# taz.de -- +++ Große Trump-Show in Davos +++: „Sie können auch Nein sagen, wir werden uns daran erinnern“
> US-Präsident Donald Trump zieht in seiner Rede beim Weltwirtschaftsforum
> über Europa her – und bekräftigt seinen Anspruch auf Grönland. Die
> Ereignisse im Live-Ticker.
(IMG) Bild: Me, myself, and I: US-Präsident Donald Trump bei seiner Rede in Davos
US-Präsident Donald Trump droht, US-Präsident Donald Trump fordert,
US-Präsident Donald Trump kündigt an: Seit Montag läuft das 56. Treffen des
Weltwirtschaftsforums im schweizerischen Davos. Mehr als 60 Staats- und
Regierungschef:innen nehmen teil, dazu über 1.000 Manager:innen,
Superreiche und Vertreter:innen von NGOs. Trotzdem dominiert der Mann
aus dem Weißen Haus das Treffen. Mit Spannung respektive Nervosität wurde
dann auch die Rede von Trump am Mittwochnachmittag erwartet. Es wurde ein
wirrer Ritt durchs politische Gemüsebeet – mit viel Selbstlob und Attacken
auf alles und jeden. Die Nachrichten des Tages im taz-Liveticker.
Da lacht die Atomindustrie – und der taz-Ticker schließt seinen Bauchladen
16.50 Uhr: Auch das noch: Die Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zur
Atomkraft bei seiner Rede in Davos sorgen für beste Laune bei
Aktionär:innen der Branche. Am steilsten nach oben geht es für
Unternehmen, die kleine Atomreaktoren entwickeln. So gewinnen NuScale
Power, Nano Nuclear und Oklo zwischen 5,5 und 7,5 Prozent. Gefragt sind
auch die Aktien von Uran-Produzenten und Versorgern wie enCore und Uranium
Energy, die um knapp sechs und vier Prozent zulegen.
„Wir setzen sehr stark auf die Welt der Atomenergie“, hatte Trump auf dem
Weltwirtschaftsforum gesagt. Wir nehmen derlei geballten Blödsinn zum
Anlass, den Liveticker für heute zu schließen. Vielen Dank für Ihre
Aufmerksamkeit. Mehr zum Trump-Auftritt in Davos in Kürze hier auf
[1][taz.de]. (taz)
Trump halluziniert über Treffen mit Selenskyj
16.30 Uhr: Und noch ein Nachtrag in Sachen Ukraine: Sich „um die Ukraine zu
kümmern“ ist nach Ansicht von US-Präsident Donald Trump Aufgabe der Nato
und Europas – und nicht der USA. „Was haben die USA von all dieser Arbeit,
all diesem Geld, außer Tod, Zerstörung und kolossalen Geldsummen, die an
Menschen gehen, die unsere Taten nicht zu schätzen wissen?“, sagte Trump
beim Weltwirtschaftsforum in Davos.
„Sie wissen nicht zu schätzen, was wir tun, ich spreche von der Nato, ich
spreche von Europa. Es ist ihre Aufgabe, sich um die Ukraine zu kümmern,
nicht unsere“, sagte Trump weiter. Die USA seien „sehr weit entfernt, ein
großer und schöner Ozean trennt uns. Wir haben damit nichts zu tun“,
erklärte der US-Präsident.
Gleichwohl verkündete Trump, er wolle sich in Davos mit dem ukrainischen
Präsidenten Wolodymyr Selenskyj treffen, um über eine Beendigung des
Krieges zu sprechen. „Ich verhandele mit Präsident Putin, und er will einen
Deal. Ich verhandele mit Präsident Selenskyj und ich glaube, er will einen
Deal. Ich treffe ihn heute“, sagte Trump.
Die ukrainische Präsidentschaft stellte kurz danach Trumps Äußerung
richtig: Selenskyj halte sich nicht in Davos auf, sondern sei in der
Ukraine. Der ukrainische Präsident hatte zuvor erklärt, das
Weltwirtschaftsforum ausfallen zu lassen und sich stattdessen um die
massiven, durch russische Angriffe auf die Energieinfrastruktur ausgelösten
Stromausfälle in seinem Land zu kümmern. Am Mittwoch war fast die Hälfte
der Hauptstadt Kyjiw ohne Strom und Heizung. (afp)
Auch die Frage-und-Antwort-Runde ist vorbei
16.10 Uhr: Nach Trumps erratischer Rede folgt die Frage-und-Antwort-Runde
mit nicht minder erratischen Ausführungen. Zunächst setzt sich Trump für
mehr KI-Zentren in den USA ein. Dann lobt er Außenminister Marco Rubio. Und
verkündet: „Wir fördern heute mehr Öl und Gas als je zuvor.“
Daraufhin wiederholt er Teile seiner Rede und betont erneut, dass Grönland
nötig ist, damit sich die „Guten“ gegen die „Bösen“ durchsetzen können.
