# taz.de -- Kinder fragen, die taz antwortet: Woher kommen Läuse?
       
       > Wir wollen von Kindern wissen, welche Fragen sie beschäftigen. Jede Woche
       > beantworten wir eine. Diese Frage kommt von Yara, 7 Jahre alt.
       
 (IMG) Bild: Ist da eine Laus über die Haare gelaufen? Und wenn ja, woher kam die Laus?
       
       Achtung, gleich könnte es dich jucken! Es gibt nur drei Läusearten, die auf
       Menschen leben. Die mit Abstand häufigste ist die Kopflaus, die in unserem
       Kopfhaar wohnt. Die Filzlaus lässt Kinder bis zur Pubertät in Ruhe, denn
       sie mag nur andere Körperhaare. Die Kleiderlaus kommt dagegen nur zum
       Blutsaugen zu uns und versteckt sich sonst lieber in unseren Klamotten. Zum
       Glück ist sie in Europa sehr selten. [1][Läuse] von Hunden, Katzen oder
       anderen Tieren können auf Menschen nicht überleben.
       
       Kopfläuse sind zwei bis drei Millimeter große, hoch spezialisierte
       Insekten. Sie sind wie sehr kleine Äffchen und dein Kopf ist für sie wie
       ein prächtiger Urwald. Wie alle Insekten haben sie sechs Beinchen. An denen
       befinden sich Klauen, die sich perfekt dazu eignen, [2][ein Haar] zu
       umklammern. Sie ernähren sich von deinem Blut. Dazu ritzen sie mit einer
       Art Messer an ihrem Kopf winzige Äderchen in deiner Kopfhaut auf. Mit etwas
       Spucke sorgen sie dafür, dass das Blut nicht sofort gerinnt.
       
       Die Läuseweibchen kleben ihre Eier in der Nähe der Kopfhaut an Haare. Nach
       sechs bis zehn Tagen schlüpfen daraus die Läusebabys, die nach neun bis
       zwölf Tagen erwachsen sind und dann noch etwa vier Wochen leben. In dieser
       Zeit legt jede weibliche Laus über 100 Eier. Wenn du nichts dagegen tust,
       wird dein Kopf rasch zu einem dicht besiedelten Läuseparadies. Aber dein
       Immunsystem antwortet auf den Läuseangriff: Es entstehen rote Pusteln und
       es juckt ganz furchtbar. Deshalb solltest du mit Läuseshampoo und einem
       speziellen Läusekamm gegen die Läuse vorgehen.
       
       Kopfläuse sind so sehr auf [3][menschliches Kopfhaar] spezialisiert, dass
       sie woanders keine zwei Tage überleben können. Eine Übertragung über
       Mützen, Möbel, Haus- oder Kuscheltiere ist so gut wie ausgeschlossen. Läuse
       wandern direkt von Kopf zu Kopf, etwa beim Kuscheln, Tuscheln oder Spielen.
       Läusebefall hat übrigens nichts mit mangelnder Sauberkeit zu tun. Du kannst
       deine Haare so oft waschen, wie du willst – den Läusen ist das egal.
       
       Würden sich alle Menschen auf der Welt gleichzeitig behandeln, würden
       Kopfläuse aussterben. Doch man behandelt sich ja nur, wenn man weiß, dass
       man Läuse hat. Das bemerkt man aber erst nach einer Weile und in der Zeit
       haben die flinken Läuse längst den nächsten Kopf besiedelt. Sie sind
       perfekt darin, denn sie haben sich seit Millionen Jahren mit uns Menschen
       entwickelt. Die Laus ist so alt wie wir, sie gehört einfach zu uns.
       
       24 Feb 2026
       
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