# taz.de -- Deutschlandpremiere von „Heated Rivalry“: Hot, hotter, Hockey 
       
       > Der Hype um die US-Serie „Heated Rivalry“ ist groß. Bei der Kreuzberger
       > Release-Party singen die Fans alle Songs mit. Es hat etwas von Abifeier.
       
 (IMG) Bild: Steamy Duschszene aus „Heated Rivalry“ mit Connor Storrie und Hudson Williams
       
       Holt eure Handys raus und markiert mich auf Insta, dann reposte ich“, ruft
       DJ Hollywoodtramp. Samstagabend im Gretchen. Die Girls und Gays haben sich
       im Eishockey-Trikot getroffen, um den deutschen Release der aktuell am
       meisten gehypten Serie auf Social Media zu feiern: [1][„Heated Rivalry“].
       
       Die Story ist einfach: Zwei junge Eishockeyspieler, Shane Hollander aus
       Kanada und Ilya Rozanov aus Russland, spielen für rivalisierende
       Mannschaften, gehören zu den besten der Liga und teilen ein Geheimnis. Was
       als Affäre beginnt, entwickelt sich über die sechs Folgen der Serie zu
       einer Romanze, inklusive Hüttenzauber. Die Szene, als Ilya beschließt,
       Shane in seinem Haus am See zu besuchen („I am coming to the cottage“) ist
       einer der iconic Momente der Serie, in der sie sich nach einem Hin und Her
       und extrem vielen Zeitsprüngen doch füreinander entscheiden.
       
       Nun stehe ich mitten auf der Release-Party und warte gespannt auf den
       Countdown, der hinter dem DJ runterläuft. Ich zupfel an meinem roten
       Vancouver-Giants-Trikot herum, ein Relikt aus Au-Pair-Groupie-Zeit. Dann
       ist es so weit: „Eeeeeverything is romantic“, singt Charli XCX und der Saal
       explodiert, ein Zusammenschnitt aus steamy Dusch- und Kussszenen aus der
       Serie läuft über die Leinwand. Alle kreischen, ich sehe die Szenen über das
       Meer an Handys, das mitfilmt.
       
       ## Seit Wochen vorbereitet
       
       Seit Januar flackert Shanes und Ilyas Liebesgeschichte über meinen
       Bildschirm: Edits aus der Serie, Interviews mit den Schauspielern,
       Filmanalysen. Ich dachte, ich sei vorbereitet, doch merke schnell: Die
       können ja hier jeden Song mitsingen.
       
       Eine junge Frau neben mir sucht ihre eigene hitzige Rivalität und schiebt
       mir den Ellbogen in den Rücken, nachdem ich ihre Freundin gebeten habe, ihr
       runtergefallenes Glas aufzuheben. Ich gehe ein Stück zur Seite.
       
       S. steht neben mir, tanzt und trinkt aus ihrem „Rozanov Wodka Lemon“. Eines
       der beiden Spezialgetränke des Abends. Natürlich trägt die Wodka-Mische den
       Namen des russischen Spielers. Ein Fotograf des Veranstalters fragt, ob er
       ein Foto von uns machen kann. „Na, klar“, sagen wir und posieren in unseren
       Jerseys. „Wie früher, bei den Abipartys“, sagt S. Und ja, ein wenig fühlt
       es sich an, als müsste heute jemand seine Abschlussfeier finanzieren. Das
       Publikum, unabhängig von den geladenen Influencern, ist jung, eine Fotobox,
       Ballons und Pappaufsteller erinnern mich an Motto-Partys in Großraumdiskos.
       
       ## Fans brauchen keine Abos
       
       Alles ist sehr instagramable. Muss es auch, denn die „Heated
       Rivalry“-Partys ziehen in den nächsten Monaten durch die Clubs. Der Hype um
       die Serie war so groß, dass sich viele auf illegalen Plattformen das
       Hockeydrama runtergezogen haben. „Wir haben einen USB-Stick rumgereicht,
       wie früher“, erzählte mir eine Kollegin auf Arbeit. Abos brauchen die Fans
       also nicht, doch die Events ziehen sie an.
       
       „Abgesehen vom ganzen Marketing schaffen diese Partys trotzdem queere Safe
       Spaces“, schreit mir S. später auf der kleinen Tanzfläche im Raucherbereich
       ins Ohr. Recht hat sie. Ashley Tisdales 2007er Banger „He said she said“
       dröhnt aus den Boxen. Wir wackeln von rechts nach links, sie mit ihrem
       zweiten „Rozanov Wodka Lemon“, ich mit meinem Eistee. Neben uns tanzt ein
       Paar mit „Hollander“-Jerseys. Dass Eishockey auch queer sein kann, hat
       selten eine Serie so einfühlsam gezeigt wie „Heated Rivalry“. Die
       Sichtbarkeit von Queerness, die durch die Serie, ihre Fans und auch die
       Partys entsteht, ist besonders in einer immer queerfeindlicheren Welt so
       wichtig.
       
       S. und ich sind trotz der vielen Banger bald müde und verlassen die Party.
       Die lange Schlange, die um Mitternacht bis zum Mehringdamm reichte, tanzt
       nun drinnen zu Tiktok-Hits. Fan-Events verbinden, in einer Zeit, in der es
       auf Social Media immer schwerer wird, sich persönlich auszutauschen, denke
       ich und steige in die U7 nach Hause. Durch die Kopfhörer dröhnt
       [2][t.A.T.us „All the Things She Said“], na klar, ein Song vom
       Heated-Rivalry-Soundtrack.
       
       9 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
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 (DIR) Anastasia Zejneli
       
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