# taz.de -- Digitale Abhängigkeit von den USA: Bund zahlt mehr für Microsoft-Lizenzen
       
       > Die Bundesverwaltung setzt stark auf Produkte des US-Techkonzerns.
       > Frankreich hingegen macht sich unabhängig – und spart dabei sogar
       > Steuergeld.
       
 (IMG) Bild: Digitalisierung mit oder ohne Microsoft? Die Ausgaben für Lizenzen steigen
       
       Trotz der Pläne, Deutschland digital unabhängiger von den USA zu machen,
       sind die Ausgaben des Bundes für Lizenzen des US-Softwarekonzerns Microsoft
       im vergangenen Jahr erneut gestiegen. 481,4 Millionen Euro zahlten die
       Bundesverwaltung sowie Zuwendungsempfänger des Bundes 2025 an Microsoft, so
       die Antwort auf eine schriftliche Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten
       Rebecca Lenhard, über die zuerst die Süddeutsche Zeitung Dossier
       berichtete.
       
       Die Zahl liegt deutlich höher als in den Vorjahren. Und auch für 2023 und
       2024 nennt das Bundesministerium für Digitales in seiner Antwort höhere
       Ausgaben, als die Bundesregierung damals auf schriftliche Anfragen der
       Linken angegeben hatte. Das begründet das Digitalministerium in seiner
       aktuellen Antwort damit, dass nun mehr Einrichtungen berücksichtigt worden
       seien.
       
       Die 2025 gestiegenen Ausgaben können, müssen aber nicht bedeuten, dass der
       Bund mehr Microsoft-Dienste einsetzt. Grund dafür könnten auch
       Preiserhöhungen sein. Dazu kommt: Die Zahl spiegelt lediglich einen
       Ausschnitt der Summen wider, die die öffentliche Hand an Microsoft zahlt.
       Denn was Länder und Kommunen an Software einsetzen und welche Beträge dafür
       fällig werden, dazu gibt es keine umfassenden Zahlen. Wie stark die
       öffentliche Hand in digitaler Hinsicht von den USA abhängig ist, ist also
       gar nicht vollumfänglich bekannt.
       
       Klar ist aber: Noch bis Mai 2028 gilt ein Rahmenvertrag des
       Bundesinnenministeriums mit Microsoft. Er soll es öffentlichen
       Einrichtungen in Bund, Ländern und Kommunen erleichtern, Produkte des
       US-Konzerns einzusetzen.
       
       ## Frankreich ist souveräner
       
       Andere Länder sind weiter: So nutzen in Frankreich bereits diverse Behörden
       und Ministerien eine eigene Open-Source-Software für die Verwaltung.
       Derzeit [1][wird ein eigenes Videokonferenzprogramm], ebenfalls auf
       Open-Source-Basis, für öffentliche Einrichtungen ausgerollt. Es soll die
       bisherigen Lösungen etwa von Microsoft, Zoom oder Cisco ersetzen.
       
       Dabei geht es auch um Geld: Pro 100.000 Nutzer:innen soll der Wechsel zu
       der neuen Videokonferenzsoftware 1 Million Euro einsparen – pro Jahr.
       
       9 Feb 2026
       
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