# taz.de -- Fischerei in der Krise: Abwärtstrend hält an – Ostseefischer geben Betriebe auf
       
       > Anfang der 1990er Jahre war die Zahl der Fischereibetriebe an der
       > deutschen Ostsee vierstellig. Inzwischen sind es im Haupterwerb weniger
       > als 300.
       
 (IMG) Bild: Oh nein, kein Fischer ist mehr da und die Boote rühren sich nicht mehr vom Fleck. Was wird jetzt noch passieren?
       
       dpa | Die prekären Bedingungen für die Fischerei an der deutschen
       Ostseeküste lässt die Branche weiter schrumpfen. Nach jüngsten Zahlen der
       entsprechenden Landesbehörden waren in [1][Schleswig-Holstein] und
       Mecklenburg-Vorpommern Ende 2025 insgesamt noch 285 Kutter- und
       Küstenfischereibetriebe im Haupterwerb registriert. Ein Jahr zuvor waren es
       den Angaben zufolge noch 303 und Ende 2021 385.
       
       Nach Angaben des Schweriner Fischereiministeriums war der neueste Rückgang
       zwar erwartet worden, fiel aber noch vergleichsweise gering aus. Ein Grund,
       warum in MV zuletzt nur drei Fischer den Haupterwerb aufgaben, könnte
       demnach sein, dass dieses Jahr letztmalig Prämien für die zeitweilige
       Stilllegung für Betriebe im Haupterwerb gezahlt werden. Dies trage zum
       Fortbestand bei. Auch würden Betriebe noch bis Ende 2027 für Schäden oder
       Einbußen entschädigt, die Robben verursachen.
       
       ## Ministerium spricht von „extrem schlechten Fangmöglichkeiten“
       
       Die Bestände in der [2][Ostsee stehen wegen des Klimawandels], Überfischung
       und Nährstoffeintrag stark unter Druck. Arten wie der Hering und der
       Dorsch, die einst wichtig für das Auskommen hiesiger Fischer waren, dürfen
       gar nicht oder nur noch in wenigen Ausnahmen gezielt gefangen werden.
       Anfang der 1990er Jahre war die Anzahl der Fischereibetriebe an der Ostsee
       noch vierstellig.
       
       Das Schweriner Ministerium rechnet mit einem weiteren Rückgang der Betriebe
       „aufgrund der andauernd extrem schlechten Fangmöglichkeiten, was sich in
       den historisch niedrigsten Quoten widerspiegelt, sowie der demografischen
       Entwicklung“. Ähnlich äußerte sich das Landesamt für Landwirtschaft und
       nachhaltige Landentwicklung in Schleswig-Holstein.
       
       Teilweise würden die Fischer vermutlich auch in den Nebenerwerb wechseln,
       hieß es aus Schwerin. Aber auch dort seien die Zahlen seit Jahren
       rückläufig. Zuletzt waren an der deutschen Ostseeküste noch insgesamt 281
       Fischereibetriebe im Nebenerwerb registriert. Ende 2024 waren es 304.
       
       29 Jan 2026
       
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