# taz.de -- Versorgung mit Erdgas: Jetzt liefert Aserbaidschan
> Um ausbleibende Lieferungen aus Russland zu ersetzen, kauft Europa Gas in
> Aserbaidschan. Seit dem Wochenende fließt das Erdgas in die Pipeline.
(IMG) Bild: Aserbaidschan gehört zu den großen Erdgasexporteuren weltweit und liefert auch nach Syrien. Hier eine Anlage in Homs
Seit diesem Wochenende liefert nun erstmals auch Aserbaidschan Erdgas nach
Deutschland und Österreich. Wie der staatliche Energiekonzern „State Oil
Company of Azerbaijan Republic“ (Socar) erklärte, fließt das Gas über die
Transadria-Pipeline (TAP) aus der Türkei durch Griechenland und Albanien
nach Süditalien und wird dort ins EU-weite Netz eingespeist.
Mit dem Bau der Pipeline war 2015 begonnen worden, [1][um unabhängiger von
russischen Lieferungen zu werden], seit 2020 ist die Röhre in Betrieb. Wie
Russland ist Aserbaidschan allerdings ein autokratisches Regime, das gegen
Andersdenkende hart vorgeht.
Vertragspartner der Aserbaidschaner ist Sefe, ein fast unbekanntes
Staatsunternehmen, dass 2022 nach dem russischen Überfall auf die Ukraine
die Anteile der Gazprom Germania GmbH übernommen hat. Sefe hatte einen
Zehnjahresvertrag unterschrieben, der den Aserbaidschanern die Abnahme von
1,5 Milliarden Kubikmetern pro Jahr garantiert. Die Bundesrepublik hat
sich international gesetzlich verpflichtet, 2045 klimaneutral zu sein,
[2][das fossile Erdgas müsste dafür laut Wissenschaftler:nnen
wesentlich früher ersetzt werden].
## „Es darf kein einziges fossiles Projekt mehr geben“
Das ist der deutschen Bundesregierung aber offensichtlich nicht bewusst:
Schwarz-Rot brachte am Freitag ein sogenanntes „Unitarisierungsabkommen“ in
den Bundestag ein, mit dem vor der deutschen Nordseeinsel Borkum Erdgas
gefördert werden soll. „Wenn diese Regierung es mit einem Klimaziel ernst
meint, darf es kein einziges neues fossiles Projekt mehr geben“, erklärte
Nele Evers, Sprecherin von Fridays for Future.
Aber genau das haben Union und SPD offensichtlich vor: Vor Borkum will der
niederländische Fossilkonzern One-Dyas 35 Jahre lang Erdgas aus dem
Nordseeboden holen, eine Zustimmung Deutschlands dafür ist notwendig. Der
Konzern ist im Lobbyregister des Deutschen Bundetages [3][registriert].
20 Jan 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Mehr-russisches-Erdgas-fuer-China/!6021655
(DIR) [2] /Deutsche-Emissionen-2025/!6143401
(DIR) [3] https://www.lobbyregister.bundestag.de/suche/R005410
## AUTOREN
(DIR) Nick Reimer
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