# taz.de -- Blackout-Tagebuch eines taz-Redakteurs 1: „Halten Sie auch noch die Stellung?“
       
       > Mit Campingkocher, Teelichtern und Mütze kommt man ganz gut aus ohne
       > Strom und Heizung – wenn man nicht malade, pflegebedürftig oder
       > alleinstehend ist.
       
 (IMG) Bild: Die Freunde des Urlaubs an der frischen Luft sind bei Stromausfall eindeutig im Vorteil
       
       Kaffee vom Campingkocher, Mütze auf dem Kopf beim Einschlafen, regelmäßig
       Wasser laufen lassen, damit die Leitungen nicht einfrieren, warmes Essen in
       der taz-Kantine. Es ist Routine aufgekommen bei uns an Tag vier des
       [1][Stromausfalls im Berliner Südwesten]. „Et es wie et es“, würde unsere
       Verwandtschaft aus dem Rheinland dazu sagen. Bloß neue Teelichter mussten
       heute her, und die Nachfüllflasche für die Öllampe war auch alle.
       
       Wäre anders, wenn die Gattin oder ich malade, pflegebedürftig oder
       alleinstehend wären oder kleine Kinder im Haus hätten. Oder wir wie der
       Nachbar seit nun vier Tagen hinter heruntergelassenen Rollläden sitzen
       müssten, die elektronisch gesteuert werden und sich darum seit dem Ausfall
       am frühen Samstagmorgen nicht mehr hochziehen lassen.
       
       Wir bekommen [2][viel Hilfe], Übernachtungs-, Strom- und
       Heißer-Tee-Angebote. Darunter eines einer Sportfreundin, die sich von
       außerhalb meldet. Auf die Nachfrage, warum sie nicht in Berlin sei, erzählt
       sie von einer plötzlichen lebensbedrohlichen Erkrankung in der Familie. Vor
       diesem Hintergrund wird so manches relativ; Meckerei über leere Handys und
       kühle Nächte wirkt da irgendwie schal.
       
       Am Abend eine schöne Überraschung: Das nahe Programmkino hat Strom, und so
       kriegen wir doch noch den neuen Charly-Hübner-Film zu sehen. Auf dem kurzen
       Heimweg ist dann der eine oder andere Polizeiwagen zu sehen. Die sorgen
       sich offenbar, dunkle verlassene Häuser könnten Einbrecher anlocken.
       „Halten Sie auch noch die Stellung?“, hat schon die Nachbarin gefragt.
       Machen wir – Donnerstag sollen alle ja wieder Strom haben.
       
       6 Jan 2026
       
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 (DIR) Stefan Alberti
       
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