Trump behauptet, dass er acht Kriege beendet hätte. Der Moderator fragt,
wie wichtig das Board of Peace ist und ob es erfolgreich sein wird, was
Trump bejaht. „Wären wir nicht dort reingegangen, gäbe es keinen Frieden im
Nahen Osten.“ Zudem behauptet er, dass der Iran nah an der Fertigstellung
einer Atombombe war. (kla)
Trump: „Biden ist schrecklich, Powell ist dumm“
15.50 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat seine mäanderende Rede beendet.
Rund eine Stunde teilte er in Davos gegen alles und jeden aus. „Biden ist
schrecklich, Powell ist dumm“, erklärte er etwa mit Blick auf seinen
Amtsvorgänger Joe Biden und den FED-Chef Jerome Powell. Auch Rassismus
gehörte zu seinem Repertoire. So beleidigte er eine ganze Nation als dumm:
Somalier seien laut Trump Menschen mit niedrigem IQ. Überhaupt Somalia: „A
country that is not a country.“
In seiner Rede bekräftigte er nicht nur seinen seinen Anspruch auf Grönland
mit historischen Anekdoten. Er stellt sich vor allem auch als den großen
Wirtschaftsretter dar, der zudem für Sicherheit in den USA sorge.
„Washington ist nun sauber und sicher“, sagte Trump. Den ICE-Einsatz in
Kalifornien bezeichnet er als „Hilfe“. (kla)
Trump feiert sich für Zölle gegen die Schweiz
15.45 Uhr: „Sie kommen hierher, verkaufen ihre Uhren, ohne Steuer, ohne
Nichts.“ Damit begründet US-Präsident Trump seine Zölle gegen die Schweiz.
Er will die US-Kassen mit Steuern auf Schweizer Uhren füllen. Das habe
Rolex verärgert, sagt Trump. Es gebe viele Orte, die von den USA nicht
genug besteuert würden und sich daran bereichern. (kla)
Er will doch nur ein bisschen Eis
15.30 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat seine Besitzansprüche auf die zu
Dänemark gehörende Insel Grönland bekräftigt. „Wir müssen Grönland
besitzen, um es verteidigen zu können“, sagte er beim Weltwirtschaftsforum
in Davos. Alles, was die USA von Dänemark wollen, „ist dieses Land, auf dem
wir den größten goldenen Dom aller Zeiten bauen wollen“.
Er bitte „nur um ein Stück Eis“. Das sei nun wirklich „wenig“ angesichts
dessen, was die USA in der Vergangenheit für die NATO geleistet hätten.
Zugleich sprach der selbsternannte Friedensstifter Trump von Krieg: „Wenn
es einen Krieg gibt, wird viel Action auf diesem Stück Eis ausgetragen.“
Und schließlich die Rolle rückwärts: „Ich muss keine Gewalt anwenden, ich
will keine Gewalt anwenden, ich werde keine Gewalt anwenden.“ Das sei
wahrscheinlich die wichtigste Aussage, die er gemacht habe, denn: „Die
Leute dachten, ich würde Gewalt anwenden.“ Dabei will er doch nur Eis.
Dazu gab es noch einen Satz in bester Mafiosi-Manier: „Sie haben die Wahl.
