# taz.de -- Donald Trump: „Gott ist sehr stolz auf meine Arbeit“
> US-Präsident Donald Trump präsentiert ein fast zweistündiges Selbstlob
> bei einer Pressekonferenz zum Jahrestag seiner erneuten Amtsübernahme.
(IMG) Bild: Trump am Mittwoch bei seiner Pressekonferenz im Weißen Haus vor der Abreise nach Davos
US-Präsident Donald Trump wird beim Weltwirtschaftsforum in Davos am
Mittwoch eine mit Spannung erwartete Rede geben. Doch zuvor, am Jahrestag
seiner zweiten Amtsübernahme, präsentierte der 79-Jährige der versammelten
Presse ein Medley seiner angeblich größten Erfolge der vergangenen zwölf
Monate. „Ich denke, Gott ist sehr stolz auf meine Arbeit“, sagte Trump.
Fast zwei Stunden lobte er am Dienstag die Arbeit seiner Regierung. Dabei
fehlte auch seine übliche Kritik an seinem Vorgänger nicht, dem Demokraten
Joe Biden. Auch eine Anmerkung zum angeblichen Wahlbetrug im Jahr 2020
konnte sich Trump nicht verkneifen.
Die erste Viertelstunde widmete Trump der Situation im Bundesstaat
Minnesota, wo es seit knapp zwei Wochen zu täglichen Konfrontationen
zwischen Demonstranten und Vertretern der Bundesbehörden kommt. Trump
präsentierte Fotos angeblicher Straftäter, die von der Einwanderungsbehörde
ICE bei Razzien im US-Bundesstaat Minnesota verhaftet worden seien. „Wenn
ich mir diese Tatvorwürfe so ansehe, dann ist das einfach unglaublich.
Viele Mörder. Sehr, sehr viele Mörder“, sagte er. Auslöser für die
[1][Proteste in der Landeshauptstadt Minneapolis] war die Erschießung von
Renee Good durch einen ICE-Beamten.
Danach ging es um die US-Wirtschaft. Laut Trump hätte er die Inflation
gedrosselt, dem Aktienmarkt zu Rekorden verholfen und die Spritpreise
gesenkt. „Wir haben ein Land übernommen, das am Boden lag, und jetzt ist es
das angesagteste Land der Welt, und das nach nur einem Jahr“, sagte der
US-Präsident.
## Zölle und Friedensnobelpreis
Die US-Regierung hat unter Trump 2.0 mehr als 270.000 Staatsangestellte
entlassen. Förderprogramme wurden eingestellt und über 100 bürokratische
Regularien gestrichen. Auch die [2][Zollpolitik] durfte nicht fehlen. Damit
habe die US-Regierung Milliarden Dollar eingenommen, allerdings auch viele
Verbündete vor den Kopf gestoßen.
Trotz der Vorlieben des Präsidenten für Zölle wird erwartet, dass der
Supreme Court bald über deren Rechtmäßigkeit entscheidet. „Falls wir diesen
Fall verlieren, besteht die Gefahr, dass wir die Zolleinnahmen zurückzahlen
müssen. Ich weiß nicht, wie das ohne große Schwierigkeiten […] gelingen
soll“, so Trump.
Verbittert gab er sich beim Thema Friedennobelpreis, immerhin habe er, wie
er selbst behauptet, acht Kriege beendet. Doch lieferte er wenig Neues zu
den wichtigsten geopolitischen Brennpunkten. Ob er im [3][Fall Grönland]
weiterhin eine militärische Option in Betracht zieht, ist unklar. „Ihr
werdet es herausfinden“, sagte der Republikaner nur.
Doch immerhin bestätigte er, dass die weitgehend autonome Region des
Königreichs Dänemark Teil seiner Gespräche in Davos sein wird. In dem
Schweizer Ort soll sich seine Rede aber vor allem um wirtschaftliche Themen
drehen.
Auf dem Weg dorthin war das Präsidentenflugzeug wegen eines Defekts
allerdings zunächst zur Umkehr gezwungen. Trump hob dann später mit einer
Ersatzmaschine erneut Richtung Schweiz ab.
21 Jan 2026
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## AUTOREN
(DIR) Hansjürgen Mai
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