# taz.de -- Kinder fragen, die taz antwortet: Kann Schimmelkäse eigentlich schimmeln?
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(IMG) Bild: Vergessener Pausensnack: Der ‚Flausch‘ ist Schimmelpilz, den man nicht essen sollte
Vielleicht ist dir das auch schon mal passiert: Nach den Schulferien
greifst du in deinen Rucksack und ertastest eine vergessene Brotdose. Darin
findest du den letzten Bissen deines Pausenbrotes, und darauf: eine weiße,
flauschige Decke. Manchmal mit grünen Flecken in der Mitte. Ganz klar:
Schimmel. Essen kann man das jetzt natürlich nicht mehr.
Schimmel ist meistens ein klares Zeichen dafür, dass ein Nahrungsmittel
schlecht geworden ist. Aber bei Käse gibt es da eine Ausnahme. Geht man
durch den Supermarkt, gibt es ganze Käsetheken, die dem Schimmelkäse
gewidmet sind: Da wäre Camembert, Brie oder Blauschimmelkäse, der den
Schimmel sogar im Namen trägt. Wie passt das zusammen?
Dafür müssen wir erst einmal klären, was Schimmel eigentlich ist. Kurz
gesagt: Es sind fadenförmige Pilzarten. Die Sporen dieser Pilze, also
praktisch die Samen, sind so klein, dass wir sie nicht sehen können. Sie
fliegen durch die Luft und setzen sich auf Oberflächen, von denen sie sich
ernähren können. Besonders an feuchten Orten fühlen sich die Schimmelpilze
wohl. Stimmt dann noch die Temperatur, bilden die Pilze ein Mycel. Das ist
der wissenschaftliche Name für den weißen Flausch, den wir als Schimmel
kennen.
Aber Schimmel ist nicht gleich Schimmel. Einmal gibt es den Schadschimmel,
der sich etwa auf deinem vergessenen Pausenbrot bildet. Diese sozusagen
bösen Pilzarten bilden giftige Stoffe, sogenannte Mykotoxine, die sich in
dem Lebensmittel ausbreiten. In unseren Körpern können sie Schaden
anrichten, zum Beispiel Bauchweh oder Übelkeit. Deshalb sollte man
Verdorbenes nicht mehr essen.
Und dann gibt es den Edelschimmel, der für die Herstellung von Schimmelkäse
verwendet wird. Anders als der Schadschimmel, ist er ungefährlich.
Spezielle Pilzarten werden der Milch bei der Herstellung des Käses
hinzugefügt. Manchmal wird das auch bei Salami gemacht. Die Pilzstämme sind
oft über Jahrzehnte gezüchtete Versionen der Art Penicillium. Lustigerweise
heißen die Pilzarten auf Lateinisch so wie die Käsesorten: Für
[1][Camembert] wird Penicillium camemberti verwendet, für den Stinkekäse
Roquefort die Variante Penicillium roqueforti.
Der böse Schimmel lässt sich allerdings nicht vom guten Schimmel
abschrecken. Das heißt: Leider kann jeder Käse schlecht werden, egal ob mit
Edelschimmel versehen oder nicht.
16 Feb 2026
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(DIR) Clara Dünkler
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