Sie können Ja sagen. Oder Sie können Nein sagen, wir werden uns daran
erinnern.“ (kla, ga, rru)
Trump: „Ohne die USA würdet Ihr alle Japanisch sprechen“
15.05 Uhr: Trump fragt das Publikum, ob er über Grönland sprechen soll und
behauptet, dass er das Thema eigentlich aus der Rede rauslassen wollte. Um
dann über Grönland zu sprechen. Das klingt dann so: „Ich habe großen
Respekt vor Dänemark. Aber nur die USA können Grönland schützen.“ Dänemark
habe zu wenig in die Verteidiungsinfrastruktur Grönlands investiert. „Nach
dem Zweiten Weltkrieg gaben wir Grönland an Dänemark zurück. Wie dumm waren
wir?“, sagte er. Und dann das noch: „Wären wir damals (im Zweiten
Weltkrieg) nicht eingeschritten, würdet ihr jetzt alle Deutsch und
Japanisch sprechen.“ (kla, ga)
Gekommen, um sich zu loben
14.55 Uhr: US-Präsident Donal Trump startet seine Rede beim
Weltwirtschaftsforum mit Lob – Selbstlob natürlich. Er habe „phänomenale
Neuigkeiten aus den USA“ mitgebracht, erklärte Trump, um dann über „die
explodierende Wirtschaft“ unter seiner Ägide zu mäandern. Er betont, dass
die USA weltweit führend seien bei Künstlicher Intelligenz. Die
US-Amerikaner:innen seien „sehr zufrieden mit mir“, behauptet der alte Mann
aus dem Weißen Haus.
Erwartbarerweise holzt er zugleich vor allem gegen Europa. Der alte
Kontinent gehe nicht mehr in die richtige Richtung, sagt Trump. „Ich
erkenne es nicht wieder.“ Dabei nennt er erneut eine Masseneinwanderung und
den Fokus auf erneuerbare grüne Energien als den falschen Weg.
Trump lobt dabei das Potenzial von Atomkraft, er sei skeptisch gewesen,
wegen der Risiken, aber nun sei sie sehr sicher. Grüne Energie in Europa
sei der vielleicht größte Hoax, der die Länder zerstöre. Er lobt
Bundeskanzler Merz, der einen „great job“ mache, um dies zu korrigieren.
Europa sitze auf einer der größten Energiequelle mit Öl in der Nordsee,
aber es erlaube nicht, sie zu nutzen. Je mehr Windräder ein Land habe,
desto mehr Geld verliere es. (rru, ga)
Buhrufe für US-Handelsminister
14.30 Uhr: US-Handelsminister Howard Lutnick ist bei einem Abendessen des
Weltwirtschaftsforums in Davos ausgebuht worden, berichtet die Financial
Times am Mittwoch. Es sei am Dienstagabend nach aggressiven Äußerungen
Lutnicks zu Tumulten gekommen. Bei der vom Chef des Vermögensverwalters
Blackrock, Larry Fink, ausgerichteten Veranstaltung hätten Gäste unter
lauten Rufen den Raum verlassen. Gastgeber Fink habe versucht, die
Situation zu beruhigen. Details zu Lutnicks Äußerungen oder den
Zwischenrufen wurden nicht genannt. (rtr, taz)
🐾 Macrons Doppelspiel gegenüber Trump
Das Weltwirtschaftsforum in Davos war für Frankreichs Präsident Emmanuel
Macron am Dienstag die Gelegenheit, mit bisher ungewohnter Schärfe auf neue
aggressive Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zu antworten. Er, so
Macron, ziehe „den Rechtsstaat der Brutalität“ vor. „Wir wollen nicht eine
Weltordnung, die von denjenigen beschlossen wird, die glauben, die lautere
Stimme und den stärken Knüppel zu haben.“ Er warnte, ohne jemanden beim
Namen zu nennen, vor Annexionsplänen: „Wir haben keine Zeit mit verrückten
Ideen zu verlieren, wir dürfen die Büchse der Pandora nicht öffnen.“
Mehr über das Lavieren von Macron zwischen Schmeicheleien und Widerstand im
Beitrag des Kollegen Rudolf Balmer [2][auf taz.de]. (taz)
Voraussichtlich kein Treffen zwischen Trump und Merz
13 Uhr: Nach einer technischen Panne und einem Flugzeugwechsel ist
US-Präsident Donald Trump am Mittwochmittag in der Schweiz gelandet. Dort
will er am Nachmittag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos eine Rede
halten, in der es auch um die von den USA angestrebte Einverleibung
Grönlands gehen soll. Wegen Trumps Verspätung soll es nach Informationen
aus deutschen Regierungskreisen kein Treffen mit Bundeskanzler Friedrich
Merz (CDU) geben.
Der Harvard-Ökonom Kenneth Rogoff empfiehlt der EU unterdessen, auf
[3][Trumps jüngste Zolldrohungen] gezielt und auf Augenhöhe zu reagieren.
