# taz.de -- Brandanschlag in Flüchtlingsunterkunft: Erst ein Knall, dann Flammen
       
       > In der Flüchtlingsunterkunft am Flughafen Tempelhof wurde ein Anschlag
       > mit Molotowcocktails verübt. Täter kamen vermutlich nicht von außen.
       
 (IMG) Bild: Unterkunft für Geflüchtete im Hangar in Berlin-Tempelhof
       
       Die Spuren sprechen dafür, dass es ein Brandanschlag war. Die Frage ist
       nur: Wie kamen die Täter in die [1][Flüchtlingsunterkunft] im Hangar 2 des
       ehemaligen Flughafens Tempelhof? Die Molotowcocktails explodierten auf dem
       Dach des Büros, in dem Wachpersonal sitzt. Man muss sich das so vorstellen
       wie einen Raum mit Rigipswänden und -Decke in der Halle. Auch die
       Geflüchteten leben in solchen Boxen.
       
       Nach aktuellem Ermittlungsstand seien keine Hinweise auf eine politische
       Tatmotivation erkennbar, teilte die Polizei am Montag auf Nachfrage mit.
       Sascha Langenbach, Sprecher des [2][Landesamts für
       Flüchtlingsangelegenheiten] (LFA), sagt: „Ich halte es für
       wahrscheinlicher, dass die Täter nicht von außen gekommen sind.“ Seit
       einiger Zeit gebe es in der Unterkunft Probleme mit verstärktem Alkohol-
       und Drogenmissbrauch. „Das hat eine neue Qualität.“
       
       Es geschah gegen 3.20 Uhr am Freitagmorgen. Mitarbeitende des Sicherheits-
       und Sozialdienstes der [3][Flüchtlingsunterkunft] am Columbiadamm hörten
       nach Angaben der Polizei einen Knall. Dann sahen sie auf dem Dach des
       Wachhäuschens des Sicherheitsdienstes Flammen. Dem Vernehmen nach waren
       drei Personen zur Zeit des Anschlags in dem Häuschen, keiner von ihnen
       wurde verletzt.
       
       ## Feuerwehrmann verletzt
       
       Die herbeigerufene Feuerwehr habe das Feuer gelöscht und dabei auf dem Dach
       zwei nicht gezündete Brandflaschen festgestellt. Nur einer von drei
       Brandsätzen war demnach explodiert. Während der Löschmaßnahmen sei ein
       Feuerwehrmann durch das Dach des Häuschens gebrochen und habe sich dabei
       verletzt.
       
       Ein Foto von privat, das Springers B. Z. veröffentlichte, zeigt ein Loch in
       der Rigipsdecke und eine herunterhängende Deckenplatte. Die gefundenen
       Brandflaschen sind von der Polizei als Beweismittel sichergestellt worden.
       
       In der Asylunterkunft leben Geflüchtete aus vielen Ländern. Nach Angaben
       von LFA-Sprecher Langenbach wurden in der Nacht 500 Bewohner evakuiert. Der
       Brandalarm habe sofort bei Ausbruch des Feuers reagiert, sagt Langenbach.
       Man habe die Brandwachen aber nochmals verstärkt.
       
       „Die Sozialarbeit und psychosoziale Beratung wurde und wird weiter
       verstärkt“, so Langenbach. So auch die Angebote zu Gesprächskreisen. Aber
       es dauere, bis die Angebote angenommen würden. „Man muss langsam Vertrauen
       aufbauen.“
       
       19 Jan 2026
       
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