# taz.de -- Kolumbianischer Präsident in Washington: Da ist Vorsicht geboten
> In Washington verstanden sich der kolumbianischen Präsident Gustavo Petro
> und Trump auf einmal blendend. Doch faktisch bleibt alles beim Alten.
(IMG) Bild: Wieder alles gut zwischen Washington und Bogota? Das wird wohl erst die Zeit zeigen
Der [1][Besuch des kolumbianischen Präsidenten Gustavo Petro in Washington]
wurde in Kolumbien mit Spannung, vor allem aber mit Sorge erwartet. Was
bleibt nach dem ersten persönlichen Treffen mit Donald Trump? Ein
instabiler Frieden.
Es war kein offizieller Besuch – die befürchtete öffentliche Demütigung à
la Wolodymyr Selenskyj blieb aus. Petro kam durch einen Seiteneingang, es
gab keine gemeinsame Pressekonferenz, stattdessen eine
Vertraulichkeitsübereinkunft. [2][Petro] verließ das Weiße Haus mit einem
von Trump unterschriebenen Erinnerungsfoto vom Handschlag und einer
Widmung: „Gustavo. Eine große Ehre. Ich liebe Kolumbien.“ Trump hat im
Anschluss sehr wenig gesagt. Petro gab ein fast einstündiges Interview.
Es habe nur einen Widerspruch seinerseits gegeben, sagte Petro: Als Trump
ihm eine MAGA-Kappe schenkte, habe er das „Make America Great Again“ mit
einem Filzstift um ein S ergänzt: Americas, also den ganzen Kontinent. Man
habe über Freiheit gesprochen, sagte Petro, über den Kampf gegen Drogen und
sogar über sein Herzensthema „saubere Energie“ aus Kolumbiens Grenzregion,
womöglich über einen Deal mit der kolumbianischen Firma Ecopetrol für Gas
und Öl, mit der der Westen Venezuelas aufgebaut werden solle.
Petro will Trump Namen von drei Drogenbossen genannt haben, die in Dubai,
Miami und Madrid sitzen – und die die USA bitte verfolgen mögen. Petros
mitgebrachte Videos und Zahlen sollen Trump überzeugt haben, [3][dass
Kolumbien es mit dem Kampf gegen die Kokapflanzen ernst meint]. Dabei hatte
Trump Petro monatelang unter anderem als Drogenboss beschimpft. Und jetzt
soll Harmonie herrschen? Da ist Vorsicht geboten.
Faktisch bleibt erst mal alles beim Alten. Petro ist weiter auf der
Sanktionsliste der USA und kann nach Ende der Präsidentschaft nicht einmal
ein Bankkonto in Kolumbien eröffnen, hat kein US-Visum mehr. So sehr beide
betonen, dass das persönliche Gespräch das einzig Wahre ist – beide leben
täglich vor, wie wenig wert ihre Worte sind. Der Frieden ist also
trügerisch. Und wenn die Einigkeit bleibt, ist die Frage: Um welchen Preis?
Was wurde im Vertrauen ausgehandelt?
4 Feb 2026
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(DIR) Katharina Wojczenko
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