# taz.de -- Krisenvorsorge der Bundesregierung: „Update“ der Lebensmittel-Notreserve soll anlaufen
> Die neue Bedrohungslage in Europa rückt die Vorsorge mit wichtigen
> Nahrungsmitteln stärker in den Blick. Der Notfallplan soll erneuert
> werden.
(IMG) Bild: Alois Rainer (CSU), Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat, will die Pläne für die Lebenmittelvorräte erneuern
dpa | [1][Bundesernährungsminister Alois Rainer] will eine Erneuerung der
Lebensmittelvorsorge in Deutschland für große Krisenlagen in den kommenden
Monaten in Gang bringen. „Der Anschlag auf das Stromnetz in Berlin hat
gezeigt, wie dringlich ein Update unserer Notfallreserve ist“, sagte der
CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur vor der Agrarmesse Grüne Woche
in Berlin. „Wir schieben das nicht auf die lange Bank. Ich werde dieses
Jahr nutzen, eine Finanzierung für das Update auf die Beine zu stellen.“
Rainer konkretisierte damit Überlegungen für [2][ein „weiteres
Sicherheitsnetz]“, das aus der „vollen Bandbreite“ an Lebensmitteln in
haltbarer Form in Dosen bestehen soll. „Wir haben seit den sechziger Jahren
an etwa 150 Standorten Reserven mit Getreide, Erbsen, Linsen und
Dosenmilch. Das alles muss aber erst verarbeitet werden, wir brauchen
deshalb zusätzlich verzehrfertige Gerichte in Konserven“, erläuterte er.
„Ich sehe das wie den Airbag im Auto: Hoffentlich braucht man ihn nie, aber
es ist beruhigend, dass er da ist.“
Der Minister verwies auf seinen Vorschlag, zur Umsetzung auch Strukturen
des Lebensmitteleinzelhandels zu nutzen. „Der hat bereits große
Lagerkapazitäten und auch Fahrzeuge, um Produkte im Krisenfall zu
verteilen.“ Dafür müssten Rahmenbedingungen gewährleistet sein. „Und das
muss es uns wert sein.“
Rainer betonte: „Meine Verantwortung als Ernährungsminister ist, dass im
Krisenfall niemand hungern muss.“ Dabei beginne Versorgungssicherheit nicht
erst am Supermarktregal, sondern schon dort, wo Lebensmittel entstehen.
Land- und Ernährungswirtschaft müssten daher bei Notfallszenarien
mitgedacht werden. „Sie sind [3][kritische Infrastruktur.]“ Der Minister
erläuterte: „Das heißt nicht, dass Bauern mit ihren Schleppern bei
Krisenübungen mitfahren.“ Mitgedacht und vorbereitet werden müssten aber
etwa Szenarien, was geschehe, wenn die Wasserversorgung der Tiere
unterbrochen ist oder die Futterversorgung der Betriebe zusammenbricht.
15 Jan 2026
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