren,
       sichereren, schöneren und friedlicheren Ort für uns alle“ verwandeln. Wer
       dachte, Trumps Superlative seien inzwischen aufgebraucht, liegt falsch.
       Trump hat in Pakistan und Indien 25 Millionen Menschenleben gerettet und
       3.000 Jahre Krieg im Nahen Osten beendet. Hat er gesagt.
       
       Das Treffen war kabarettreif. Brav ließen sie sich alle vom 79-jährigen
       Trump mit grenzwertigem Humor vorführen: die Präsidenten von Indonesien und
       Argentinien, von Aserbaidschan und Kosovo, von Paraguay, Usbekistan,
       Kasachstan. Der König von Bahrain, der Parteichef von Vietnam, Ungarns
       Viktor Orbán und viele andere mehr. Fifa-Chef Gianni Infantino versprach 36
       Fußballstadien für Gaza. Der britische Ex-Premierminister Tony Blair lobte
       Trumps Riviera-Plan als „die einzige Hoffnung für Gaza, die Region und die
       weitere Welt“.
       
       Es liegt nahe, das alles hochnäsig abzutun: Der US-Präsident spielt Reality
       TV mit der Wirklichkeit, ohne Substanz und Legitimität. Aber leider stimmt
       das nicht, wie Trump nicht vergaß zu erwähnen. Der „Friedensrat“ hat ein
       Mandat des UN-Sicherheitsrats. Der hat in seiner Sitzung am 17. November
       2025 die Resolution 2803 ohne Gegenstimmen angenommenen – und damit die
       Einrichtung des Board of Peace als „übergangsweise amtierende Verwaltung
       mit Völkerrechtspersönlichkeit“ für den Gazastreifen „begrüßt“ und ihm bis
       Ende 2027 das Mandat für eine [3][Gaza-Friedenstruppe] und die
       Wiederaufbaufinanzierung erteilt. Natürlich sagt Trump nun, es sei gar
       nicht wahr, dass er von der UNO nichts halte, vielmehr werde sein Rat die
       Vereinten Nationen „überwachen“ und „stärken“.
       
       Unter Trumps Führung wird die internationale Ordnung neu justiert. Und zwar
       über das Ende von Trumps Amtszeit als US-Präsident hinaus. Trump ist
       Präsident des Friedensrats auf Lebenszeit und hält ein Vetorecht über all
       seine Entscheidungen. Die UNO spielt brav mit. Diejenigen in Europa, die
       eine regelbasierte Weltordnung gegen Trump ins Feld führen, haben
       übersehen, dass sie das Heft längst aus der Hand gegeben haben. Sie haben
       schon hingenommen, wie Russland die Ukraine zerstört und wie Israel den
       Gazastreifen zum Modell für die Welt von morgen gebombt hat: ein
       dystopisches Trümmerfeld, auf dem nichts funktioniert, wo Bürger- und
       Menschenrechte unbekannt sind, wo allein das Recht des Stärkeren gilt.
       
       Man kennt solche Verhältnisse bereits aus den russisch besetzten Gebieten
       der Ukraine, den Bergbauzonen der Demokratischen Republik Kongo, den
       Migrantengefängnissen von Nordafrika und Zentralamerika. In Zukunft soll
       das die Regel sein, nicht die Ausnahme. In Trumps Worten: „Wir kommen rein,
       und es ist schön. Alles ist schön.“
       
       20 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://docs.un.org/ot/S/RES/2803(2025)
 (DIR) [2] https://rollcall.com/factbase/trump/transcript/doanld-trump-speech-board-of-peace-february-19-2026/
 (DIR) [3] /US-Truppenaufmarsch-in-Nahost/!6156075
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Dominic Johnson
       
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