„Europas Antwort muss nicht allumfassend sein, sondern smart. Es muss
Amerika da treffen, wo es verletzlich ist“, sagte er im Interview mit der
Zeit. Das könnten etwa Handelsbeschränkungen für Maschinen oder
Zulieferteile für Halbleiter sein. Deutschland sei außerdem führend bei der
Herstellung von Industrieklebern, die in fast allen Produkten vorhanden
seien. „Come on, es wird doch nicht so schwer sein, etwas zu finden, auf
das die US-Industrie wirklich nicht verzichten kann“, sagte Rogoff. (rru)
„Total bescheuert“: US-Gouverneure über Trumps Grönland-Pläne
12 Uhr: Mehrere US-Gouverneure haben sich besorgt über Donald [4][Trumps
Besitzansprüche auf Grönland] gezeigt. „Das Grönlandvorgehen des
Präsidenten ist total bescheuert“, sagte der demokratische Gouverneur des
Bundesstaates Kentucky, Andy Beshear, beim Weltwirtschaftsforum im
Schweizer Alpenort Davos. Innerhalb eines Jahres habe Präsident Trump die
USA vom Anführer der freien Welt zum „Rüpel auf dem Schulhof“ gemacht. Die
US-Amerikaner seien gegen eine Übernahme Grönlands.
Auch Gretchen Whitmer, demokratische Gouverneurin des Bundesstaates
Michigan, zeigte sich über den außenpolitischen Kurs der Vereinigten
Staaten besorgt. „Wir sind erst im ersten Jahr einer vierjährigen Amtszeit,
und das Ausmaß des angerichteten Schadens wird uns noch sehr lange
belasten“, sagte sie.
Selbst der republikanische Gouverneur des Bundesstaates Oklahoma, Kevin
Stitt, gab zu: „Die Sache mit Grönland ist schon etwas seltsam, denn wir
können ja bereits Militärbasen auf Grönland errichten.“ (dpa)
Wirtschaftsministerin Reiche will erst mal nichts tun
11.45 Uhr: Wirtschaftsministerin Katherina Reiche warnt vor vorschnellen
Gegenmaßnahmen Europas gegen die von Donald Trump angekündigten Zölle im
Grönlandkonflikt. „Maßnahmen kann ich nur dann ausrollen, wenn ich weiß,
was eigentlich auf dem Tisch liegt. Und bis auf Ankündigungen kennen wir
nichts“, sagte die CDU-Politikerin auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.
Sie betonte: „Alles, was dazu führt, Europa nach außen zu spalten oder
Uneinigkeit erkennen zu lassen, hilft uns nicht, das schwächt uns.“
Vor allem Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte sich zuletzt dafür
eingesetzt, das EU-Gesetz zur Abwehr wirtschaftlicher Nötigung – die
sogenannte Handels-Bazooka – zu nutzen. Damit lägen Gegenzölle sowie Ein-
und Ausfuhrbeschränkungen für Waren und Dienstleistungen auf dem Tisch.
(dpa)
Nato-Rutte verteidigt Trump in Grönland-Frage
10.30 Uhr: Nato-Generalsekretär Mark Rutte will sich nicht öffentlich zu
den Spannungen äußern, die durch die Forderung von US-Präsident Donald
Trump nach einer Übernahme Grönlands ausgelöst wurden. Er arbeite hinter
den Kulissen an dem Thema, könne dies aber nicht in der Öffentlichkeit tun,
sagte Rutte bei einer Podiumsdiskussion auf dem Weltwirtschaftsforum in
Davos. Präsident Trump habe jedoch recht, dass mehr getan werden müsse, um
die Arktis vor russischem und chinesischem Einfluss zu schützen. Die Nato
arbeite daran, die Arktis-Region gemeinsam zu verteidigen. (rtr)
Spahn warnt EU vor Konfrontation mit Trump
10 Uhr: Im Grönland-Konflikt mit Washington hat Unionsfraktionschef Jens
Spahn vor einem zu konfrontativen Kurs gewarnt und die Bedeutung der USA
für die Europäische Union und Deutschland betont. „Wir sind in
Sicherheitsfragen auf die USA angewiesen“, sagte der CDU-Politiker im
Deutschlandfunk vor dem Auftritt von US-Präsident Donald Trump in Davos.
Spahn verwies auf die Themen nukleare Teilhabe, Ukraine und Russland sowie
Geheimdienstinformationen.
