# taz.de -- Möglicher Verstoß gegen Belarus-Embargo: Ermittlungen gegen sächsischen AfD-Politiker Dornau
> Der AfD-Landtagsabgeordnete Jörg Dornau ist erneut ins Visier der
> Justizbehörden geraten. Es geht um einen möglichen Verstoß gegen die
> Belarus-Sanktionen.
(IMG) Bild: Scheinbar nicht nur für Sachsen macht Jörg Dornau alles, sondern auch für Geld aus Autokratien
dpa | Gegen den sächsischen AfD-Politiker [1][Jörg Dornau laufen erneut
strafrechtliche Ermittlungen]. Konkret geht es um den Vorwurf eines
Verstoßes gegen das Außenwirtschaftsgesetz, teilten die Staatsanwaltschaft
Leipzig und das Zollfahndungsamt Dresden mit. Er soll gegen
europarechtliche Sanktionsmaßnahmen verstoßen haben.
Konkret wird Dornau vorgeworfen, in einer Zollanmeldung im August 2022
Kasachstan als Bestimmungsland für einen Teleskoplader angegeben zu haben,
um das Ausfuhrverbot nach Belarus – dem eigentlichen Bestimmungsland des
Fahrzeugs – durch Nutzung von Transitländern zu verschleiern. Dornau
äußerte sich auf Anfrage bislang nicht dazu.
## Landtag hebt Immunität von Dornau auf
[2][Dornau ist Chef eines Agrarbetriebes in Belarus]. Der Landtag hob am
Vormittag die Immunität des Abgeordneten auf. Ein Saaldiener führte ihn aus
dem Raum. Parallel wurden Wohn- und Geschäftsräume sowie Fahrzeuge des
Abgeordneten durch Einsatzkräfte des Zollfahndungsamtes durchsucht. Er
selbst musste sich auch einer Kontrolle entziehen. Räume im Landtag seien
nicht durchsucht worden, hieß es. Auch Bild hatte darüber berichtet.
AfD-Fraktionschef Jörg Urban äußerte im Plenum die Vermutung, dass die
strafrechtlichen Ermittlungen gegen Dornau und die Hausdurchsuchung
„politisch motiviert sind, um unseren Abgeordneten zu beschädigen“. „Im
Ausschuss für Geschäftsordnung und Immunitätsangelegenheiten wurde Jörg
Dornau die Möglichkeit einer Stellungnahme nicht eingeräumt. Das
kritisieren wir“, teilte AfD-Fraktionssprecher Felix Menzel mit. Der
Fraktion seien keine Gründe bekannt, die ein derartiges Vorgehen
unmittelbar vor einer Plenarsitzung rechtfertigen würden.
„Insofern liegt der Verdacht einer auf mediale Verwertung zugeschnittenen
Inszenierung nahe. Die Vorwürfe gegen Herrn Dornau sind lange bekannt.
Diese Vorwürfe müssen in einem fairen, rechtsstaatlichen Verfahren so
schnell wie möglich aufgeklärt werden“, betonte Menzel.
## Frühere Ermittlungen gegen den Abgeordneten wurden eingestellt
Gegen Dornau war schon einmal in einer anderen Sache ermittelt worden. Er
stand im Verdacht, in seinem Agrarbetrieb in Belarus politische Gefangene
beschäftigt zu haben. Die Staatsanwaltschaft Leipzig leitete seinerzeit ein
Ermittlungsverfahren ein. Bei einer Prüfung sei „kein Anfangsverdacht
hinsichtlich in Deutschland verfolgbarer Straftaten“ festgestellt worden,
teilte die Behörde später mit. Die AfD hatte eine Prüfung des Falles
ausdrücklich begrüßt und Vertrauen in die Arbeit der Ermittler bekundet.
Das Verwaltungsgericht Leipzig hatte im vergangenen Dezember ein vom
Präsidium des Sächsischen Landtag verhängtes Ordnungsgeld gegen Dornau
bestätigt. Dornau war im August 2024 aufgefordert worden, 20.862,27 Euro zu
überweisen, weil er seine Beteiligung an dem Agrarunternehmen in Belarus
nicht innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Frist gemeldet und seine
Tätigkeit als Direktor des Unternehmens nicht fristgerecht angezeigt hatte.
4 Feb 2026
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