# taz.de -- Kämpfe im Gazastreifen: Drei Journalisten bei israelischem Angriff getötet
       
       > Bei einem Drohnenangriff in Gaza kommt unter anderem der
       > AFP-Fotojournalist Abdul Rauf Schaath um. Israel erklärt, der Angriff
       > habe der Hamas gegolten.
       
 (IMG) Bild: Das zerstörte Fahrzeug in Gaza am 21. Januar
       
       afp | Bei einem israelischen Angriff im Gazastreifen sind nach Angaben der
       Hamas-Behörden drei Journalisten getötet worden, darunter ein freier
       Mitarbeiter der Nachrichtenagentur AFP. Die drei Männer seien am Mittwoch
       bei einem israelischen Luftangriff in der Region al-Sahra südwestlich der
       Stadt Gaza getötet worden, erklärte der von der radikalislamischen Hamas
       kontrollierte Zivilschutz. Die israelische Armee teilte mit, sie habe auf
       drei Verdächtige gezielt, die „eine Drohne der Hamas“ gesteuert hätten.
       
       Der Armee-Erklärung zufolge machten die israelischen Soldaten mehrere
       Verdächtige aus, „die eine mit der Hamas verbundene Drohne im Zentrum des
       Gazastreifens bedienten“. Die Drohne habe eine Bedrohung für die Soldaten
       dargestellt. Die israelischen Streitkräfte hätten daher die Verdächtigen,
       die sie aktiviert hätten, „präzise angegriffen“. Details dazu würden
       geprüft. Beweise legte das Militär nicht vor.
       
       Der Hamas-Zivilschutz gab die Namen der Getöteten mit Anas Ghneim, Mohammed
       Salah Kaschta und Abdul Rauf Schaath an. Schaath hatte seit 2024 mehrfach
       als [1][Foto- und Videojournalist für AFP] gearbeitet. Er war zum Zeitpunkt
       des Angriffs nicht im Auftrag von AFP unterwegs, sein letzter Bericht im
       Auftrag der Nachrichtenagentur war am Montag veröffentlicht worden.
       
       AFP erklärte, die Nachrichtenagentur trauere um Schaath, der als „gütiger
       Kollege mit sanftem Humor und als äußerst engagierter Journalist“ in
       Erinnerung bleiben werde. Zudem fordere AFP „eine umfassende und
       transparente Untersuchung seines Todes“, hieß es weiter.
       
       ## „Während einer humanitären Mission“ angegriffen
       
       In den vergangenen zwei Jahren seien [2][viel zu viele lokale Journalisten
       im Gazastreifen getötet] worden, „während ausländische Journalisten
       weiterhin nicht frei in das Gebiet einreisen können“, fügte AFP hinzu.
       
       Ein Augenzeuge sagte AFP vor Ort, dass die drei Männer eine Drohne
       eingesetzt hätten, um eine von einer ägyptischen Organisation ausgeführte
       Verteilung humanitärer Hilfe zu filmen, als ein sie begleitendes Auto Ziel
       eines Luftangriffs geworden sei. Der Hamas-Zivilschutz sprach von einem
       israelischen Drohnenangriff auf „ein ziviles Fahrzeug“.
       
       Der Sprecher des ägyptischen Hilfskomitees sagte, dass eines der Fahrzeuge
       der Organisation „während einer humanitären Mission“ angegriffen worden
       sei. Dies habe „zum Tod von drei Personen“ geführt. Alle Fahrzeuge der
       Organisation seien mit dem Logo des Komitees versehen.
       
       Die Organisation Reporter ohne Grenzen zeigte sich angesichts des Vorfalls
       „zutiefst empört“: „Dieser isolierte Angriff auf Journalisten, die aufgrund
       ihrer Ausrüstung als solche erkennbar waren, könnte auf eine gezielte
       Aktion hindeuten und ein Kriegsverbrechen darstellen“, sagte Martin Roux,
       Leiter des Krisenstabs von RSF, laut einer Erklärung. Auch das Komitee zum
       Schutz von Journalisten (CPJ) äußerte sich „entsetzt“.
       
       Die palästinensische Journalistengewerkschaft verurteilte den Angriff
       scharf. Der Vorfall sei Teil einer „systematischen und bewussten Politik
       der israelischen Besatzungsmacht, palästinensische Journalisten gezielt
       anzugreifen“.
       
       ## Acht weitere Menschen getötet
       
       Laut einer Zählung von Reporter ohne Grenzen (RSF) wurden zwischen dem 1.
       Dezember 2024 und dem 1. Dezember 2025 [3][mindestens 29 palästinensische
       Journalisten im Gazastreifen getötet]. Damit war Israel zum dritten Mal in
       Folge für die meisten getöteten Journalisten weltweit verantwortlich. Nach
       eigenen Angaben berücksichtigt RSF nur Fälle, in denen die Organisation
       davon überzeugt ist, dass die Betroffenen in direktem Zusammenhang mit
       ihrer journalistischen Tätigkeit Opfer von Gewalt oder Unterdrückung
       geworden sind.
       
       Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums
       wurden derweil am Mittwoch acht weitere Menschen bei israelischen Angriffen
       auf das Gebiet getötet. Im Gazastreifen gilt seit Oktober eine Waffenruhe
       zwischen der Hamas und der israelischen Armee. Sie war zwei Jahre nach dem
       Überfall der islamistischen Palästinenserorganisation auf Israel am 7.
       Oktober 2023 in Kraft getreten.
       
       22 Jan 2026
       
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