# taz.de -- Kinder fragen, die taz antwortet: Warum macht uns Angst manchmal Spaß?
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> beantworten wir eine. Diese Frage kommt von Ella, 9 Jahre alt.
(IMG) Bild: Wenn wir zum Beispiel Achterbahn fahren, werden in unserem Gehirn auch Glückshormone freigesetzt
Angst hat eine wichtige Aufgabe. Sie soll uns beschützen. Wenn wir Angst
haben, wird unser Körper sofort wach. Das Herz schlägt schneller, die
Muskeln spannen sich an. Unsere Wahrnehmung verschärft sich und wir passen
auf. Manchmal fühlt sich Angst aber auch ganz anders an. Statt unangenehm
ist sie spannend und kann sogar Spaß machen.
Der Angstforscher [1][Borwin Bandelow] erklärt es so: Wenn wir
[2][Achterbahn] fahren, steigt die Angst in der Kurve, weil wir das Gefühl
haben, gleich rauszufliegen. Unser Körper gibt Alarm. Gleichzeitig passiert
aber noch etwas anderes: Im Belohnungssystem unseres Gehirns werden
Endorphine freigesetzt.
Endorphine sind Glückshormone. Sie werden auch dann ausgeschüttet, wenn wir
lachen, Sport machen oder Schokolade essen. Dann haben wir vielleicht ein
Kribbeln im Bauch, fühlen uns glücklich und beschwingt.
Das funktioniert aber nur, wenn das Gehirn weiß, dass wir in Sicherheit
sind. Weil der Wagen der Achterbahn eben nicht aus der Kurve fliegt. Oder
wir zwar einen gruseligen Film schauen, aber dabei gemütlich auf dem Sofa
sitzen. Die Gefahr ist nur ausgedacht – und deshalb können Angst und Spaß
zusammen auftreten. Manche nennen dieses Gefühl auch „Nervenkitzel“ oder
„Angstlust“.
## Angst und Sicherheit
Dieses Glücksgefühl begleitet uns dann eine ganze Weile. Daher unternehmen
manche Menschen auch Aktivitäten, die potenziell gefährlich und mit noch
mehr Angstlust verbunden sind, etwa Bungee-Jumping oder einen
Fallschirmsprung aus dem Flugzeug. Sie jagen nach diesem Gefühl.
Angst ist überlebenswichtig. Sie ist uns angeboren und hat unseren
Vorfahren das Leben gerettet. Wer früher beim leisesten Rascheln im Gebüsch
Angst bekam und schnell reagierte, hatte bessere Chancen zu überleben.
Professor Bandelow sagt sogar: Wir leben heute, weil wir die Nachkommen von
„Angsthasen“ sind.
Wichtig ist aber: Die Angst sollte nie zu groß werden. Wenn sie sich nicht
mehr gut anfühlt, ist es ratsam, eine Pause zu machen, den Film
auszuschalten oder das Buch wegzulegen. Jeder Mensch hat da seine eigene
Grenze. Auch [3][in der Filmbranche] ist das bekannt. Deshalb haben manche
Filme eine Altersfreigabe, die mit „FSK“ gekennzeichnet ist.
Angst macht also nur dann Spaß, wenn wir sie aus der Sicherheit heraus
erleben können. Und unter der Kuscheldecke ist man doch gerne mal ein
Angsthase, oder?
27 Jan 2026
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## AUTOREN
(DIR) Rumeysa Ceylan
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