Auch der Chef des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags, Armin Laschet,
riet zur Besonnenheit und empfahl, die Rede erst einmal abzuwarten.
„Leichtfertig jetzt Sprüche machen, sich groß aufspielen, das ist jetzt
genau das Falsche“, sagte der CDU-Politiker im ZDF-„Morgenmagazin“. Denn
das Risiko sei, dass Trump die Unterstützung für die Ukraine komplett
zurückziehe. „Das Wichtigste ist für uns Europäer, dass wir jetzt hier
wirklich zu einem gerechten Frieden für die Ukraine beitragen.“
Die Europäer suchen eine Antwort auf Trumps Drohung, mit Zöllen gegen
Deutschland und andere Länder vorzugehen für den Fall, dass Dänemark
Grönland nicht an die USA verkaufen sollte. Trump argumentiert, dass die
USA aus Sicherheitsgründen auf Grönland angewiesen seien. (dpa)
Grünen-Abgeordneter fordert Finanzboykott
9.30 Uhr: Der Grünen-Europaabgeordnete Rasmus Andresen fordert aus Protest
gegen den US-Anspruch auf Grönland einen gemeinsamen Finanzboykott der EU
gegen Washington. „Europa sollte über einen koordinierten Kaufstopp von
US-Staatsanleihen und den gleichzeitigen Aufbau von sicheren europäischen
Finanzanlagen (Präsident Donald) Trump massiv unter Druck setzen“, sagte
Andresen den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Mittwoch.
„Trump würde durch eine finanzpolitische Reaktion viel stärker unter Druck
geraten, als wenn man ein wenig an der Zoll-Schraube dreht.“
Die EU-Kommission, die Europäische Investitionsbank und die Europäische
Zentralbank „sollten alle Optionen prüfen, um diese Finanz-Bazooka auf den
Weg zu bringen“, sagte Andresen. „Wenn Europa den Kauf verlangsamt oder
Verkäufe signalisiert, steigt der Renditedruck auf US-Schulden und die
Refinanzierungskosten für Staat und Wirtschaft.“
Europa hält demnach etwa zehn Prozent aller US-Staatsanleihen im Umfang von
1,5 Billionen Dollar. Die EU solle „schrittweise die rund 1,5 Billionen
US-Staatsanleihen in europäischen Händen umschichten“, sagte Andresen dem
Redaktionsnetzwerk Deutschland. Aufgrund des Haushalts- und
Leistungsbilanzdefizits der USA ist die US-Wirtschaft stark auf
ausländisches Kapital angewiesen. (afp)
Trump-Show startet mit Flugzeugpanne
9 Uhr: US-Präsident Donald Trump ist mit Verspätung zur Jahrestagung des
Weltwirtschaftsforums in Davos aufgebrochen. Nachdem seine
Präsidentenmaschine Air Force One wegen eines technischen Problems umkehren
musste, startete er am Mittwoch gegen 6 Uhr MEZ mit einem neuen Flugzeug in
Richtung Schweiz. Nach Angaben von US-Finanzminister Scott Bessent wird
Trump mit rund dreistündiger Verspätung in Davos eintreffen.
In Davos wird Trumps Rede, die ursprünglich für 14.30 Uhr geplant war, vor
dem Hintergrund der Grönland-Krise viel Aufmerksamkeit zuteil. Vor seinem
Abflug hatte Trump erklärt, er habe „keine Ahnung“, wie sein Besuch in
Davos verlaufen werde.
Trump will in Davos nach seiner Rede am Rande der Jahrestagung des
Weltwirtschaftsforums mehrere Staats- und Regierungschefs treffen.
[5][Dabei soll es auch um die US-Pläne einer Annexion Grönlands gehen.] Die
USA sind in diesem Jahr mit einer ungewöhnlich großen Delegation in Davos
vertreten.
Trump hatte mit seinen jüngsten Zolldrohungen gegen acht europäische
Länder, die er als Gegner seines Anspruchs auf eine Übernahme Grönlands
ausgemacht hat, heftige Kritik ausgelöst. Frankreichs Präsident Emmanuel
Macron bezeichnete diese als „grundsätzlich inakzeptabel, umso mehr, wenn
sie als Druckmittel gegen die territoriale Souveränität eingesetzt werden“.
(afp)
21 Jan 2026
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