# taz.de -- Mieter*innenbewegung in Berlin: Auf in den Kampf gegen Deutsche Wohnen und Co
       
       > Bei der Kreuzberger Kiezversammlung stellen sich 18 Initiativen vor, vor
       > allem mietenpolitische. Im Wahljahr wollen sie sich besser vernetzen.
       
 (IMG) Bild: Schon 2021 hat Kotti und Co. gegen steigende Mieten und Verdrängung protestiert,
       
       Im Kreuzberger Club S036 wird viel gelacht. „Hier ist ja so eine gute
       Stimmung wie beim Kiezbingo“, sagt eine junge Frau, als sie den Raum
       betritt. Es ist der Jahresauftakt der Mieter*innenbewegung, das Kiezteam
       der Initiative Deutsche Wohnen und Co. Enteignen hat für Dienstagabend zur
       15. Kreuzberger Kiezversammlung geladen. Seit Jahren stehen hier der Kampf
       gegen Verdrängung und die Räumung von Hausprojekten und Kiezkneipen im
       Vordergrund. „Manche Kiezversammlungen endeten mit einer lauten
       Spontandemonstration durch Kreuzberg“, erinnert sich eine langjährige
       Mieteraktivistin.
       
       Diese Zeiten sind vorbei. „Die Coronapandemie verhinderte
       Straßenaktivismus. Zudem gab es mit dem juristischen Aus für den
       Mietendeckel und der massiven Einschränkung des Vorverkaufsrechts
       Niederlagen für die Mieter*innen“, begründet Aktivist Bernd die zeitweise
       Flaute. Daher steht an diesem Dienstagabend das Kennenlernen und Vernetzen
       der aktiven Mieter*innen im Zentrum. 18 Initiativen aus den
       Doppelstadtteil Kreuzberg/Friedrichshain stellen sich zu Beginn kurz vor.
       Im Anschluss haben die Besucher*innen Gelegenheit, mit den
       unterschiedlichen Initiativen ins Gespräch zu kommen, die auf kleinen
       Tischen ihre Schwerpunkte präsentierten.
       
       Manche tauschen E-Mail-Adressen und Veranstaltungstermine aus. Andere
       planen konkrete Aktionen, etwa die Initiative „Der Görli bleibt offen“.
       Noch ist es so, doch der Senat hat angekündigt, dass ab März der Park
       abends geschlossen werden soll. Die Aktivist*innen wollen darauf mit
       kreativen Protesten reagieren. Antifainitiativen mobilisieren zu Protesten
       gegen das rechte Online-Portal Nius, das in der Ritterstraße 24–27 seinen
       Sitz hat.
       
       An einen anderen Tisch geht es um ein gemeinsames Vorgehen von
       Mieter*innen bei Schäden und Mängeln in den Häusern großer
       Wohnungsbaugesellschaften wie Gewobag und Howoge. Die Initiative Kotti und
       Co. setzt sich auch für eine schnelle energetische Sanierung der Häuser
       ein.
       
       Grischa Dallmer und Luise Fuchs vertreten die Bezirksgruppe Kreuzberg der
       Berliner Mietergemeinschaft (BMG) auf dem Treffen. „Ich wünsche mir eine
       Verbindung der Initiative DW und Co. Enteignen mit der von der BMG
       entwickelten [1][Initiative Neuer Kommunaler Wohnungsbau]“, sagt Dallmer
       der taz. Fuchs erzählt, dass der Besuch einer Kiezversammlung vor zwei
       Jahren der Beginn ihres mietenpolitischen Engagements war.
       
       Auf eine starke außerparlamentarische Mieter*innenbewegung setzt auch
       DW und Co. enteignen im Jahr der Berliner Abgeordnetenhauswahl. Ein
       Teilnehmer sieht hier noch eine große Aufgabe. „Die meisten der
       Teilnehmer*innen der Kiezversammlung sind schon aktiv. Neue Menschen
       müssen wir auf der Straße oder bei Haustürgesprächen erreichen.“
       
       28 Jan 2026
       
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