# taz.de -- Marinemanöver vor Südafrika: Gegner des Westens zeigen die Zähne
> Vor Kapstadt startet in einigen Tagen ein gemeinsames Marinemanöver von
> Südafrika, Russland, China und Iran. Die vier Staaten sind alle Gegner
> der USA.
(IMG) Bild: Schiffe der chinesischen Armee fahren am 6. Januar in der False Bay vor dem Marinestützpunkt Simonstown bei Kapstadt, Südafrika
Inmitten eskalierender globaler Spannungen starten vier Brics-Nationen in
wenigen Tagen ein großes gemeinsames Marinemanöver in Südafrikas
Territorialgewässern vor Kapstadt – der Region, wo der Atlantische und der
Indische Ozean aufeinandertreffen.
Am [1][Manöver „Exercise Will for Peace 2026“] unter chinesischer Führung
nehmen China, Russland, Iran und Südafrika teil. Es beginnt am Freitag, dem
9. Januar, und soll eine Woche dauern. Nach amtlichen Angaben soll es die
Fähigkeit zur Zusammenarbeit zwischen See- und Luftstreitkräften verbessern
im Hinblick auf „gemeinsame Aktionen, um die Sicherheit der Schifffahrt und
maritimer Wirtschaftsaktivitäten zu gewährleisten“.
Die Teilnehmer betonen, dass es sich um eine praktische Antwort auf
zunehmende weltweite Instabilität handelt. Man müsse kollektiv gegen
Piraterie und Terrorismus vorgehen können und den Welthandel schützen,
sagte Chinas Verteidigungsministerium. Zwei chinesische Kriegsschiffe, die
zuvor im Golf von Aden zwischen Jemen und Somalia an der Piraterieabwehr
teilnahmen, sind über den kenianischen Hafen Mombasa nach Südafrika
gefahren.
Russland hat zwei Kriegsschiffe mit Zwischenstopps in Kongo-Brazzaville und
Namibia nach Südafrika geschickt; sie sollen nach Abschluss des Manövers
Mosambik, Tansania und Guinea besuchen. Die russische Marineführung spricht
von der Bedeutung einer verstärkten Verteidigungskooperation in einem
unberechenbaren Sicherheitsumfeld.
Iran begründete seine Teilnahme als Ausdruck von Solidarität mit Partnern
im Globalen Süden. Südafrikas Verteidigungsministerium spricht von einer
Manifestation der blockfreien Außenpolitik des Landes.
Trilaterale Marinemanöver von Russland, China und Südafrika gab es bereits
2019 und 2023. Es ist nun geplant, dass sie alle zwei Jahre stattfinden und
weitere Länder teilnehmen – wie diesmal Iran.
Das letzte fiel in die Zeit des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine
und sorgte für [2][kontroverse Debatten in Südafrika] und international.
Westliche Regierungen äußern auch jetzt scharfe Kritik.
Das US-Verteidigungsministerium nannte das Manöver „ein geopolitisches
Signal, das die bestehende Sicherheitsarchitektur untergräbt“. Es werde
regionale Spannungen vergrößern, statt zur Entspannung beizutragen. Auch
Nato-Offizielle warnen insbesondere vor einer Zusammenarbeit mit Iran, das
unter internationalen Sanktionen steht.
Das Manöver findet statt vor dem Hintergrund einer breiten globalen
Verurteilung der kürzlichen [3][US-Militärschläge in Venezuela], dessen
Präsident Nicolás Maduro am vergangenen Wochenende in die USA entführt und
angeklagt wurde. Auf einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats am
Dienstag verurteilten China, Russland, Südafrika, Kolumbien und andere
Länder die US-Spezialoperation als Völkerrechtsbruch und Verletzung der
UN-Charta, die einen „gefährlichen Präzedenzfall“ darstelle.
Die Spannungen stiegen weiter, als Nordkorea diese Woche neue Raketentests
durchführte und ausdrücklich den US-Angriff auf Venezuela verurteilte.
Nordkorea ist ein strategischer Verbündeter Russlands.
7 Jan 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.gov.za/news/media-advisories/government-activities/defence-hosts-exercise-will-peace-2026-9-16-jan-30-dec
(DIR) [2] /Militaeruebung-vor-Suedafrikas-Kueste/!5911319
(DIR) [3] /Gefangennahme-des-Praesidenten-Venezuelas/!6142587
## AUTOREN
(DIR) Tintswalo Baloyi
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