# taz.de -- Kinder fragen, die taz antwortet: Kann Schimmelkäse eigentlich schimmeln?
       
       > Wir wollen von Kindern wissen, welche Fragen sie beschäftigen. Jede Woche
       > beantworten wir eine. Diese Frage kommt von Luis, 11 Jahre alt.
       
 (IMG) Bild: Vergessener Pausensnack: Der ‚Flausch‘ ist Schimmelpilz, den man nicht essen sollte
       
       Vielleicht ist dir das auch schon mal passiert: Nach den Schulferien
       greifst du in deinen Rucksack und ertastest eine vergessene Brotdose. Darin
       findest du den letzten Bissen deines Pausenbrotes, und darauf: eine weiße,
       flauschige Decke. Manchmal mit grünen Flecken in der Mitte. Ganz klar:
       Schimmel. Essen kann man das jetzt natürlich nicht mehr.
       
       Schimmel ist meistens ein klares Zeichen dafür, dass ein Nahrungsmittel
       schlecht geworden ist. Aber bei Käse gibt es da eine Ausnahme. Geht man
       durch den Supermarkt, gibt es ganze Käsetheken, die dem Schimmelkäse
       gewidmet sind: Da wäre Camembert, Brie oder Blauschimmelkäse, der den
       Schimmel sogar im Namen trägt. Wie passt das zusammen?
       
       Dafür müssen wir erst einmal klären, was Schimmel eigentlich ist. Kurz
       gesagt: Es sind fadenförmige Pilzarten. Die Sporen dieser Pilze, also
       praktisch die Samen, sind so klein, dass wir sie nicht sehen können. Sie
       fliegen durch die Luft und setzen sich auf Oberflächen, von denen sie sich
       ernähren können. Besonders an feuchten Orten fühlen sich die Schimmelpilze
       wohl. Stimmt dann noch die Temperatur, bilden die Pilze ein Mycel. Das ist
       der wissenschaftliche Name für den weißen Flausch, den wir als Schimmel
       kennen.
       
       Aber Schimmel ist nicht gleich Schimmel. Einmal gibt es den Schadschimmel,
       der sich etwa auf deinem vergessenen Pausenbrot bildet. Diese sozusagen
       bösen Pilzarten bilden giftige Stoffe, sogenannte Mykotoxine, die sich in
       dem Lebensmittel ausbreiten. In unseren Körpern können sie Schaden
       anrichten, zum Beispiel Bauchweh oder Übelkeit. Deshalb sollte man
       Verdorbenes nicht mehr essen.
       
       Und dann gibt es den Edelschimmel, der für die Herstellung von Schimmelkäse
       verwendet wird. Anders als der Schadschimmel, ist er ungefährlich.
       Spezielle Pilzarten werden der Milch bei der Herstellung des Käses
       hinzugefügt. Manchmal wird das auch bei Salami gemacht. Die Pilzstämme sind
       oft über Jahrzehnte gezüchtete Versionen der Art Penicillium. Lustigerweise
       heißen die Pilzarten auf Lateinisch so wie die Käsesorten: Für
       [1][Camembert] wird Penicillium camemberti verwendet, für den Stinkekäse
       Roquefort die Variante Penicillium roqueforti.
       
       Der böse Schimmel lässt sich allerdings nicht vom guten Schimmel
       abschrecken. Das heißt: Leider kann jeder Käse schlecht werden, egal ob mit
       Edelschimmel versehen oder nicht.
       
       16 Feb 2026
       
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