# taz.de -- Theatertreffen 2026: Von Krieg und Polarisierung und Prekariat
       
       > Im Haus der Berliner Festspiele haben die Leitung und die Jury des
       > Theatertreffens bekannt gegeben, welche zehn Stücke diesmal eingeladen
       > werden.
       
 (IMG) Bild: Die Jury des Theatertreffens 2026 hat ihre Auswahl getroffen
       
       Den Ton bei der Pressekonferenz zum diesjährigen Theatertreffen, die am
       Dienstag im Haus der Berliner Festspiele stattfand, setzten die
       Beschäftigten der Berliner Theater. „Ohne uns keine Vorstellung“ und „Kunst
       ist Arbeit und von Arbeit müssen wir leben können“ konnte man schon von
       Weitem auf Transparenten einer Gruppe Demonstrierender vor dem
       Festspielhaus lesen.
       
       Seit Montagabend befinden sich Mitarbeiter:innen von Schaubühne
       Berlin, Volksbühne und Maxim-Gorki-Theater im Streik, seit heute außerdem
       solche weiterer Berliner Bühnen. Hintergrund sind aktuelle
       Tarifverhandlungen, gleichzeitig die massiven Kürzungen im Berliner
       Kultursenat. Die Gemengelage ist so kompliziert wie prekär.
       
       Theater entsteht nicht im luftleeren Raum, das machte nicht nur die
       Kundgebung deutlich. Dass die aktuelle Weltlage die bei der PK verkündete
       Auswahl der „zehn bemerkenswertesten Stücke“, die zum im Mai 2026
       stattfindenden Theatertreffen eingeladen wurden, geprägt hat, musste kaum
       extra betont werden.
       
       Da ist die Gegenwart des Krieges, die vielleicht am deutlichsten
       Jan-Christof Gockels [1][„Wallenstein. Ein Schlachtfest in sieben Gängen“]
       (Münchner Kammerspiele) ihr Echo findet. Bilder für die Polarisierung der
       Gesellschaft suchten Jette Steckel mit [2][„Mephisto“ (Münchner
       Kammerspiele)] und Julian Hetzel mit „Three Times Left is Right“ (Wiener
       Festwochen u. a.). Einen Me-too-Fall verhandelt „Fräulein Else“ vom
       Volkstheater Wien (Regie: Leonie Böhm).
       
       Neu dabei sind zwei Brandenburger Häuser, das Hans Otto Theater in Potsdam
       („Serotonin“ nach Michel Houellebecq) sowie das Staatstheater Cottbus
       ([3][Carl Zuckmayers „Hauptmann von Köpenick“]), beide mit Inszenierungen
       von Sebastian Hartmann. Wieder vertreten ist [4][Florentina Holzinger mit
       „A Year without Summer“] (Volksbühne Berlin). Vom Schauspiel Stuttgart
       kommt „Die Welt im Rücken“ (Regie: Lucia Bihler), vom Theater Basel „Die
       Glasmenagerie“ (Regie: Jaz Woodcock-Stewart), vom Schauspielhaus Zürich
       Pınar Karabuluts „Il Gattopardo“.
       
       739 Inszenierungen in 98 Städten hat die siebenköpfige Jury im Vorfeld
       gesichtet. Der Spielplan wird Anfang April bekanntgegeben, der
       Ticketverkauf startet am 18. April.
       
       13 Jan 2026
       
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