# taz.de -- Empörung über KI-Polizeibild: Blaulicht vom Bot
       
       > Eine Polizei-Gewerkschaft bebildert eine Mitteilung mit einem blutenden
       > Polizisten – nur ist das Foto KI-generiert. Die Kritik ist groß.
       
 (IMG) Bild: Ein gepromtetes Opfer (Mitte)
       
       Zwei Polizisten in schwerer Montur stützen einen verletzten Kollegen. An
       seiner Stirn klafft eine große Wunde, das Blut rinnt ihm durch den
       Kurzhaarschnitt und das Gesicht herunter. Im Hintergrund erkennt man
       unscharf eine große, schwarz gekleidete Menschenmenge, auf dem Boden liegen
       Flaschen.
       
       So sah das Titelbild einer Pressemitteilung vom 25. Januar der Gewerkschaft
       der Polizei Sachsen aus. Dazu die Überschrift: „Schwere Ausschreitungen in
       Magdeburg – GdP Sachsen verurteilt Gewalt“ zu Ausschreitungen bei einem
       Fußballspiel. Das Bild suggeriert: Die Polizei ist Gewaltopfer von diesen
       Ausschreitungen. Das Problem: Das Bild ist nicht echt, sondern
       KI-generiert. Die abgebildeten Polizisten gibt es nicht, das Gezeigte hat
       in dieser Form nicht stattgefunden.
       
       [1][Dass die Polizei] gerade bei Einsätzen in Stadien in Situationen wie
       auf dem Bild gerät, ist unbestritten. So auch bei dem Fußballspiel zwischen
       dem 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden. Die Polizeigewerkschaft Sachsen
       spricht von „64 verletzten Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten“, die teils
       schwer verletzt im Krankenhaus landeten.
       
       Die Frage ist jedoch, warum in der Mitteilung dazu ein ultimativ falsches
       Bild mit einem leicht zu übersehenden Hinweis in der unteren rechten Ecke
       „KI: ChatGPT“ genommen wurde, um die reale Situation vor Ort darzustellen.
       In der Mitteilung selbst findet sich kein Hinweis darauf, dass man hier ein
       ultimativ falsches Bild benutzt hat.
       
       ## „Konstante redaktionelle Maßnahme“
       
       Heute, am 29. Januar, wurde das irreführende Bild entfernt und durch die
       simple, unspektakuläre Abbildung eines Blaulichts ersetzt. Die Änderungen
       im Fall des blutüberströmten Polizisten zu der Gewalt im Stadion gehörten
       zu „einer konstanten redaktionellen Maßgabe“, teilte ein Sprecher der
       Gewerkschaft der Polizei der taz auf Anfrage mit. Reale Fotos kämen wegen
       Persönlichkeitsrechten, Ermittlungen und dem Schutz der Betroffenen nicht
       infrage. Der Sprecher fügt hinzu, dass die Änderung „keine inhaltliche
       Neubewertung“ sei, sondern eine „Reduktion der Visualisierung“. Warum man
       sich zuerst für so ein drastisches Bild entschieden hat, bleibt offen.
       
       Gerade die drastistische Darstellung des verletzen Polizisten hatte nach
       der Veröffentlichung in sozialen Netzwerken und Medien für Kritik gesorgt.
       Aber auch zu anderen Polizeieinsätzen wurden schon KI-generierte Bilder
       verwendet, wie etwa von der [2][Gewerkschaft der Polizei Sachsen-Anhalt] in
       einer Pressemitteilung vom 24. Januar 2026.
       
       ## Narrative durch künstliche Intelligenz
       
       Es ist leicht, sich generierte Bilder mit klischeehaften Darstellungen von
       Linken mit „Hammer und Sichel“-Patch an der Jacke und gefärbten Haaren
       vorzustellen, in denen diese auf Polizist:innen einschlagen. Dank der
       künstlichen Intelligenz lässt sich jedes Narrativ herstellen oder bewusst
       verfälschen. Über die Tragweite von solchen generierten Bildern muss sich
       eine Polizeigewerkschaft im Klaren sein.
       
       Es untergräbt die verbleibende Seriosität der Polizei, wenn sie neben den
       Vorwürfen massiv überzogener Härte wie Ende letzten Jahres bei den
       Demonstrationen in Gießen nun auch noch mit KI-Bildern aktiv falsche
       Eindrücke vermittelt. Dass dazu auch noch regelmäßig Polizei-Chatgruppen
       mit nationalistischen wie rassistischen Inhalten auftauchen und kaum
       Konsequenzen haben, zeigt den Charakter der Institution. Immerhin stimmt in
       der Magdeburger Pressemitteilung wenigstens folgender Satz: „Gewalt darf im
       Fußball keinen Platz haben.“
       
       29 Jan 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Leak-bei-der-Berliner-Polizei/!6148676
 (DIR) [2] https://www.gdp.de/sachsen-anhalt/de/stories/2026/01/ausschreitungen-fussball-in-magdeburg
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Martin Seng
       
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