# taz.de -- Kolumbiens Präsident im Weißen Haus: Trump findet Petro jetzt super
> Noch vor Kurzem warf der US-Präsident Kolumbien Drogenschmuggel vor. Nach
> einem Treffen ist Donald Trump voll des Lobes über Gustavo Petro.
(IMG) Bild: Der kolumbianische Präsident Gustavo Petro zu Gast im Weißen Haus
dpa | Nach einer Reihe gegenseitiger Vorwürfe haben sich US-Präsident
Donald Trump und der kolumbianische Staatschef Gustavo Petro erstmals im
Weißen Haus getroffen. Im Mittelpunkt des Gesprächs stand der Kampf gegen
den Drogenhandel. Bei einer anschließenden Pressekonferenz verkündete
Trump, das Treffen sei hervorragend gelaufen, er finde Petro „wunderbar“.
Sein Gast äußerte sich dagegen zurückhaltender.
Trumps Tonlage fiel deutlich anders aus als noch zuletzt. Petro sei ein
„kranker Mann“, der gerne Kokain produziere und an die USA verkaufe, hatte
der Republikaner kürzlich noch gesagt. Nun sprach er davon, seine Abneigung
habe daran gelegen, dass er Petro nicht besonders gut gekannt habe. Jetzt
arbeite man aber an einer Vereinbarung, um den Schmuggel illegaler Drogen
in die USA zu reduzieren.
## Petro will Bauern helfen und Finanziers bekämpfen
Petro gab sich nicht so euphorisch wie der US-Präsident. Es gebe
unterschiedliche Auffassungen über das Problem des Drogenhandels, sagte er
auf einer Pressekonferenz. Statt eines harten militärischen Ansatzes gegen
die kriminellen Organisationen will [1][der Ex-Guerillero] einerseits
Bauern in Kolumbien davon überzeugen, legale Agrarprodukte wie Kaffee oder
Kakao statt Kokain anzubauen, und anderseits entschlossen gegen die
Finanziers des internationalen Drogengeschäfts vorgehen.
„Er hat seine Denkweise nicht geändert, ich auch nicht“, sagte Petro über
Trump. „Aber einen Pakt schließt man auch nicht zwischen Zwillingsbrüdern,
einen Pakt schließt man zwischen Gegnern, die einen gemeinsamen Weg
finden.“
## Kolumbien liefert Drogenhändler an USA aus
Kolumbien war lange Zeit der wichtigste Partner der USA in Südamerika.
Zuletzt [2][kühlte sich das Verhältnis allerdings ab]. Die US-Regierung
stufte Kolumbien im vergangenen Jahr als Land ein, das seine
internationalen Verpflichtungen im Kampf gegen illegale Drogen nicht
erfüllt. Gegen Präsident Petro verhängten die Vereinigten Staaten zudem
Sanktionen – mit der Begründung, dass er nicht [3][entschlossen genug gegen
den Drogenhandel vorgehe].
Der kolumbianische Staatschef hingegen betonte immer wieder den enormen
Einsatz der kolumbianischen Sicherheitskräfte gegen den Drogenhandel. Erst
am Dienstag lieferte Kolumbien einen wichtigen Drogenhändler an die USA
aus.
Kolumbien ist der größte Kokainproduzent der Welt. Nach Angaben der
Vereinten Nationen verfügt das Land mit mehr als 250.000 Hektar über rund
65 Prozent der weltweiten Anbaufläche für Koka. Obwohl sich die
Sicherheitslage seit dem Friedensabkommen mit der Rebellenorganisation Farc
vor zehn Jahren verbessert hat, werden immer noch Teile des Landes von
bewaffneten Gruppen kontrolliert.
4 Feb 2026
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