# taz.de -- Blackout-Tagebuch eines taz-Redakteurs 2: Ein paar Tage ohne Strom – und was davon bleibt
       
       > Der Strom im Südwesten von Berlin ist wieder da, einen Tag früher als
       > angekündigt. Ein Rückblick auf die Erfahrungen der kalten Tage ohne
       > Energie.
       
 (IMG) Bild: Berlin Zehlendorf am 6. Januar: nur ein einzelnes Fenster ist erleuchtet
       
       Es ist vorbei. Wenn hier jetzt stehen würde: Fast ein bisschen schade, gäbe
       es bestimmt Dresche. Aber ganz subjektiv, nicht pflegebedürftig und aktuell
       ohne Kinder im Haus, war das schon eine spezielle Erfahrung mit dem
       Stromausfall. Der ist seit Mittwoch nun überraschenderweise einen Tag
       früher als angekündigt vorüber.
       
       Das ganz persönliche Krisenmanagement war nämlich gerade so ins Rollen
       gekommen: Von der warmen taz am Dienstagabend durchs winterliche und gut
       verschneite Berlin zum Training mit der warmen Dusche danach geradelt und
       auf dem Rückweg Pommes-Currywurst für den inneren Wohlfühlfaktor
       eingeworfen.
       
       ## Teelichter, passende Lektüre und kuschelige Decke
       
       Im kalten Zuhause dann Teelichteer en masse und die Öllampen an, in die
       dicke Decke gekuschelt und die passende Lektüre aus dem Regal gezogen: Jack
       London, „Lockruf des Goldes“, die Stelle mit der Schilderung einer
       60-Tage-Schlittenfahrt durchs winterlich-eisige Alaska ab Seite 41.
       
       Und in unserem Sportverein lief ja auch noch die Challenge, wer es am
       längsten zu Hause im Kalten aushält. Na ja, wir fanden es ja selbst auf
       Hochzeitsreise unter 10 cm Schnee auf dem Zelt kuschelig …
       
       Wobei dieses Krisenmanagement auch auf den verrenteten netten Nachbarn
       aufbaute, der tagsüber bei uns mal das Wasser laufen lassen konnte, damit
       nicht doch am Ende noch die Leitungen einfrieren würden. Um nun ein letztes
       Mal das Glas halb voll und nicht halb leer zu sehen: Es war ein schönes
       Gefühl, in einer gerade von viel Spaltung und Kälte geprägten Welt spontan
       so viel besorgte Nachfragen und Hilfsangebote zu bekommen. Wenn sich bloß
       von dieser Stimmung etwas bewahren ließe …
       
       7 Jan 2026
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Stefan Alberti
       
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