# taz.de -- Schimmelpilze in einer Milchalternative: Behörde sieht bei Mandelmilch teils Gefahr für Kinder
> Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat Pflanzendrinks auf Gifte aus
> Schimmelpilzen geprüft. Bei mandelbasierten Getränken wurde es oft
> fündig.
(IMG) Bild: Hoffentlich war's keine Mandelmilch
Viele Mandeldrinks gefährden die Gesundheit von Kindern. Zu diesem Schluss
kommt eine [1][Untersuchung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR)],
das Schimmelpilze in pflanzlichen Drinks unter die Lupe genommen hat. Dabei
fand das BfR in vielen Mandeldrinks Gifte von Schimmelpilzen, sogenannte
Mykotoxine.
Insgesamt hat das BfR 162 Soja-, Mandel- und Haferdrinks auf
Schimmelpilzgifte getestet, die der Handel als Alternativen zu Kuhmilch
verkauft. Das Bundesinstitut schätzte zunächst die [2][Giftmengen], die
VerbraucherInnen generell beim Genuss der jeweiligen Getränke aufnehmen.
Auf dieser Basis habe man dann die Risiken für Kinder im Alter von einem
halben Jahr bis zu sechs Jahren geschätzt, schreibt das BfR.
Kinder seien stärker gefährdet, weil sie im Vergleich zu Erwachsenen
größere Mengen Nahrung im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht aufnähmen, so
das BfR. Besonders ein Schimmelpilzgift habe sich dabei als gefährlich
herausgestellt: das Gift Aflatoxin B1 (AFB1).
Dieses könne beim Verzehr von Mandeldrinks „bei besonders empfindlichen
Verbrauchergruppen wie Kindern ein gesundheitliches Risiko darstellen“,
heißt es. Das Risiko schätzt das BfR als „mittel“ ein. AFB1 wurde in 31 von
39 Mandeldrinks nachgewiesen, die im Handel verkauft werden. Das Gift
erhöht das Krebsrisiko sowie das Risiko für Schäden an Leber und Nieren. In
der Praxis bedeutet das: Da keine sichere Untergrenze bekannt ist, unter
der die Gifte nicht wirksam sind, bedeutet das, dass Eltern Kindern keine
Mandeldrinks geben sollten, bis es weitere Daten gibt. Aflatoxine kommen
[3][auch in Kuhmilch] vor.
## Die Gifte lassen sich nicht vermeiden
Die Gifte sind Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen. Sie gehörten zu den
natürlichen Toxinen und ihr Vorkommen in Lebensmitteln lasse sich nicht
vermeiden, so das BfR. Mykotoxine kommen in pflanzlichen Produkten wie
Getreide, Nüssen und eben auch Mandeln vor. Sie kontaminieren die
[4][Nahrungsmittel während des Anbaus, der Lagerung und auch der
Weiterverarbeitung].
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hält die
„Einhaltung einer guten landwirtschaftlichen Praxis sowie einer guten
Herstellungspraxis“ für entscheidend, um die Bildung der Schimmelpilze zu
vermeiden. „In vielen Fällen führt bereits die Vermeidung von Feuchtigkeit
im Erntegut zu erheblich reduzierten Mykotoxingehalten. Bei Deoxynivalenol,
Zearalenon und den Fumonisinen sind meist komplexe landwirtschaftliche
Technologien der Bodenbearbeitung, Fruchtfolge und Sortenwahl zu
berücksichtigen“, informiert es auf seiner Webseite.
Das BfR fand auch noch weitere Pilzgifte wie Ochratoxin A, Deoxynivalenol,
das T-2- und HT-2-Toxin in vielen der Milchalternativen, stuft ihr Risiko
aber als „wenig bedenklich“ ein.
Eine abwechslungsreiche und vielfältige Ernährung helfe laut BfR, die
Zufuhr unerwünschter aber auch nur schwer vermeidbarer Giftstoffe möglichst
gering zu halten.
18 Feb 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.bfr.bund.de/stellungnahme/mykotoxine-in-soja-mandel-oder-haferdrinks-bfr-aktualisiert-die-bewertung-gesundheitlicher-risiken-von-pflanzendrinks-anhand-neu-erhobener-daten/
(DIR) [2] /Faktencheck-zu-Pestiziden/!6151702
(DIR) [3] https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/chemie/schimmelpilzgifte/aflatoxine/index.htm
(DIR) [4] /Studie-zu-schwindendem-Weideland/!6153297
## AUTOREN
(DIR) Tim Feldmann
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