# taz.de -- Persönliche Assistenzdienste: Verband drängt bei Sozialsenatorin Kiziltepe auf mehr Tempo
> Die Bundesarbeitsgemeinschaft Persönliches Budget mag nicht hinnehmen,
> dass die Verwaltung einen Parlamentsbeschluss noch nicht umgesetzt hat.
(IMG) Bild: An ihre Verwaltung richtet sich die Kritik der Bundesarbeitsgemeinschaft: Sozialsenatorin Cansek Kiziltepe (SPD)
Wenn [1][Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe] und ihr Staatssekretär Aziz
Bozkurt (beide SPD) nur den ersten Absatz des Schreibens gelesen hätten,
das ihnen jetzt ins Haus kam, hätten sie denken können, es handelte sich um
einen Dankesbrief. Schließlich drücken die Absender von der
Bundesarbeitsgemeinschaft Persönliches Budget dort vorab Freude darüber
aus, dass der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses schon im Dezember einen
Beschluss fasste, der sich erst mal gut anfühlte. Allerdings eben nur erst
mal, wie sich dann weiter im Brief zeigt.
Das Parlament hatte festgelegt, dass die Tarifverträge der Assistenzdienste
und der Tarifvertrag der Arbeitsgemeinschaft der Arbeitgeber*innen mit
Persönlicher Assistenz (AAPA e. V.) gleichbehandelt werden. Die behinderten
Arbeitgeber*innen sollten ihre Assistent*innen somit weiterhin
nach dem Tarifvertrag der Länder – Entgeltgruppe 5 (TVL-EG 5) bezahlen
können.
Dieses Ergebnis hatten im Dezember zahlreiche Besucher*innen des
Hauptausschusses [2][mit großer Zufriedenheit kommentiert]. Schließlich
hatten die Betroffenen dafür fast fünf Jahre gekämpft. Es gab zahlreiche
Kundgebungen und Demonstrationen und im November 2025 sogar eine eintägige
Besetzung der Sozialverwaltung von Senatorin Kiziltepe.
Doch nun, mehr als 6 Wochen später, wenden sich die
Assistenznehmer*innen erneut mit Sorge an den Senat. Denn noch immer
fehlt die fachliche f, die es zur Umsetzung des Ausschussbeschlusses
braucht. Dabei hatte Staatssekretär Bozkurt Anfang Dezember zugesagt, diese
Weisung zeitnah zu erteilen.
## Klage über Mehrkosten durch Hängepartie
Die Hängepartie führe zu Unruhe, moniert Kim Lippe, die Pressesprecherin
der Landesarbeitsgemeinschaft Persönliches Budget. „Da die derzeit noch
gültige fachliche Weisung 1/2025 das Landesamt für Gesundheit und Soziales
(LAGeSo) bzw. die behinderten Arbeitgeber*innen dazu verpflichtet, die
Assistent*innen ab 1. 1. 2026 nach TVL-EG 3 zu entlohnen, führt dies zu
einer Situation, die behinderte Arbeitgeber*innen äußerst
verunsichert“, heißt es in dem Schreiben.
Dort wird beklagt, dass durch die fehlende fachliche Weisung Mehrkosten für
die Assistenznehmer*innen entstehen. So würden ca. 18.600 Euro für
die Korrektur der Lohnabrechnungen für Januar 2026 anfallen, wenn die
fachliche Weisung erst nach dem 31. 1.2026 in Kraft tritt. Grundlage dieser
Berechnung sind 155 behinderten Arbeitgeber*innen, die im Durchschnitt 6
persönliche Assistent*innen beschäftigen und die pro Monat und
Assistent*in 20,00 € für die Lohnabrechnung zahlen müssen.
„Der Entwurf der überarbeiteten fachlichen Weisung zur Komplexleistung
Persönliche Assistenz im Land Berlin ist bereits im Dezember 2025 von
unserem Haus erarbeitet worden“, betont Julia Stadtfeld von der
Pressestelle der Sozialverwaltung des Senats. Aktuell befinde sich der
Entwurf in der Ressortabstimmung und im Partizipationsverfahren, das sich
Interessenvertretungen der Menschen mit Behinderungen explizit gewünscht
hätten. [3][Das Landesamt für Gesundheit und Soziales] sei bereits über die
Neufassung der fachlichen Weisung informiert worden. Wann genau die
fachliche Weisung erteilt wird, konnte Stadtfeld nicht sagen.
22 Jan 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Berlins-Sozialsenatorin-Cansel-Kiziltepe/!6109927
(DIR) [2] /Rechte-von-Menschen-mit-Behinderung/!6135122
(DIR) [3] /Teilhabe-und-Eingliederungshilfe/!6068902
## AUTOREN
(DIR) Peter Nowak
## TAGS
(DIR) Abgeordnetenhaus
(DIR) Berliner Senat
(DIR) Partizipation
(DIR) Leben mit Behinderung
(DIR) Berliner Senat
(DIR) Berliner Senat
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Rechte von Menschen mit Behinderung: Mehr Geld für Assistent*innen
Lange schon kämpft Verdi für eine bessere Bezahlung von Assistent*innen
von Menschen mit Behinderung. Am Mittwoch gab der Senat seine Blockade auf.
(DIR) Assistenzen im Arbeitgebermodell: Senatsverwaltung erfolgreich besetzt
Aktivisten fordern die Umsetzung des Tarifvertrags für persönliche
Assistenzen im Arbeitgebermodell. Der Senat zeigt sich kooperativ.
(DIR) Assistenzen im Arbeitgebermodell: Besetzung für gleichen Lohn
Menschen mit Behinderung protestieren am Mittwoch vor der
Sozialsenatsverwaltung. Sie fordern die freie Wahl ihrer persönlichen
Assistent*innen.